Kolumne
Mit dem Namen Pfälzerwald mehr Urlauber anlocken
Sind Sie auch schon im Urlaub gefragt worden, wo Sie herkommen? Was haben Sie dann geantwortet? „Ich kumm aus Bärmesens, häär“ stößt ja in nicht allzuweiter Ferne vom Horeb rasch auf fragende Blicke. Wie erkläre ich das jemand außerhalb von Rheinland-Pfalz und dem Saarland? Man kann auf die Popularität des Fußballs zurückgreifen und sagen, „das liegt in der Nähe von Kaiserslautern“. Bei US-Amerikanern ist Ramstein, alternativ Heidelberg, eine recht geläufige Ortsmarke. Letztere funktioniert auch bei Japanern noch ganz gut.
Eine Alternative zu den Städtenamen aus der Nachbarschaft ist der regionale Begriff Pfalz, zumindest bei Fragestellern in Deutschland wird die Pfalz auch geografisch korrekt zwischen Rhein und Saar verordnet. Denn die Pfalz ist vielen ein Begriff.
Wer von Ihnen fühlt sich als Südwestpfälzer? Oder sagt, dass er aus der Südwestpfalz kommt, wenn er nach seiner Herkunft gefragt wird? Die Südwestpfalz gibt es erst seit 27 Jahren. Zum 1. Januar 1997 war der Landkreis Pirmasens in Landkreis Südwestpfalz umbenannt worden. Das ist eigentlich zu kurz, um identitätsstiftend zu sein.
Südwestpfalz sagt den potenziellen Gästen nichts
Die Kreistouristiker haben jetzt erkannt, dass die Südwestpfalz als Marke nichts taugt. „Wenn wir überregional unterwegs sind, ist sehr schnell klar, dass nur Pfalz oder Pfälzerwald den Menschen etwas sagt“, schilderte Landrätin Susanne Ganster, zugleich Vorsitzende des Vereins Südwestpfalz Touristik, die Erlebnisse der bei Tourismusmessen. Am Mittwoch hat die Mitgliederversammlung des Vereins beschlossen, alle touristischen Aktivitäten künftig unter dem Markennamen Pfälzerwald zu betreiben. „Auf jedem Produkt ist Wald abgebildet. Und überall steht Südwestpfalz drauf“, sagte der Pirmasenser Beigeordnete Denis Clauer bei der Mitgliederversammlung mit Blick auf die bunten Prospekte. Journalisten kennen das als Text-Bild-Schere, wenn die Textinformation und die Aussage des Bildes auseinanderklaffen. Wenn künftig über einem Wald- und Felsenfoto aber Pfälzerwald drübersteht, passt das viel besser zusammen.
Ein Naturraum als Markenname funktioniert seit Jahrzehnten woanders richtig gut. Wer in Deutschland unterwegs ist, fährt in den Schwarzwald, in den Bayerischen Wald, in die Eifel, an die Mecklenburgische Seenplatte, in die Lüneburger Heide oder ins Allgäu. Und demnächst in den Pfälzerwald. Mit dem Naturraum Pfälzerwald werben viele Gastgeber in der Südwestpfalz sowieso schon lange. Und das eine oder andere mit dem Markennamen Pfälzerwald gibt es ja schon. Den Pfälzerwald-Marathon in Pirmasens zum Beispiel, oder die Pfälzerwald-Hütten. Sogar ein wunderschönes Tourist-Informationszentrum Pfälzerwald ist schon da. Es steht unweit der B10 in Hauenstein und war bislang das Eingangstor zur Urlaubsregion Hauenstein. Warum soll Sonja Spieß mit ihrem Team nicht auch die Gäste der Urlaubsregion Pfälzerwald begrüßen?
Eines wird sich nicht ändern: Wenn ich künftig gefragt werde, wo ich herkomme, bleibe ich Pfälzer. Pfälzerwäldler war ich früher mal, sonntags im Schlepptau meiner Eltern beim Pfälzerwald-Verein.
