WALLHALben / Thaleischweiler RHEINPFALZ Plus Artikel Löschfrösche und Wallwer Bambinis sind die Zukunft der Feuerwehren

Zwischen sechs und zehn Jahre alt sind die jüngsten Mitglieder der Feuerwehr in Thaleischweiler-Fröschen. Die Löschfrösche, wie
Zwischen sechs und zehn Jahre alt sind die jüngsten Mitglieder der Feuerwehr in Thaleischweiler-Fröschen. Die Löschfrösche, wie sich die Bambinis nennen, wollen mit viel Spaß lernen, was es heißt bei der Feuerwehr anderen Menschen zu helfen.

Früh übt sich, was ein richtiger Feuerwehrmann oder eine richtige Feuerwehrfrau werden will. Zwischen sechs und zehn Jahre alt sind 47 neue Mitglieder in der Blaulichtfamilie der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben. Die Feuerwehr Thaleischweiler-Fröschen freut sich über 22 junge Löschfrösche und die Feuerwehr in Wallhalben ist seit Samstag um 25 Wallwer Bambini gewachsen.

Inzwischen gibt es in der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben drei Bambini-Wehren. „In denen bereiten wir die Kinder mit ganz viel Spaß auf die Jugendfeuerwehr und hoffentlich den aktiven Dienst vor“, sagte Verbandsbürgermeister Patrick Sema (SPD).

Die erste Bambini-Wehr, die offiziell gegründet worden war – die Löschfrösche und die Wallwer Bambini treffen sich auch schon über ein Jahr regelmäßig –, war die Bambini-Einheit in Rieschweiler-Mühlbach. Der dortige Nachwuchs kam nach Thaleischweiler-Fröschen, um beim offiziellen Gründungsakt der Löschfrösche den neuen Feuerwehrkollegen aus Thaleischweiler-Fröschen und Wallhalben hallo zu sagen. 79 junge Feuerwehrleute sind nun offiziell im Dienst, freute sich der Beigeordnete Heino Schuck (SPD), der für den Brand- und Katastrophenschutz in der Verbandsgemeinde zuständig ist. Hans-Georg Balthasar, Präsidiumsmitglied im Landesfeuerwehrverband, überreichte den jungen Feuerwehrleuten im Wallhalber Feuerwehrgerätehaus und im Dorfgemeinschaftshaus in Thaleischweiler-Fröschen die Gründungsurkunde.

Die Uniform hält – das Knie nicht

Unschwer zu erkennen sind die Nachwuchsfeuerwehrleute der Verbandsgemeinde, die sichtlich mit Stolz ihre rot-gelbe Übungsuniform tragen. Auf die Frage, wer später mal selbst das große Feuerwehrauto fahren möchte, gingen alle kleinen Hände hoch. Die Schutzkleidung hat die Verbandsgemeinde finanziert. Dass es gutes Material ist, zeigte sich gleich bei einem Sturz auf dem Asphalt. Die Uniform hielt, das Knie darunter litt etwas. Aber künftige Feuerwehrleute kennen keinen Schmerz.

Erkennbar sind die Nachwuchsfeuerwehrleute aus den neuen Bambinieinheiten auch an signalgelben Mützen. In Wallhalben versorgte ein privater Sponsor die Wehr mit Mützen und Wallwer Bambini-Aufdruck. In Thaleischweiler-Fröschen spendierte die Ortsgemeinde Mützen und T-Shirts. „Wir sind schon stolz auf unsere jüngsten Feuerwehrleute“, sagte Bürgermeister Thomas Peifer (CDU). Seine Amtskollegin aus Wallhalben, Christine Agne (FWG) hatte den jungen Feuerwehrleuten aus ihrem Ort einen Luftballon in Form eines Feuerwehrautos mitgebracht und sicherte den Feuerwehr-Bambinis und den Betreuern Unterstützung zu: „Wenn ihr was braucht, meldet euch“.

Unterstützung durch die aktive Wehr

Ohne Betreuer, unterstrich Verbandsbürgermeister Sema in Wallhalben und Thaleischweiler-Fröschen, „funktioniert das alles nicht“. In Wallhalben kümmern sich Melanie Helfrich sowie Sandra und Manuel Schäfer um die Jüngsten. In Thaleischweiler-Fröschen sind Keisha Fydika, Steffi Weislogel, Yvonne Schwab, Stefan und Kara Becherer sowie Jasmin König im Einsatz, um aus Löschfröschen im Laufe der nächsten Jahre gestandene Feuerwehrleute zu machen. Mit Spaß, den die Kids schon hatten beim Feuer löschen, bei ersten Hilfsübungen, „und in diesem heißen Sommer waren die Übungen, bei denen viel Wasser aus dem Feuerwehrschlauch kam, immer gut besucht“, verrieten die Betreuer. Patschnass, aber glücklich und bei 40 Grad gut abgekühlt kam mancher Löschfrosch oder Wallwer Bambini nach Hause. Unterstützung von Seiten der aktiven Wehr für die jüngsten Teammitglieder sicherten auch die Wehrführer Markus Helfrich (Wallhalben) und Christian Dreher (Thaleischweiler-Fröschen) zu.

Die drei Bambiniwehren stehen natürlich allen Kindern offen. Auch denen aus anderen Orten. Aktuell gibt es in der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben 21 aktive Wehren, sagte Schuck.

Keine Konkurrenz zu anderen Hobbies

Kreisweit habe man sich 2019 entschlossen den Feuerwehr-Bambinis mehr Zeit und Aufmerksamkeit zu widmen, erinnerte Thaleischweiler-Wallhalbens Wehrleiter Harald Borne. In die Jugendfeuerwehr kann eintreten, wer mindestens zehn Jahre alt ist. Man habe festgestellt, dass in diesem Alter viele Kinder bereits bei anderen Hobbies ihr Zuhause gefunden haben. „Wir wollen dem Fußball und anderen Freizeitaktivitäten keine Konkurrenz machen, aber wir wollen zeigen, dass es auch die Feuerwehr gibt und dass es Spaß macht, in der Feuerwehr zu sein“, sagte Borne.

Wer Fußball spiele, wollte Landrätin Susanne Ganster von den Nachwuchsfeuerwehrleuten wissen. Viele Arme gingen nach oben. Auch bei ihrer Frage, wer ein Instrument spiele. Aber mit der Feuerwehr, sagte sie, „da habt ihr euch ein tolles Hobby ausgesucht. Eines, bei dem ihr später mal anderen Menschen helfen könnt. Und das ist etwas ganz Besonderes“, ermutigte sie den Nachwuchs, mit viel Freude dabei zu bleiben. Die jungen Feuerwehrleute wurden auch von Sandra Sebald, die sich im Kreis verstärkt um das Bambini-Thema bei der Wehr kümmert, und dem für die 47 Jugendfeuerwehren zuständigen Kreisjugendfeuerwart Dominik Kühnel begrüßt.

Sebalds Heimatfeuerwehr ist Contwig. Auch in der VG Zweibrücken-Land gibt es zwei Bambini-Wehren. In Bechhofen und Dellfeld, so dass für kleine Feuerwehr-Fans im südlichen und nördlichen Bereich der VG Möglichkeiten bestehen, ein Teil der Blaulichtfamilie zu werden.

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