Südwestpfalz
Ladestationen für den Landkreis
Vier Schnellladestationen gibt es bereits von den Pfalzwerken in der Südwestpfalz. Rodalben, Hornbach, Hauenstein und Contwig sind die Standorte. In diesem Jahr soll eine Station an der Kreisverwaltung dazukommen, verkündete Landrätin Ganster. Dort könne dann auch das Elektrofahrzeug im Fuhrpark der Kreisverwaltung schnell Strom nachladen. Außerdem sei die Station für die Mitarbeiter der Kreisverwaltung oder die Bewohner des Sommerwalds nutzbar. Die nächsten Stationen werden in der Nähe der Tankstelle Bundenthal-Rumbach sowie an einem Supermarkt in Dahn errichtet werden.
In 20 Minuten aufladen
Mit den Schnellladestationen könne ein Mittelklassewagen innerhalb von 20 Minuten Strom für die nächsten 100 Kilometer tanken, erläuterte René Chassein, Vorstandsmitglied der Pfalzwerke bei der Unterzeichnung der Absichtserklärung zwischen dem Kreis Südwestpfalz und den Pfalzwerken. Die werden auch nicht überall Sinn machen. Die Pfalzwerke werden beispielsweise vor einem Schwimmbad oder am Friedhof, wo die Fahrer in der Regel deutlich länger als eine halbe Stunde bleiben, eher zu einer Normalladestation tendieren, die dann auch billiger zu realisieren ist. 45.000 Euro kostet im Schnitt eine Schnellladestation. Den Betrag bezahlen die Pfalzwerke, wobei sich Chassein bis zu 40 Prozent an Förderung aus Bundes- und Landesprogrammen erhofft. Aus dem Kreishaushalt fließt kein Cent für den Ausbau der Ladeinfrastruktur. Der Kreis unterstütze aber die Pfalzwerke bei der Suche nach den besten Standorten und helfe bei den Verhandlungen mit den Kommunen, die das Grundstück stellen müssen, versicherte Ganster.
Nicht nur für Kunden der Pfalzwerke
An den Stationen können laut Chassein nicht nur Kunden der Pfalzwerke ihre Autos aufladen. Es werde ein System realisiert, mit dem jedermann tanken und bezahlen könne. Falls ein Fahrer keines der Standardzahlsysteme für E-Fahrzeuge hat, könne zur Not auch über Paypal bezahlt werden, erläuterte der Pfalzwerke-Vorstand.
Wie viele Ladestationen insgesamt im Kreis installiert werden, konnten Ganster und Chassein gestern noch nicht sagen. Das hänge auch davon ab, wie die Bewohner des Kreises sich Elektrofahrzeuge anschaffen. „Das wird sich aber exponentiell ändern“, zeigt sich Chassein zuversichtlich für einen sehr schnell wachsenden Anteil an Elektrofahrzeugen in südwestpfälzischen Garagen. Derzeit hänge der Anstieg noch an den Lieferproblemen der Hersteller, so Chassein. Laut Ganster gab es im Oktober 2018 gerade mal 51 reine Elektrofahrzeuge im Kreis. Im Juni vergangenen Jahres waren es 74 und aktuell seien 122 E-Fahrzeuge im Kreis unterwegs. In der Südwestpfalz mit den vielen Pendlern seien eben auch viele Autofahrer auf die Fahrt über sehr weite Strecken angewiesen und bräuchten eine entsprechende Reichweite, meinte Ganster einschränkend in Bezug auf die Chancen der E-Fahrzeuge in der Südwestpfalz.
Auch Stationen für Pedelecs
Die Pfalzwerke wollen nicht allein auf Elektroautos setzen. Die Infrastruktur für Pedelecs mit weiteren Ladestationen soll ausgebaut werden, kündigte Chassein an. Was laut Ganster auch Sinn macht, da immer mehr der elektrisch betriebenen Fahrräder im Kreis zu sehen seien. Außerdem verwies der Pfalzwerke-Vorstand auf das nächste große Thema der Elektromobilität: die elektrisch betriebenen Lastwagen. Die ersten Fahrzeuge dieser Art werden laut Chassein im kommenden Jahr zu kaufen sein. Hier müsse eine ganz andere Infrastruktur aufgebaut werden, da unter anderem auch Ladekabel mit Kühlung zur Verfügung stehen müssten, um die großen Strommengen in kurzer Zeit in die Lkw-Batterien zu laden.