WALDFISCHBACH-BURGALBEN RHEINPFALZ Plus Artikel Maria Rosenberg hat nun einen Gedenkort für Sternenkinder

Eine Gedenk- und Begräbnisstätte für Sternenkinder gibt es nun auf dem Friedhof auf Maria Rosenberg. Damit startet auch das Proj
Eine Gedenk- und Begräbnisstätte für Sternenkinder gibt es nun auf dem Friedhof auf Maria Rosenberg. Damit startet auch das Projekt, das Eltern, die ihr Kind vor, während oder kurz nach der Geburt verloren haben, von einem Team begleitet werden.

„Die Decke ist weg“, sagte Pfarrer Volker Sehy, Direktor von Maria Rosenberg und sprach die enthüllte Sandsteinskulptur des Bildhauers Siegfried Keller an, die den Mittelpunkt eines neuen Platzes im Wallfahrtsort Maria Rosenberg bildet: Auf dem Friedhof des Wallfahrtsortes wurde am Sonntag der Platz für Sternenkinder eingeweiht. Maria Rosenberg habe nun einen weiteren Segensort, sagte Sehy.

Die Decke sei auch von einem Thema genommen worden, über das öffentlich lange nicht oder nur wenig gesprochen worden sei. Über den Verlust eines Sternenkindes, also eines Kindes, das vor, während oder kurz nach der Geburt gestorben ist. Frauen und Männer tragen diesen Verlust eines Kindes, der lange Zeit ein Tabu gewesen sei. Langsam werde das Thema öffentlicher. Er freue sich, sagte Sehy, dass Maria Rosenberg nun einen Ort biete, an dem Betroffene Trost erfahren und seelsorgerischen Beistand.

Es geht aber nicht nur um den Platz, sondern um das damit verbundene Projekt: Das Team, das sich im Vorfeld mit der Realisation des Sternkinder-Platzes und -Projektes beschäftigt hat, wird für Menschen zur Verfügung stehen, die einen solchen Verlust erfahren oder erfahren haben, werden ihnen zuhören und sie begleiten, unterstrich der Direktor des Rosenbergs. Der Platz selbst bietet die Möglichkeit, um sich an das Kind zu erinnern, um es zu trauern. Auch Bestattungen sind möglich.

Amerikaner geben Anstoß

Den Anstoß zum Projekt hatte ein betroffenes amerikanisches Ehepaar gegeben. Erin und Christopher Biery, die in Ramstein stationiert waren, und eine enge Verbindung zum Rosenberg aufbauten. Die Einweihung des Platzes wurde live gestreamt, auch in die USA zur Familie Biery, der Sehy für den Anstoß zu diesem wichtigen Projekt dankte. Dass es ein deutsch-amerikanisches Projekt ist, unterstreicht die Gestaltung der Skulptur. „Festhalten, was man nicht halten kann, begreifen wollen, was unbegreiflich ist, im Herzen tragen was ewig ist“, lautet die Inschrift. In deutsch und englisch.

Dass es ein deutsch-amerikanisches Projekt ist, wurde durch Erzbischof Timothy P. Broglio, Militärerzbischof der Vereinigten Staaten, unterstrichen, der gemeinsam mit Sehy den Platz einweihte. „Ein Kind zu verlieren ist eine großes Last“, sagte Broglio. Er sei dankbar für diese Initiative, die Eltern hilft, den Tod ihres Kindes zu betrauern. Der Gedenkort weise auf den Schmerz von Eltern hin, die eine Tragödie erlebt haben. Er ermutige alle, den Eltern Trost zu spenden und dazu beizutragen deren Last leichter zu machen, ihnen deutlich zu machen, dass sie nicht allein sind.

Team gibt Anregung zur Skulptur

Das Team, zu dem unter anderem Kerstin Fleischer, Referentin in der Hospiz- und Trauerseelsorge im Bistum Speyer, sowie Brigitte Facco und Susanne Dausend-Thomas von der Katholischen Familienbildungsstätte in Pirmasens gehören, habe ihm wichtige Anregungen gegeben für die Gestaltung der Skulptur, sagte Bildhauer Keller, der die Trauer um ein Sternenkind aus eigener Erfahrung kennt. Wenn es gelungen sei eine Gedenkstätte zu schaffen, die junge Menschen, die dieses Schicksal erfahren nicht verzweifeln zu lassen, ihnen Hoffnung zu geben, habe er mit seiner Kunst einen Beitrag geleistet, für den er dankbar sei, sagte Keller.

Finanziert wird das Projekt über Spenden. Bislang wurden 14.000 Euro gespendet. Spenden sind weiter möglich.

Info

Betroffene, die den Verlust eines Kindes vor, während oder kurz nach der Geburt erlitten haben, wenden sich an: Maria Rosenberg, Ansprechpartnerin: Eva-Maria Huber, Telefon: 06333/923-105 oder Mail: e.huber@mariarosenberg.de

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