Südwestpfalz Kleines Förderprogramm für die schnelle Finanzspritze geht in die nächste Runde
„Zuletzt haben wir über vier Millionen Euro Fördermittel vergeben“, bilanzierte Landrätin Susanne Ganster den zurückliegenden Förderzeitraum für Projekte, die Geld aus einem Fördertopf der Europäischen Union für ländliche Regionen und des Landes Rheinland-Pfalz erhielten. Gefördert werden von kleinen Bürgerprojekten über Kleinstprojekte mit Gesamtkosten bis zu 20.000 Euro auch größere Leader-Projekte. Im vergangenen Förderzeitraum waren etwa der Ferienbahnhof in Dahn-Reichenbach, die Wasgau-Ölmühle in Hauenstein, das Hedwighaus in Erlenbach und der Sternenpark Pfälzerwald geförderte Großprojekte.
Doch es muss nicht immer in die Tausende gehen. „Für kleinere Bürgerprojekte gibt es eine Festbetragsförderung von 1500 bis 2000 Euro“, erklärte Ganster, die den LAG-Vorsitz führt. Das könnten etwa die Materialkosten sein, wenn Bürger zum Beispiel Insektenhotels bauen und aufstellen wollen. Um in den Genuss von Fördermitteln zu kommen, müssen die Projekte etwas mit den Zielen der LAG zu tun haben. „Positiv, lebendig, umweltstark, nah“ heißt das Leitbild, das zwei Entwicklungsziele verfolgen: Heimat für alle entwickeln und Zukunft für alle nachhaltig gestalten. Handlungsfelder sind dabei das Leben in den Dörfern, die regionale Wirtschaft, der nachhaltige Tourismus und der regionale Natur- und Klimaschutz.
Großes Interesse an Förderung
In den nächsten fünf Jahren stehen 3,75 Millionen Euro Fördermittel zur Verfügung. Den größten Anteil steuert die Europäische Union bei, das sind 2,75 Millionen Euro. Das Land Rheinland-Pfalz stellt eine Million Euro bereit, 180.000 Euro davon sind ausschließlich für Bürgerprojekte vorgesehen.
Das Interesse an der Förderung sei im Bereich der LAG Pfälzerwald plus groß. „Wir hatten in der vergangenen Förderperiode mehr Anträge bekommen, als wir Mittel hatten“, sagte Ganster. Sie ist ein bisschen stolz darauf, dass die LAG unter den insgesamt 21 Aktionsgruppen im Land zu denen mit den höchsten Abrufquoten gehört. „Es ist uns immer gelungen, das ganze Budget zu verausgaben. Manchmal haben wir auch einen Nachschlag bekommen, weil andere ihr Budget nicht ausgeschöpft haben“, berichtete sie.
Neben den Bürgerprojekten werden Kleinstprojekte, die maximal 20.000 Euro kosten, gefördert. Hier sind Zuschüsse von bis zu 75 Prozent möglich, je nachdem, wer Projektträger ist. Bei gemeinnützigen Projektträgern ist sogar eine Förderung von 80 Prozent möglich. Bei den großen Leader-Projekten winkt eine Maximalförderung, die auf 150.000 Euro gedeckelt ist.
500.000 Euro stehen bereit
Die erste Frist zur Einreichung von Projektideen endet am 11. Oktober. Jährlich gibt es je nach Projektgruppe ein bis zwei Förderaufrufe. Für die bis 11. Oktober eingereichten Projekte steht ein Fördermittelbudget von 500.000 Euro zur Verfügung. Am 15. November wird sich der LAG-Vorstand mit den Projektideen befassen, sie bewerten und eine Reihenfolge der Förderfähigkeit festlegen.
Die Geschäftsstelle der LAG sitzt im Pirmasenser Bananabuilding auf der Husterhöhe. Dort beraten Monika Satory und Ute Weisbrod-Mohr montags bis freitags von 8 bis 12 Uhr und nach Vereinbarung, helfen bei der Antragstellung und begleiten die Projektträger auch mal zu anderen Fördertöpfen, so wie dies etwa bei der Trualbhalle Trulben, beim Umbau der Kirche Wallhalben oder bei der Umwandlung einer alten Druckerei in Bad Bergzabern zu einem Begegnungszentrum geschehen ist.
Mitarbeit in Arbeitsgruppen
Landrätin Susanne Ganster ist gespannt, welche Projekte in diesem Jahr angemeldet werden. „Unser Ziel ist es wieder, das maximale Förderkontingent auszunutzen. Dafür braucht man gute Ideen vor Ort“, sagte sie. Und Ganster ist zuversichtlich, dass das Fördergeld schnell zugeteilt wird: „Das ist ein einfaches Programm, mit dem wir Gelder für die Region abrufen können.“
Bei der LAG geht es aber nicht nur um die Generierung und Verteilung von Fördermitteln. Wer möchte, kann auch mitarbeiten. Es haben sich drei Arbeitsgruppen gebildet, die mehrmals im Jahr zusammenkommen, um bestimmte Themen zu bearbeiten und Projekte und Initiativen mit regionaler Bedeutung anzustoßen. Eine Arbeitsgruppe hat sich der Dorfentwicklung und -gemeinschaft angenommen, eine der Natur- und Kulturlandschaft und die dritte dem Bereich Tourismus und Freizeit. Die Gelegenheit zum Austausch untereinander und mit Interessierten gibt es beim Regionalforum am Dienstag, 7. November, um 18 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Thaleischweiler-Fröschen.
Infos
Die LAG Pfälzerwald umfasst den Landkreis Südwestpfalz, die Verbandsgemeinden Annweiler und Bad Bergzabern im Kreis Südliche Weinstraße sowie die VG Lambrecht im Kreis Bad Dürkheim.
Im Internet unter www.pfaelzerwaldplus.de
Die LAG-Geschäftsstelle in der Delaware Avenue 12-18 ist unter Telefon 06331 809 343 und 809 309 zu erreichen.