Kreis Südwestpfalz Mit Käse hat es nichts zu tun

Die Eicheln im Wappen weisen auf den ersten Teil des Ortsnamens hin: Kâss und Kos war früher eine Bezeichnung für junge Eichen.
Die Eicheln im Wappen weisen auf den ersten Teil des Ortsnamens hin: Kâss und Kos war früher eine Bezeichnung für junge Eichen. Ziehbrunnen gaben um das Jahr 1900 sehr viele im Dorf. Manche Brunnen sind heute noch erhalten.

«Käshofen.» Die Eicheln weisen auf den Ortsnamen hin, der laut Ortchronik so viel bedeutet wie „ehemaliges Hofanwesen bei jungem Eichenwald“. Der Ziehbrunnen verweist auf die vielen Brunnen, die es im Ort vor 1900 gab und vielerorts immer noch gibt. Eine Spurensuche in Käshofen.

Das Käshofer Wappen zeigt unter goldenem, erweitertem schrägen Schildhaupt, in dem je drei grüne Eichenblätter und grüne Eicheln sind, in Schwarz einen goldenen Ziehbrunnen mit Schwungrad und Winde, die in den Wappenbeschreibungen als Haspel bezeichnet wird. Das Wappen wurde 1982 genehmigt. Käshofen wurde 1198 erstmals als Keßheneshofen erwähnt, wie Ernst Christmann in seinem Buch: „Die Siedlungsnamen der Pfalz“, Band II, schreibt. Der Name entwickelte sich über Kessenhofen (1269) weiter zu Keishoffen (1563/64) und ab 1776 zu Käshofen. Christmann leitet die Bedeutung von der Eifelmundart Kâss her, was junge Eiche bedeutet, Außerdem findet man „Kos“ in Josef Müllers „Rheinischem Wörterbuch“ als Benennung für junge Eichen, schreiben die Autoren der Käshofer Dorfchronik „Käshofen. Unser Dorf gestern und heute“. Weitere Ortsnamen wie die Kessenau, in Lorsch, im Kreis Heppenheim (Aue mit Eichen) oder in Dunzweiler „Im Käs“, deuten in diese Richtung. Im Bann von Käshofen gab es 1590 die Bezeichnung an den Kößeckern, was so viel bedeutete wie „an den Äckern bei dem jungen Eichenwald“. So heißt es in der Dorfchronik: „Wir deuten also Käshofen als ehemaliges Hofanwesen bei jungem Eichenwald.“ Eichen machen heute nur sieben Prozent des Waldbestandes aus, wie Revierförster Jürgen Leis auf RHEINPFALZ-Anfrage mitteilt. Insgesamt bestehen neun Hektar Wald aus Eichen. „Alleinstehend findet man sie weniger, sie stehen meist mit Buchen gemischt“, sagt Leis. Er beschreibt, wo sich eine markante Eiche mit einem Durchmesser von 90 Zentimeter befindet: Wer vom Wasserturm hinunter Richtung Großbundenbach spaziert, geht rechts Richtung Meteoritenweg, am Sandsteinhaufen wieder rechts und gleich wieder links, an einer Wiese rechts in den Wald hinein. Dort ist sie zu sehen. Wie die Dorfchronik berichtet, hatten die Wälder vor 600 bis 800 Jahren nahe an den Ort herangereicht und die Bauern trieben ihre Schweine in die Buchen- und Eichenwälder, wo sie sich mästen konnten. Im 18. Jahrhundert wurde unter Geheimrat Schimper in der Zeit von Christian IV. die Weidehaltung verboten und das Vieh musste in Ställen gehalten werden. Von da an stiegt der Wasserverbrauch, so dass das Wasser aus den Ziehbrunnen knapp wurde. Einen Ziehbunnen, wie er auf dem Wappen abgebildet ist, hatte früher fast jeder Hof. Für das Ortsbild waren diese Brunnen sehr charakteristisch. „Hierauf weist das untere Wappenfeld hin, das in den Farben der Herzöge von Pfalz-Zweibrücken gehalten ist, die von 1410 bis zur Französischen Revolution die Ortsherrschaft über Käshofen ausübten“, schreibt Arnold Schneider in „Die Verbandsgemeinde Zweibrücken Land“. Sehr schöne Exemplare von Ziehbrunnen mit Haspel, Kette und Eimer, sind noch bei Dieter Alt und Thomas K. Hoffmann zu besichtigen. Ersteres Exemplar steht gegenüber dem Dorfgemeinschaftshaus auf einer Anhöhe. Letzteres eingangs der Friedhofstraße, gleich links oben. Ein hölzernes Schwungrad ziert die Brunnen der Familien Grimm und Eschenhorn in der Friedhofstraße. Letzterer wurde nachträglich noch mit einem Dach versehen. Erika Schäfer, deren Mann in der Hauptstraße selbst einen 18 Meter tiefen Brunnen wieder freigelegt und neu aufgebaut hat, erinnert sich noch an einen Brand. „Damals wurde vom Brunnen der Eschenhorns eine Kette gebildet“, weil weiter vorne in der Friedhofstraße ein Haus brannte. „Da war ich noch ein Kind“, sagt die 71-Jährige. Weitere schöne Ziehbrunnen sind in der Frühlingstraße 1 bei Fred Konrad zu sehen sowie in der Höhenstraße bei Familie Blinn. Dieser Brunnen ist 23 m tief und wurde 1850/51 gebaut. „Er wurde aber nur für das Vieh benutzt, weil das Wasser nicht so gut war“, berichtet Herbert Blinn. Zum Kochen habe man damals Wasser am Heckbrunnen geholt. Dieser befand sich an der Kreuzung von Friedhofstraße und Hauptstraße auf dem Anwesen von Fritz Klein (Friedhofstraße 2) und ist heute überbaut. Der wichtigste Brunnen ist jedoch der Dorfbrunnen, der im Zuge der Arbeiten am Generationenplatz ab 2013 wieder freigelegt wurde. Er ist kein Ziehbrunnen, sondern diente zum Wäschewaschen und als Viehtränke, wie auf der Tafel am Dorfbrunnen zu lesen ist. Wäsche wuschen hauptsächlich die Tagnerfamilien, die keine eigenen Ziehbrunnen hatten. 1893 wurde der Käshofer Dorfbrunnen mit Typhusbazillen verseucht. Etliche Todesopfer waren die Folge. Danach wurde die vorherige Nutzung untersagt. Von 1899 bis 1901 wurde daraufhin eine zentrale Wasserversorgung hergestellt mit Brunnen im Lambsbachtal und Erdbehälter auf der Schanz, wie auf der Tafel am Dorfbrunnen berichtet wird.

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