Südwestpfalz
Landtagswahl: Von den roten Hochburgen ist fast keine geblieben
Südwestpfalz. Deutliche Verluste für die Sozialdemokraten, noch deutlichere Zugewinne für die AfD, das kennzeichnete die Ergebnisse der Landtagswahl in den Verbandsgemeinden Thaleischweiler-Wallhalben und Waldfischbach-Burgalben. Sie gehören wie die Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land und die Stadt Zweibrücken zum Wahlkreis Zweibrücken. Das Direktmandat sicherte sich zum dritten Mal in Folge der Zweibrücker Arzt Christoph Gensch von der CDU. Auf ihn entfielen 38,1 Prozent der Erststimmen. Damit lag Gensch deutlich vor Sergej Weber von der AfD (24,1) und Daniela Stauch von der SPD (23,5), die aber über die Landesliste der SPD den Einzug in den Landtag geschafft hat.
CDU-Hochburg ist Weselberg, wo sie 44,1 Prozent der Zweitstimmen erhielt. In Winterbach fuhr sie mit 20,2 Prozent ihr schwächstes Ergebnis in den beiden Verbandsgemeinden ein.
Rieschweiler-Mühlbach bleibt rot
Die SPD büßte massiv an Boden ein, in manchen Orten lagen die Verluste im zweistelligen Prozentpunktebereich. So halbierte sich der Zweitstimmenanteil in Hettenhausen, wo sie 18,9 Prozentpunkte einbüßte. Ihr schwächstes Ergebnis fuhr sie in Schauerberg (elf Prozent) ein, ihr stärkstes in Rieschweiler-Mühlbach mit 38,6 Prozent. Die Zuwächse der AfD lagen fast überall im zweistelligen Prozentpunktebereich. Bei den Zweitstimmen war ihr schwächstes Ergebnis in Hermersberg (18 Prozent), ihr bestes in Obernheim-Kirchenarnbach (39,1 Prozent). Den größten Zuwachs erzielte sie in Herschberg mit 23 Prozentpunkten. Grüne Hochburg ist Hermersberg, dort kam sie auf 5,8 Prozent der Zweitstimmen. In Hettenhausen hatten nur 1,5 Prozent der Wähler die Grünen angekreuzt.
Erststimmen: Schwarzer Wahlkreis
Betrachtet man die Erststimmenergebnisse auf Verbandsgemeinde-Ebene, dann ist die Wahlkreiskarte schwarz. In allen Verbandsgemeinden hatte CDU-Mann Gensch die Nase vorne. Ein differenziertes Bild ergibt sich auf Gemeindeebene. In der Verbandsgemeinde Waldfischbach-Burgalben ist Schmalenberg zur AfD-Hochburg geworden. Sergej Weber erhielt mit 33,3 Prozent die meisten Erststimmen, sein persönliches Ergebnis lag sogar noch über dem seiner Partei bei den Landesstimmen (32,1).
Die SPD-Hochburg Höheinöd blieb zwar bei den Zweitstimmen rot, bei den Erststimmen entschieden sich 33 Prozent der Wähler für Gensch, 29,2 Prozent setzten ihr Kreuz bei Daniela Stauch. Vor fünf Jahren wählten noch 40,4 Prozent SPD-Kandidatin Rebecca Wendel. Von den drei Gemeinden, die 2021 die SPD-Kandidatin präferierten, ist keine geblieben. In Geiselberg und Höheinöd lag Gensch vorne, in Schmalenberg AfD-Kandidat Weber.
Ein ähnliches Bild ergibt sich in der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben. Aus vier Gemeinden, die 2021 die SPD-Kandidatin wählten, wurde noch eine: Rieschweiler-Mühlbach, der Heimatort von Daniela Stauch. Stand es vor fünf Jahren beim Zweitstimmenvergleich noch 10:10 zwischen CDU und SPD, hat sich das Bild gewandelt. Nur noch drei Orte sind rot, fünf sind blau (AfD), zwölf schwarz. Zwei einstige SPD-Hochburgen – Herschberg und Höheischweiler fielen sowohl bei den Erst- wie bei den Zweitstimmen an die AfD. In Herschberg verbuchte die AfD bei den Landesstimmen einen Zuwachs von 23 Prozentpunkten, in Höheischweiler legte sie um 17,5 Prozentpunkte zu.