Kreis Südwestpfalz KOMMENTAr: Alarm im Kopf

Der Gedanke kommt reflexartig: „Ein Finanzinvestor saugt das
Unternehmen nur aus.“ Das kann stimmen. Muss es aber nicht.
Eine Beteiligungsgesellschaft? Da schrillen bei den Betroffenen bei CS Schmal in Waldmohr die Alarmglocken, da kommen ihnen sogleich die Heuschrecken in den Sinn – eine Metapher, die Franz Müntefering vor elf Jahren geprägt hat. Obgleich sich der damalige SPD-Chef später gezwungen sah klarzustellen, dass sich sein Vergleich nur auf eine kleine Gruppe von Investoren bezog, hat sich der gedankliche Reflex etabliert: Finanzinvestoren wollen schnell hohe Gewinne, um dann wieder auszusteigen; auf die Gefahr hin, dass die geschaffenen Strukturen dem Unternehmen langfristig schaden. Das muss aber nicht so sein. Hohe Rendite lässt sich zumindest mittelfristig auch erzielen, indem man Unternehmen auf solide Füße stellt. Es gibt Beteiligungsgesellschaften, die diesen Weg verfolgen. Ob der neue CS-Schmal-Eigentümer zu diesen zählt, muss die Zeit zeigen. Wenngleich: Dass Gramax als Investitionshorizont fünf Jahre angibt, Unternehmensvertreter auch eigenes Kapital investieren, legt zumindest die Vermutung nahe, dass es gerne schnell gehen darf mit der Rendite.