Speyer / Waldfischbach-Burgalben RHEINPFALZ Plus Artikel Maria Rosenberg: Bistum fordert von Freundeskreis belastbares Konzept

Initiatorin Regina Bähr (rechts) übergibt die Petition für den Erhalt von Maria Rosenberg an Bischof Karl-Heinz Wiesemann, Chris
Initiatorin Regina Bähr (rechts) übergibt die Petition für den Erhalt von Maria Rosenberg an Bischof Karl-Heinz Wiesemann, Christian Wilhelm (links) überreicht ein weiteres Exemplar an Generalvikar Markus Magin.

Am Donnerstag haben die Freunde von Maria Rosenberg eine Petition mit fast 2400 Unterschriften an Bischof Karl-Heinz Wiesemann übergeben.

Eine Delegation der Freunde und Freundinnen von Maria Rosenberg hat am Donnerstagmorgen in Speyer die Petition zum Erhalt von Maria Rosenberg an Bischof Karl-Heinz Wiesemann und Generalvikar Markus Magin übergeben. Innerhalb von rund zwei Monaten haben fast 2400 Menschen die Petition mit dem Titel „Ein Herz für Maria Rosenberg“ online oder auf den ausgelegten Exemplaren in Waldfischbacher Geschäften unterzeichnet. Rund 800 Kommentare seien auf der Petitionsseite im Internet hinterlassen worden. „Da sind viele Glaubenszeugnisse dabei, die wir für besonders halten“, sagte Christian Wilhelm, der mit Regina Bähr die Petition angestoßen hat.

In der Petition wird gefordert, dass das Bistum Speyer die vorschnelle Schließung des Tagungsbetriebs, der zum 30. Juni 2026 eingestellt werden soll, stoppt. Die Abrisspläne für die beiden Tagungshäuser sollen ausgesetzt werden. Durch die Offenlegung der Gutachten zur Bausubstanz und zum Tagungsbetrieb soll Transparenz geschaffen und eine unabhängige Prüfung ermöglicht werden. Außerdem soll ein runder Tisch mit Investoren, Spendern, Engagierten und der politischen Gemeinde eingerichtet werden.

Zweistündiges, intensives Gespräch

Der Übergabe sollte sich ein einstündiges Gespräch zwischen der Bistumsspitze und den Vertretern des Freundeskreises um Wilhelm und Sylvie Nantcha anschließen. Am Ende sprachen die beiden Parteien länger als zwei Stunden miteinander. „Es war ein intensives, offenes und ehrliches Gespräch“, sagte Sylvie Nantcha, stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins und Freundeskreises Maria Rosenberg, zu dieser Zeitung. Inhaltlich sei es darum gegangen, welche Möglichkeiten es angesichts der Beschlusslage noch gebe, den Tagungsbetrieb und die Übernachtungsmöglichkeiten auf Maria Rosenberg zu erhalten. Der Freundeskreis, der am vergangenen Samstag ein Forum mit rund 100 Interessierten im Wallfahrtsort veranstaltet hatte, unterbreitete der Bistumsleitung am Donnerstag einen neuen Vorschlag. „Wir wollen das Bistum finanziell nicht belasten und haben etwas ganz Neues vorgeschlagen“, ergänzte Nantcha, Details wollte sie nicht nennen. „Wir werden diesen Vorschlag ausformulieren, danach wird er bistumsintern geprüft“, sagte sie. Im Januar soll dann ein Fachgespräch mit den zuständigen Abteilungen des Bistums geführt werden.

„Die Basis ist die Beschlusslage der Gremien des Bistums“, sagte Generalvikar Markus Magin im Anschluss im Gespräch mit dieser Zeitung. „Wenn es neue Fakten gibt, sind wir sofort bereit, darüber zu sprechen“, bekundete er weiterhin Gesprächsbereitschaft. Die mehr als zweistündige Diskussion bezeichnete er als „kontrovers“, sie habe aber ein gutes Ende gefunden. Das Bistum warte jetzt ab, was der Freundeskreis ausarbeiten wird. „Wenn das substanziell belastbar ist, werden wir damit auch wieder in die synodalen Gremien hineingehen“, betonte Magin. Nach dem Forum am Samstag im Wallfahrtsort und dem Gespräch am Donnerstag in Speyer würdigte er ausdrücklich die „enorme Leidenschaft und das enorme Engagement der Ehrenamtlichen für das Anliegen Maria Rosenberg. Das ist etwas ganz Großartiges“.

Das ist die Beschlusslage

Die Diözesanversammlung hatte im September mit großer Mehrheit grünes Licht für die Neukonzeption von Maria Rosenberg gegeben. Das Geistliche Zentrum soll in einer zukunftsorientierten Form als Segensort des Bistums erhalten werden. Das beinhaltet die Weiterführung der mit der Wallfahrt verbundenen liturgischen und seelsorgerlichen Angebote, eine inhaltliche Weiterentwicklung des Geistlichen Zentrums mit seinen Angeboten, die Schließung des Tagungshausbetriebs zum 30. Juni 2026 und die Sanierung des Stifterhauses und der Arkaden. Das Gästehaus und die beiden Tagungshäuser sollen abgerissen werden. Das Bistum geht von Abrisskosten in Höhe von 5,5 Millionen Euro aus.

Das Stifterhaus, der Zwischenbau zur Kirche sowie die Fassaden und das Dach der Arkaden sollen für bis zu 10,75 Millionen Euro saniert werden. Im Stifterhaus werden im Unter- und Erdgeschoss Räume für das Geistliche Zentrum, die Wallfahrt, für Begegnung und Tagung eingerichtet. Die Räume im Ober- und Dachgeschoss sollen vermietet werden. Übernachtungsmöglichkeiten im Wallfahrtsort sind in dieser Konzeption nicht vorgesehen. Es gibt zwar die Möglichkeit, 18 Zimmer im ersten Stockwerk der Arkaden auszubauen. Dafür fehlen dem Bistum aber die finanziellen Möglichkeiten.

Abriss im Jahr 2027?

Magin sagte am Donnerstag, dass das Bistum mittlerweile einen Zeitrahmen für die Vorhaben im Wallfahrtsort abgesteckt habe. Im kommenden Jahr sollen die Planungen vorangetrieben werden, im zweiten Halbjahr beginnen die Arbeiten zur Erneuerung der Versorgungsleitungen. Die Abrissarbeiten könnten dann im Jahr 2027 beginnen.

Stierkopf und St. Pirmin: Die Wahrzeichen von Pirmasens zieren auch den neuen Newsletter der RHEINPFALZ

Kennen Sie schon unseren Pirmasens-Newsletter?

Der Name ist Programm: „PS Exklusiv“ versorgt Sie mit ausgewählten Nachrichten und Hintergründen. Sie werden von der Leitung der Pirmasenser Lokalredaktion aus erster Hand informiert. Mal augenzwinkernd, mal ironisch oder knallhart kommentiert, aber immer exklusiv: aus Pirmasens für Pirmasens und die Südwestpfalz.

An dieser Stelle finden Sie Umfragen von Opinary.

Um Inhalte von Drittdiensten darzustellen und Ihnen die Interaktion mit diesen zu ermöglichen, benötigen wir Ihre Zustimmung.

Mit Betätigung des Buttons "Fremdinhalte aktivieren" geben Sie Ihre Einwilligung, dass Ihnen Inhalte von Drittanbietern (Soziale Netzwerke, Videos und andere Einbindungen) angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an die entsprechenden Anbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät notwendig. Mehr Informationen und eine Widerrufsmöglichkeit finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

x