Kreis Südwestpfalz „Mit dem PKW im Klassenraum“
Parken im absoluten Halteverbot, eine verengte Fahrbahn, alles unübersichtlich. Die Parksituation an der Integrierten Gesamtschule in Contwig macht Peter Stauch aus Contwig Sorgen. Dort würden Eltern und Besucher permanent das Halteverbot ignorieren und damit eine gefährliche Situation schaffen.
„Sowohl an normalen Schultagen als auch bei größeren Veranstaltungen in der Turnhalle“ werde völlig selbstverständlich im absoluten Halteverbot geparkt, trotz entsprechender Hinweisschilder. „Manche Eltern meinen aber offensichtlich, ihre Kinder mit dem PKW im Klassenraum abholen zu müssen“, schreibt er in einem Brief an die RHEINPFALZ. Auf 100 bis 200 Meter werde die rechte Spur verengt, und das in einer Kurve. „Absolut unübersichtlich“, schimpft Stauch. Wenn dann bei Unterrichtsende noch Busse dazukommen, werde „alles noch schlimmer“. Dadurch komme es zu „oft gefährlichen Situationen durch den bergauf- und bergab fahrenden Verkehr, der durch die zwischen den Fahrzeugen auf die Fahrbahn laufenden Fußgänger noch verstärkt“ wird. Der trotz Baustelle vorhandene Parkplatz unterhalb der Schule wird laut Stauch dagegen kaum genutzt. Bei Veranstaltungen ist das Parkverhalten in der Mühlbachstraße teilweise so schlimm, dass „eine Zu- und Abfahrt der Hausbesitzer oft sehr erschwert, wenn nicht sogar unmöglich wird“, schildert Stauch, der in einer Seitenstraße oberhalb der Schule wohnt. Das sei ein Problem, nicht nur für die Anwohner, sondern auch für die Feuerwehr, deren Fahrzeuge bei einem möglichen Einsatz nicht mehr durchkommen würden. Weist man die Parksünder auf ihr Fehlverhalten hin, würden sie „auch noch frech“. Er selbst hat im Februar 2014 einen Beinahe-Unfall beobachtet. Wirklich gekracht hat es seines Wissens noch nicht. „Doch es dürfte sich nur um eine Frage der Zeit handeln, bis etwas passiert.“ Er selbst hat deswegen bereits die Verbandsgemeinde angesprochen. Der sind die notorischen Falschparker nicht entgangen, auch der Schulleitung nicht. Schon seit längerer Zeit kämpfen sie gegen dieses Verhalten an. „Wir sehen das auch sehr kritisch“, versichert Rektor Thomas Höchst. „Wir haben alles Mögliche unternommen, in jedem Elternbrief, bei jedem Elternabend geben wir den Hinweis, dort bitte nicht zu parken. Die Kinder können auch mal ein paar Meter laufen. Ebenso haben wir die Verbandsgemeinde kontaktiert, und die sind auch schon dagewesen. Es hält eine Zeit lang an, dann wird wieder geparkt.“ Laut Höchst gibt es auch immer wieder mal Beschwerden anderer Eltern. Doch die Appelle verlieren schnell ihre Wirkung. Mit Appellen versucht hat es auch die Verbandsgemeinde und nicht nur damit. „Es gibt immer wieder Behinderungen im Bereich der Schule“, weiß Verbandsbürgermeister Jürgen Gundacker. „Wir haben mit der Schule das Schreiben für die Elternbriefe entworfen. Unsere Beamten vom Ordnungsamt waren mehrfach vor Ort, haben Maßnahmen ergriffen, verwarnt und auch Protokolle geschrieben. Das werden sie auch weiterhin tun. Wir haben auch alle möglichen Gegenmaßnahmen sorgfältig geprüft.“ Doch einfache Lösungen gebe es nicht: „Sie können nicht einfach hingehen und den Bürgersteig für Autos sperren. Dann parken die Leute auf der Straße und damit wäre die Spur noch enger“ – wobei das Parken auf dem Gehweg sowieso nicht erlaubt ist und die Autos tatsächlich auf der Straße parken müssen, aber eben nicht, wenn dort ein Parkverbot ausgewiesen ist. Die Verwarnungen wirken zwar, aber spätestens „wenn wie Samstagabend mieses Wetter ist, parken die Leute wieder dort. Niemand läuft gern durch den Regen.“ Abhilfe erhofft sich Gundacker von den geplanten Verkehrsänderungen, die zusammen mit dem Anbau an der Schule erfolgen sollen. „Der Busbahnhof wird weiter nach unten verlegt.“ An seinem gegenwärtigen Standort soll dann eine Haltemöglichkeit für Autos eingerichtet werden. Die Verbandsgemeinde verspricht sich davon eine Entschärfung der Situation. Allerdings wird es noch einige Zeit dauern. Bis es soweit ist, hilft sich die Schule auf andere Weise: „Bei der Schülerlotsenausbildung werden die Lotsen nun entsprechend geschult. Mit den Lotsen wollen wir wenigstens den Straßenübergang absichern.“ (sach)