Kreis Südwestpfalz Kreis-Sprecherin geht zur Kommunalaufsicht
Sie hat zwölf Jahre lang den Landkreis Südwestpfalz bestmöglich an die Medien „verkauft“ und nicht unwesentlich zum Image der Verwaltung beigetragen: Nun hört Ulla Eder als Pressesprecherin und persönliche Referentin des scheidenden Landrats Hans Jörg Duppré auf. Ob die neue Aufgabe wirklich eine Belohnung für ihre treuen Dienste ist, wird sich zeigen: Sie übernimmt die Leitung der Abteilung Recht und Ordnung mit 15 Mitarbeitern.
Als Chefin der Kommunalaufsicht hat sie es zum Beispiel mit aufgebrachten Bürgermeistern zu tun, die sich mit bisweilen drastischen Worten über diese Haushaltsschreiben mit den hässlichen Sparforderungen auslassen. Das musste bislang Norbert Zwick aushalten, der nun in den Ruhestand geht. Seine Abteilung wird wieder geteilt: Die andere Hälfte mit Verkehr und Katastrophenschutz übernimmt Thomas Keller. Mitarbeiter Ralf Nagel leitet dann die Umweltabteilung. „Akribisch, akkurat, pünktlich – die neue Aufgabe passt genau.“ Das sagt nicht Ulla Eder über sich („ich trau’ mir ja immer weniger zu, als es andere tun“), sondern der Landrat. Eder selbst gesteht ein, ganz froh zu sein, die Last des bisherigen Amts loszuwerden, denn „im Kopf nimmt man doch ständig irgendwelche Sachen mit nach Hause“. Der Job sei schon ziemlich aufreibend. Wenn per Telefon oder E-Mail eine Anfrage nach der anderen eintrifft, stapeln sich schon mal die Zettel mit den zu erledigenden Aufgaben auf dem Schreibtisch. Und da sich Eder als zuverlässige und korrekte Beamtin an den Auskunftsanspruch der Presse hält, hat sie gar kein gutes Gefühl, wenn am Abend etwas unerledigt liegenbleibt. Dazu kommen Beschwerden von Bürgern, die sie entgegennimmt, und Anfragen an ihren Chef, die sie zunächst mit den Sachbearbeitern klären muss: „Ich habe dem Landrat schon einiges vom Hals gehalten.“ Die 40-Stunden-Woche ist für all das oft zu kurz – kein Wunder also, dass sie für Journalisten fast immer in ihrem Büro anzutreffen war. Bei allem Stress habe sie ihre Generalisten-Arbeit mit Freude gemacht. „Schließlich ist man immer über alle Themen auf dem Laufenden, erhält viele Informationen zuerst, kommuniziert innerhalb und außerhalb der Verwaltung. Das werde ich vermissen.“ Dass sie eine verbindliche, aber umgängliche Art hat, mit Menschen umzugehen, könnte ihr die neue Aufgabe erleichtern. „Der Ton macht die Musik“, weiß Ulla Eder – und hat sich, auch zu ihrem eigenen Vorteil, als Pressesprecherin immer an diese Binsenweisheit gehalten. Den neuen Pressesprecher wird Susanne Ganster bestimmen, die ihr Amt im Oktober antritt. Ulla Eders Empfehlung für den Nachfolger: immer gelassen bleiben, loyal sein, niemals Interna ausplaudern – und immer bei der Wahrheit bleiben.