Kreis Südwestpfalz Kreis will Bunker mit Beton verplomben

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Der frühere Nato-Bunker bei Ruppertsweiler ist wieder aufgebrochen worden. Unbekannte Täter haben den Erdwall vor dem Bunker abgegraben und eine massive Stahltür in der Betonwand mit Gewalt geöffnet. Der Kreis will den Bunkereingang jetzt endgültig – so wie die anderen Eingänge – mit einer massiven Betonplombe verschließen. Eine zivile Nutzung sei nicht in Sicht.

Vor sechs Jahren war der Bunker von der Kreisverwaltung geöffnet worden, nachdem er fünf Jahre zuvor von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben schon einmal „endgültig“ mit einer Betonplombe und Übererdung verschlossen worden war. Der frühere Nato-Offizier Jörg Meinke wollte in dem Bunker ein Hochsicherheitsrechenzentrum einrichten, über 100 Arbeitsplätze schaffen und ein weltweit einmaliges Modell für Sicherheit im IT-Bereich realisieren. Daraus wurde nichts (wir berichteten mehrfach). Die Kreisverwaltung versuchte dann 2014, mit einem Markterkundungsverfahren Interessenten für das Projekt zu gewinnen. Die vorgeschlagenen Nutzungen waren aber entweder unrealistisch oder die Investoren zogen ihr Angebot wieder zurück, wie Ulla Eder, Pressesprecherin der Kreisverwaltung, informierte. Die Öffnung im Jahr 2010 hatte die Kreisverwaltung veranlasst. Die Kosten betrugen inklusive einer gutachterlichen Untersuchung zwischen 15 000 und 20 000 Euro, so Eder. 50 Prozent davon bezahlte Meinke, 40 Prozent das Mainzer Wirtschaftsministerium und zehn Prozent kamen aus dem Kreishaushalt. Für die erneute „endgültige“ Schließung sei der Kreis zuständig, teilte Heike Spannagel von der Pressestelle des Mainzer Umweltministeriums mit, das für Landesforsten derzeit Eigentümer des Bunkers ist. In einer Vereinbarung zwischen Land und Kreis sei geregelt, dass der Kreis sich um die Sicherung des Bunkers kümmern müsse, so Spannagel. Was das kosten wird, konnte Eder gestern noch nicht sagen, „aber wir sind da dran“. Derzeit sei man dabei, Angebote einzuholen. Viel Zeit kann sich der Kreis damit nicht lassen. Nach früheren Aufbrüchen der Stahltür war der Bunkereingang mit einem Felsbrocken und Übererdung gesichert worden. Die haben Unbekannte nun wieder mal überwunden, wie vor Ort zu sehen ist. Kerzen stehen am Eingang für Rundgänge in der riesigen Bunkeranlage mit ihren über zehn Meter hohen Hallen bereit. Der Einstieg ist jedoch sehr schmal. Bei früheren Aufbrüchen scheinen die Täter richtige Partys in der Bunkeranlage gefeiert zu haben. Entsprechende Fotos mit bunten Lichteffekten an den stählernen Bunkerwänden waren anschließend im Internet aufgetaucht. Die Täter hatten sich allerdings nicht nur der Sachbeschädigung für die aufgebrochene Tür, sondern auch des Hausfriedensbruchs schuldig gemacht. Ein nicht ungefährliches Unterfangen sei das illegale Betreten des Bunkers, wie der zuständige Forstamtsleiter Theodor Ringeisen gestern warnte. Allein der Einstieg könne zu Verletzungen führen. Der Aufbruch sei der Kreisverwaltung vom Forst schon gemeldet. „Ich warte auf eine Antwort“, so Ringeisen. Aufgrund des Vertrages zwischen Land und Kreis liege die Verantwortung für die Verkehrssicherung beim Kreis. „Da muss wieder eine Betonplombe vornean und Erde drüber. Alles andere hilft nichts“, so Ringeisens Einschätzung. Die Wirtschaftsförderung der Kreisverwaltung teilte gestern mit, dass der erneute Aufbruch seit Anfang März bekannt sei. (kka)

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