Kreis Südwestpfalz Kleinbundenbacher wollen gehört werden

„Es kann nicht sein, dass eine Gemeinde, die keine Windkraft bekommen kann, keinen Lastenausgleich bekommt“, sagte Bürgermeister Karl Bißbort am Donnerstag bei der Ratssitzung in Kleinbundenbach, als er über die beiden Windkraft-Veranstaltungen in Käshofen und Großbundenbach informierte. „Im Moment ist aber noch gar nichts passiert“, bemerkte er, „alles ist noch ganz am Anfang.“
Es sei legitim, „dass jede Gemeinde die Angebote prüft“, sagte er mit Blick auf die Projektentwickler des Wiesbadener Unternehmens Abo-Wind, die derzeit in der Region unterwegs sind und für Windparks werben. In beiden Gemeinden stehen Grundsatzentscheidungen über die Windkraft an, als erstes berät der Gemeinderat Käshofen am Montag, 20 Uhr, im Dorfgemeinschaftshaus darüber. Spricht sich der Rat für die Windkraft aus, könnten die Projektentwickler ihre Planungen vorantreiben. Konkret werden die Windkraftpläne erst, wenn die Verbandsgemeinde einen geänderten Flächennutzungsplan auf den Weg gebracht hat, in dem Vorranggebiete für Windkraft ausgewiesen werden. Wo diese liegen, soll ein Windhöffigkeitsgutachten des Kaiserslauterer Planungsbüros Firu ermitteln. Es soll spätestens im April vorliegen. Bißbort sprach neben den möglichen sechs Windrädern in Großbundenbach und Käshofen auch die Windkraftpläne in direkter Nachbarschaft „Auf der weißen Trisch“ bei Kirrberg an. Er nannte die Projekte bei Weselberg und Riedelberg und vermutete, dass in den nächsten Jahren 60 neue Windräder im Umkreis gebaut werden. „Wir werden bekloppt, überall dreht es sich und rattert“, zeichnete er ein düsteres Bild. „Im Moment komme ich mir vor wie in einem schlechten Film“, sagte er. „Wenn wir es schon nicht verhindern können, dann sollte es zumindest so sein, dass es für uns eine finanzielle Anpassung gibt“, betonte Bißbort und kündigte an, dass zu gegebener Zeit auch die Bürger Kleinbundenbachs gehört werden sollen. (daa)