Rodalben RHEINPFALZ Plus Artikel Landes-Gesellschaft für kleine Krankenhäuser ?

Gebäude kleiner Krankenhäuser könnten in einer Gesellschaft gebündelt werden, schlägt der Landrat aus der Eifel vor.
Gebäude kleiner Krankenhäuser könnten in einer Gesellschaft gebündelt werden, schlägt der Landrat aus der Eifel vor.

Statt der beabsichtigten Krankenhaus-Schließung sollte über die Aufnahme der kleinen Krankenhäuser in eine vom Land geführte GmbH gesprochen werden. Das fordert Joachim Streit, Landrat des ebenfalls von einer Krankenhaus-Schließung betroffenen Eifelkreises Bitburg-Prüm. Am Samstag erläuterte er der Bürgerinitiative „Pro Krankenhaus“ seine Sicht.

„Es darf keine weitere Schließung kleiner Krankenhäuser im Land mehr geben“, betonte Streit. Denn diese Einrichtungen würden maßgeblich zur flächendeckenden Gesundheitsversorgung beitragen und auch dem drohenden Ärztemangel auf dem Land entgegenwirken. Hätten doch die meisten Ärzte in der ländlichen Region die letzte Phase ihrer Ausbildung hier absolviert und sich dann in der Region niedergelassen.

Was die Hilfeleistungen betreffe, so sei nicht allein der Standort des Krankenhauses, das geschlossen werden soll, in den Fokus zu nehmen, sondern es seien gleichermaßen die Orte zu berücksichtigen, die „dahinter liegen“. Ergebnis seien mitunter erheblich längere Anfahrten in lebensbedrohlichen Situationen.

Der Landrat bezog sich auf „leidvolle Erfahrungen“ in seinem Eifelkreis mit der Schließung des Standorts St. Josef in Neuerburg. „Tiefe Betroffenheit“ habe diese Entscheidung ausgelöst. Das „zweijährige Ringen um Konzepte“ habe die Marienhaus GmbH dort kurzerhand abgebrochen.

Gesellschaft für Gebäude

Um kleinen Krankenhäusern nachhaltig eine Chance zu geben, fordert Streit Zugeständnisse bei den Vorhaltungen (Standards) und die Einführung eigener Fallpauschalsätze. Er setzte sich ein für die Verknüpfung von Krankenkassen und Pflegeversicherung, das Verweilen „bis zur Entlassung nach Hause“. Vor allem bedürfe es einer Landes-Krankenhaus- Gesellschaft, die Eigentümer jener Gebäude werde, die von Betreibern geführt würden.

Dieter Schmitt von der Bürgerinitiative „Pro Krankenhaus“ stellte dabei Parallelen mit Rodalben fest. Noch im Herbst 2019 habe Hoffnung bestanden, der in Aussicht gestellte Anteil für eine Sanierung des Hauses komme zustande, sagte er. 15 Millionen habe das Land schon an Fördermitteln angekündigt gehabt. Zur Finanzierung des Eigenanteils verzichteten Mitarbeiter auf ihr Weihnachtsgeld. Stadt, Verbandsgemeinde, Kreis und die Stiftung als Träger hätten „die schwierige Aufgabe damals gemeinsam stemmen sollen“, meinte Schmitt.

Während dieses Prozesses, so Schmitt weiter, sei der langjährige Geschäftsführer Michael Osypka ersetzt worden. Unter dessen Nachfolger sollte die Fusion mit dem Städtischen Krankenhaus in Pirmasens bis zum Jahresende „in trockene Tücher gebracht werden“, was sich aber offensichtlich verzögere.

„Die Politik hält die Bürgerinitiative außen vor“, bestätigte Schmitt auf Nachfrage, es gebe „keine Transparenz“. Hier merkte er an, dass er sich auch von den Bürgern noch mehr Unterstützung erwarte. „Die Online-Unterschriften-Aktion läuft gut, sie könnte aber eindrucksvoller dastehen“.

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