Kreis Südwestpfalz Messung: Bundesstraße ist lauter als erlaubt

Seit Jahren kämpft Webenheim gegen den Straßenlärm.
Seit Jahren kämpft Webenheim gegen den Straßenlärm.

In Blieskasteler Ortsteil Webenheim leiden die Anwohner unter dem Verkehrslärm. Betroffen sind vor allem die Häuser unmittelbar neben der Bundesstraße 423. Um nachzuweisen, dass die Lärmbelastung in Webenheim über den gesetzlich erlaubten Grenzwerten liegt, hat Joachim Götz aus Mimbach in der Bliestalstraße gemessen. Am Dienstag, 28. Mai, wollen Götz und der Ortsrat über die Ergebnisse informieren.

„In Absprache mit Betroffenen an der Ortsdurchfahrt in Webenheim hatte ich Anfang Mai 2019 über 24 Stunden qualifizierte Lärmmessungen mit geeichtem Messgerät durchgeführt und anschließend ausgewertet“, sagte Joachim Götz. Über das Resultat seiner Messungen berichtet Götz: „Die Messungen haben ergeben, dass die zulässigen Werte nach der TA Lärm, der Verkehrslärmschutzverordnung und der EU-Lärmschutzrichtlinie deutlich überschritten werden.“ Über die Ergebnisse im Einzelnen und die Möglichkeiten, den Lärm an der viel befahrenen Schnellstraße zu verringern, wollen Ortsrat und Joachim Götz am Dienstag um 19 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus sprechen. Laut der Beschlussvorlage des Blieskasteler Stadtrats von 2018 zum Europäischen Lärmschutzplan liegen die Grenzwerte für den Lärmschutz in Mischgebieten bei 72 Dezibel zwischen 6 und 22 und 62 Dezibel zwischen 22 und 6 Uhr. Der Beschluss sieht vor, dass der Landesbetrieb für Straßenbau die B 423 im gesamten Verlauf prüft, in „welchen schutzwürdigen Räumen“ der Wohngebäude die Lärm-Grenzwerte überschritten werden. Dort sollten „zumindest passive Maßnahmen wie der Einbau von Lärmschutzfenstern“ erfolgen. Der Beschluss von 2018 verlangt weiter, zu prüfen, ob in der Kurve an der Webenheimer Kirche eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 Stundenkilometer möglich ist. Die Bliestalstraße zählt in Blieskastel zu den „Hotspot-Bereichen“ beim Lärm. Sobald dort die Fahrbahn saniert wird, soll laut Lärmschutzplan ein lärmgeminderter Belag zum Einsatz kommen. Laut Lärmaktionsplan würde allein Tempo 30 den Lärm bereits um drei Dezibel senken.

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