Südwestpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Kooperation statt Konkurrenz: Das machen die Wirtschaftsjunioren

Kristin Kaysser aus Waldfischbach-Burgalben ist die Landesvorsitzende der Wirtschaftsjunioren in Rheinland-Pfalz.
Kristin Kaysser aus Waldfischbach-Burgalben ist die Landesvorsitzende der Wirtschaftsjunioren in Rheinland-Pfalz.

Kristin Kaysser ist Vorsitzende der Wirtschaftsjunioren Rheinland-Pfalz. Die 34-Jährige erzählt, was die Organisation ausmacht und für wen sie sich lohnt.

Kristin Kaysser leitet seit 2017 gemeinsam mit ihrem Bruder Konstantin Kaysser in zweiter Generation das Unternehmen Kaysser Heimtiernahrung in Waldfischbach-Burgalben. Die Firma vertreibt als Großhändler deutschland- und europaweit Heimtiernahrung an Unternehmen. Das Geschäft gibt es seit 36 Jahren, erklärt Kristin Kaysser. Mit dieser Familien-Unternehmensgeschichte ist die 34-Jährige nicht allein in der Region.

Die jungen Führungskräfte aus Pirmasens, Zweibrücken und dem Landkreis Südwestpfalz haben sich 2019 als Wirtschaftsjunioren im Kreis Südwestpfalz zusammengeschlossen: „Wir sind junge Führungskräfte unter 40 Jahren“, sagt Kaysser. Dazu zählen Unternehmensnachfolger genauso wie Gründer, Führungskräfte und Selbstständige. Das Ziel: Sich miteinander vernetzen und gegenseitig von den Erfahrungen der anderen profitieren.

Deutschlandweit vertreten

„Wir setzen uns sozial, gesellschaftlich, wirtschaftlich und politisch ein“, sagt Kristin Kaysser, die Gründungsmitglied in der Region ist. Aktuell bestünden die Wirtschaftsjunioren im Kreis Südwestpfalz aus 23 Mitgliedern, deutschlandweit zähle die Organisation 7000 Personen. Kristin Kaysser engagiert sich seit 2021 im Landesvorstand Rheinland-Pfalz, in diesem Jahr ist sie Landesvorsitzende der Wirtschaftsjunioren Rheinland-Pfalz und begleitet dort Projekte auf Landesebene. Die Landesebene fungiere als Schnittstelle zwischen den Kreisen und der Bundesebene, so gehe es unter anderem darum, Menschen miteinander zu vernetzen und in Kontakt zu bringen.

Als Mitglied des Landesvorstandes sei sie automatisch Teil des Bundesvorstandes. Diesem würde sie im kommenden Jahr gern als gewähltes Mitglied angehören, das für ein spezielles Ressort zuständig ist. Sie wolle für das Ressort „Mitglieder“ kandidieren, erzählt Kaysser. In diesem Ressort stecke sehr viel Herz, es gebe enge Kontakte zu den Mitgliedern, auch Ehrungen sowie Preisverleihungen seien Teil des Zuständigkeitsbereiches.

Schwägerin Vorsitzende auf Bundesebene

Ihre Schwägerin, Constance Kaysser, ist in diesem Jahr Bundesvorsitzende der Wirtschaftsjunioren und hat sich das Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf auf die Fahne geschrieben. „Das beschäftigt viele Eltern“, sagt Kristin Kaysser. Weiter seien die Entbürokratisierung und die fehlende Digitalisierung, auch im Unterricht an Schulen, wichtige Punkte, die viele Unternehmer umtrieben.

Einmal im Jahr gebe es für die Wirtschaftsjunioren die Möglichkeit, den Bundestag zu besuchen und dort eine Woche lang Abgeordnete zu begleiten, um sich über die politische Arbeit zu informieren und gegenseitig auszutauschen. Gleiches gelte für die Landesebene, auch hier gebe es die Möglichkeit zum Wissenstransfer im Landtag in Mainz.

Mit dem Wirtschaftsquiz „Wirtschaftswissen im Wettbewerb“ richten sich die Wirtschaftsjunioren jährlich an die kommende Unternehmensgeneration: Dabei können Schülerinnen und Schüler ihr Wirtschaftswissen unter Beweis stellen, erklärt Kaysser.

Zwei Formate etabliert

In Pirmasens und der Südwestpfalz haben sich in den vergangenen Jahren zwei Projekte fest etabliert. Zum einen das Format „Wirtschaftsjunioren Insiders“: Bei Unternehmensbesuchen erhielten die Teilnehmenden Einblicke in Firmen in der Region. Zwei Fragen schwingen dabei immer mit: „Wie machen es die anderen und was kann ich daraus lernen“, fasst Kaysser zusammen. Denn viele Themen seien in den Firmen ähnlich, da könne häufig Wissen geteilt werden.

Mit Gleichgesinnten unterwegs zu sein und Probleme gemeinsam zu besprechen gehört zu dem, was für sie die Wirtschaftsjunioren ausmachen. „Wir sind branchenoffen und es gibt bei uns kein Konkurrenzdenken“, betont Kaysser. Stattdessen seien über die Wirtschaftsjunioren schon positive Dinge entstanden, beispielsweise Gründungen von Start-ups. „Die Wirtschaftsjunioren sind lebensverändernd“, sagt Kaysser mit einem Schmunzeln.

Akademie für neue Mitglieder

Das zweite Format nennt sich „Wirtschaftsjunioren Nähkästchen“, in dem Menschen aus dem öffentlichen Leben, beispielsweise Politiker, von ihren Erfahrungen berichten. An den Veranstaltungen ihres Heimatkreises nehme sie gerne teil, erzählt Kaysser.

Für neue Mitglieder gebe es einmal im Jahr eine Akademie, bei der über den Verband und seine Strukturen informiert werde und bei dem bereits erste Kontakte geknüpft werden können. In diesem Jahr finde die kostenpflichtige Südwestakademie vom 20. bis zum 21. Juni in Saarbrücken statt.

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