Sparkasse
Kompromiss fürs Holzland: Geldautomat soll fürs Erste bleiben
Susanne Ganster, Landrätin des Kreises Südwestpfalz, hat sich mit diesem Kompromissvorschlag am Dienstag an die politischen Vertreter der Holzlandgemeinden Heltersberg, Geiselberg und Schmalenberg gewandt. Der Plan sei auf positive Resonanz gestoßen. Auch die drei Organisatoren der Demos, mit denen Bürger in den vergangenen Wochen den Erhalt des Geldautomaten in Heltersberg forderten, waren zum Gespräch eingeladen. Der Vorschlag der Landrätin und Sparkassen-Verwaltungsratsvorsitzenden ist noch nicht in trockenen Tüchern: Ende März soll der Verwaltungsrat darüber entscheiden, so Ganster.
Über 60 Prozent der Heltersberger Sparkassen-Kunden erledigen der Landrätin zufolge ihre Bankgeschäfte online. Auch habe sich die Verwendung von Bargeld verringert, das zudem auch in Supermärkten mitgenommen werden kann. „Da brauchen Sie keine Filiale mehr“, sagt Ganster zum Abzug von Personal aus den Dörfern. Die Landrätin betont aber: „Ich verstehe den Protest, und ich verstehe die Ängste der Bürger.“ Deshalb wolle sie dem Verwaltungsrat der Sparkasse Südwestpfalz vorschlagen, zumindest Geldautomat und Kontoauszugsdrucker in Heltersberg zu belassen.
Kompromiss soll Einzelfall bleiben
Es handele sich aber um eine Einzelfallentscheidung, unterstreicht Ganster. Der Kompromiss solle keine Auswirkungen auf andere Gemeinden haben, die ihre Sparkassenfiliale verlieren. Die Sparkasse hatte im Oktober angekündigt, acht ihrer 20 Geschäftsstellen, in denen noch Bankmitarbeiter präsent sind, zu schließen. Heltersberg wird mit Waldfischbach-Burgalben zusammengelegt. In SB-Filialen umgewandelt werden unter anderem die Standorte Münchweiler, Rieschweiler-Mühlbach, Winzeln, Lemberg, Wallhalben und Fischbach.
Trotz des Erhalts des Automaten und des SB-Terminals solle der Sparkassenbus Heltersberg, wie geplant, donnerstags anfahren. Dieses Angebot richtet sich laut Ganster vor allem an ältere Bürger, die dort einen Ansprechpartner finden, der zum Beispiel hilft, Überweisungen zu tätigen. Ob die bisherigen Sparkassen-Räume in Heltersberg weiter verwendet werden, ist offen. Man stehe bei dieser Frage aber in gutem Kontakt zur Gemeinde.
Politik und Wirtschaft
Sie habe ihren Vorschlag mit ihrem Stellvertreter im Verwaltungsrat, dem Zweibrücker Oberbürgermeister Marold Wosnitza, abgesprochen. Gemeinsam wolle man den Kompromiss dem Verwaltungsrat vorlegen. Es sei „ein politisch vertretbarer Weg“, mit dem man Verantwortung für die Bürger übernehme.
Eigentlich wollten sich Vertreter der Sparkasse erst am Donnerstag mit den Organisatoren der Demonstrationen, Peter Jochum, Egbert Besier und Wolfgang Vatter, zu einem Gespräch treffen. Landrätin Ganster hat den Termin jedoch vorgezogen, wie sie berichtet. Die Sparkassenvorstände Peter Kuntz und Jürgen Keiper waren ebenfalls dabei und hätten Verständnis für den Vorschlag signalisiert. Kuntz und Keiper hätten verstanden, dass der Sparkassenvorstand nicht nur nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten handeln dürfe, sagt die Landrätin. Dennoch müsse die Sparkasse Südwestpfalz mehr Gewinn machen – unter anderem, weil sich der gesetzlich geforderte Eigenkapitalanteil erhöht hat. Die Bürgermeister der Holzlandgemeinden, Ralf Mohrhart (Heltersberg) und Peter Seibert (Schmalenberg), waren am Dienstag dabei, die Geiselberger Bürgermeisterin Marika Vatter wurde durch ihren Beigeordneten vertreten, so Ganster.
Bürgermeister: Gute Lösung
Ralf Mohrhardt spricht von einer guten Lösung, nicht nur für Heltersberg, sondern auch für die übrigen Holzlandgemeinden. Er gehe davon aus, dass der Verwaltungsrat den Kompromiss mittragen wird. Es sei dann an den Einwohnern, den Automaten zu nutzen, damit das Urteil über seinen Erhalt in zwei Jahren positiv ausfällt. Für die Dörfer sei es wichtig, die Infrastruktur zu erhalten. Mohrhardt berichtete, dass er während der ersten Demo zwar arbeiten musste, in Pirmasens habe er sich aber dem Protest angeschlossen.
An den vergangenen beiden Freitagen hatten jeweils über 100 Holzlandbewohner ihren Protest auf die Straße getragen – zunächst vor der Sparkassenfiliale in Waldfischbach-Burgalben, dann vor der Hauptgeschäftsstelle in Pirmasens. Bei diesen Gelegenheiten hatte sich kein Vertreter der Sparkasse der Kritik gestellt, was zu Unmut geführt hatte. Ganster erklärte das Schweigen der Verantwortlichen auf Nachfrage mit der Ferienzeit. Sie sei zunächst krank und dann in Urlaub gewesen, und auch die beiden Sparkassenvorstände Kuntz und Keiper seien verreist gewesen. Ganster erklärte, dass sie bei anderen Gelegenheiten – in Krisensituationen wie bei Sturm oder Hochwasser – ihren Urlaub abgebrochen habe, um vor Ort zu helfen. Den Protest der Holzlandbewohner nehme sie ernst, doch eine akute Krise, die einen Urlaubsabbruch rechtfertigt, habe sie darin nicht gesehen.
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