Zweibrücken / Contwig
Lkw-Gespann mit vier Neuwagen landet in Graben (mit Unfallbildern)
Der Sattelschlepper, der einen Anhänger mit vier Autos zog, war auf der L471 von der Zweibrücker Dorndorfkreuzung unterwegs in Richtung Contwig, als er von der Straße abkam und seitlich im Graben liegen blieb. Der 62-jährige Fahrer steht unter Schock, blieb aber unverletzt. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht. Im Einsatz waren die Feuerwehren aus Zweibrücken und der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land mit fünf Fahrzeugen und 18 Einsatzkräften, die Polizei mit einer Streife und der Landesbetrieb Mobilität mit sieben Mann, um die Straße abzusperren. Außerdem war die Tierrettung Contwig vor Ort, weil der Fahrer einen Hund dabei hatte. Laut Kai Harstick von der Tierrettung wurde der Hund des Fahrers, ein mittelgroßer Mischling, in der Tierklinik Elversberg untersucht, habe aber weiterhin medizinisch überwacht werden müssen. Da die Tierklinik in Elversberg keine Aufnahmekapazitäten für eine solche Überwachung habe, sei der Hund in die Tierklinik in Zweibrücken gebracht worden.
Wie die Polizei auf RHEINPFALZ-Nachfrage mitteilt, war der Fahrer wegen eines medizinischen Notfalls von der Straße abgekommen. Das vermuteten die Rettungssanitäter vor Ort. Die Polizisten vor Ort schätzten den Schaden, der durch den Unfall entstanden ist, auf rund 250.000 Euro, da das Gespann vier Neuwagen geladen hatte, die allesamt beschädigt worden seien.
Die Straße von Contwig nach Zweibrücken war zwischen der Ampelkreuzung am Dorndorf in Niederauerbach und dem Ortsausgang Contwig bis 16 Uhr gesperrt. Ein Logistikunternehmen aus Blieskastel musste zunächst die vier Autos auf dem Anhänger bergen, danach wurde der Laster samt Anhänger mit zwei Autokranen aus dem Graben gehievt. Eine Ausweichstrecke führte über die alte B10 am Bahnübergang Contwig in Richtung Fasanerie. Außerdem gab es die Möglichkeit, über Oberauerbach oder über den Flugplatz zu fahren. Wer aus anderen Dörfern aus dem Schwarzbachtal kommt, konnte auch auf die A8 ausweichen.
„Jetzt kommt ja die alte B10 heute doch wieder verstärkt zum Einsatz. Die Straße, die man eigentlich nicht mehr braucht“, schrieb Contwigs Bürgermeisterin Nadine Brinette am Morgen der RHEINPFALZ mit einem Augenzwinkern. Sie bezog sich unter anderem auf einen Kommentar in der RHEINPFALZ Mitte Januar und auf die Entscheidung des Zweibrücker Stadtrats, die alte B10 auf städtischer Seite vorerst nicht zu sanieren, weil niemand die Straße brauche. „Ich will keinen Unfall herbeisehnen“, sagt die Bürgermeisterin, aber hier sehe man, dass die Straße doch noch gebraucht werde. Sie erinnert daran, dass die K74 hoch zum Outlet in absehbarer Zeit saniert werden soll und und dass der Ortsbeirat Oberauerbach eine Sanierung des städtischen Teils der Straße zwischen Contwig und Oberauerbach fordert. Dann würden diese Ausweichmöglichkeiten wegen Bauarbeiten entfallen. Auch der Contwiger Frank Scherthan sieht die Sperrung als Argument, nicht auf die alte B10 zu verzichten. Es sei nur eine Frage der Zeit, wann auch die gerade erst vor zehn Jahren sanierte L471, die jetzt wegen des Unfalls gesperrte Hauptstrecke, erneuert werden muss. Die alte B10 sei die beste Umleitung für alle.