Contwig
Kindergarten: Der Rückbau kann beginnen
Eigentlich sollte der Kindergarten bereits im Betrieb sein, seit 2020 gilt jedoch Baustopp. Grund: Schimmel. Inzwischen seien alle Schäden an dem Gebäude aufgenommen, einem Rückbau der Dachkonstruktion stehe also nichts mehr im Wege.
Der grobe Ablaufplan sieht vor, dass zuerst das bereits aufgesetzte Dach abgebaut, ein neues auf das Gebäude aufgesetzt wird und anschließend der Bau „regulär“ weitergeht. Die Contwiger Bürgermeisterin hofft, dass kommendes Jahr der Betrieb in dem Gebäude starten kann.
Wer trägt die Mehrkosten?
Wer jedoch die Mehrkosten bezahlt, das ist noch nicht geklärt.
Fest steht: Der Neubau des Contwiger Kindergartens verlief alles andere als geplant. Die Meldung, dass der Bau der Kita gestoppt werden musste, kam vor zwei Jahren mehr als überraschend. Kurzerhand wurde das Rathaus zum Kindergarten umfunktioniert, weil bereits Kindergartenkinder für einen Platz in der Maßweilerstraße angemeldet waren.
Die bestellten Möbel wurden im Rathaus aufgebaut, weil dieses Gebäude jedoch nicht als Kindergarten konzipiert ist, musste unter anderem das Treppenhaus im Inneren sturzsicher gestaltet werden, eine Nottreppe an die Außenfassade des Rathauses angebaut werden und die Bücherei musste ihren Posten räumen, um Platz für die Kinder zu machen.
Brinette will Erstattung
Das alles gab es selbstredend nicht zum Nulltarif, diese Kosten kommen auf Schadenssumme obendrauf. Und generell scheint das Thema Schimmel Contwig wie ein Quälgeist zu verfolgen. Zuerst wurde er in der Grundschule entdeckt, dann im Kita-Neubau und später sogar im Stambacher Kindergarten. Die gute Nachricht: Laut Bürgermeisterin Brinette werden nur die Materialien teurer, die noch nicht bestellt sind. Der Rest gibt es zu dem Preis, wie er vor mehreren Jahren abgemacht war. Angesichts der stark steigenden Bau- und Materialkosten also ein kleines Trostpflaster für die Contwiger.
Dass der Bau so lange ruhen musste, daran ist laut Brinette die Gemeinde nicht schuld. Über ein Jahr lang wurde der Schaden in dem Gebäude analysiert, laut Brinette baten die anderen beteiligten Bau-Parteien immer wieder um eine Fristverlängerung. „Uns waren also die Hände gebunden, da was zu machen“, sagt Brinette. Zu den Kosten: Ursprünglich war geplant, dass der Kita-Neubau rund 1,8 Millionen Euro kostet. Dass der Kindergarten letztlich doppelt so teuer wird, glaubt Brinette nicht. Die Mehrkosten – unter anderem der erwähnte Bücherei-Umzug und Rathaus-Umbau – will die Bürgermeisterin für ihre Gemeinde zurückerkämpfen.