Kreis Südwestpfalz Kicken, bis der Rekord kommt

Beim ersten Versuch 2015 hat der Rekord nicht geklappt. Jetzt soll’s endlich hinhauen.
Beim ersten Versuch 2015 hat der Rekord nicht geklappt. Jetzt soll’s endlich hinhauen.

«Wallhalben.»Es ist ein Kraftakt. Sieben Tage muss das Spiel ununterbrochen laufen. Es werden Tore fallen. Viele Tore. Allein in den beiden vergangenen Weltrekordversuchen sind jeweils über 1000 Stück geschossen worden. Das muss auch immer der Spielansatz sein, wie Mitveranstalter Dirk Stiwitz berichtet. Alle Spieler auf dem Platz müssen immer spielen, keiner darf − sofern er gerade nicht ausgewechselt ist − herumsitzen und sich ausruhen. Ansonsten ist der Weltrekord ein weiteres Mal futsch. Der Anpfiff ist am 29. Mai auf dem Sportplatz in Winterbach im Saarland. Beim ersten Weltrekordversuch vor vier Jahren, bei dem gegen den Nachbarort Winterbach – also ein anderes Winterbach als das jetzige – eine Spielzeit von 75 Stunden angepeilt war, lief parallel ein Weltrekordversuch über 102 Stunden in England. Und kurz darauf spielten zwei schottische Teams sogar 105 Stunden gegeneinander. Der Rekord − kurz vor der Nase weggeschnappt. Ein Jahr später dann die nächste Pleite: Dieses Jahr sollte der Weltrekordversuch 108 Stunden lang gehen. Die Wallhalber spielten 111 Stunden, also sogar länger als geplant, eine Partie gegen eine Hamburger Mannschaft. Die Freude war nach dem Abpfiff schon groß. Doch Guinness World Records schüttelte den Kopf: Die Dokumentation sei nicht lückenlos, hieß es. Manche Aufnahmen seien zu schlecht, um als Beweis zu dienen. Der Rekord − abermals nicht gebrochen. Und genau bei der Dokumentation des Spiels soll laut Stiwitz dieses Mal nichts dem Schicksal überlassen werden. „Wir arbeiten für die Beweisführung mit einem IT-Unternehmen zusammen, das uns Material wie etwa Kameras stellt“, erklärt Stiwitz. Dieses würde dann zu Guinness World Records geschickt, die die Aufzeichnungen dann auswerten. „Wir könnten zwar auch einen Juror zu uns bestellen, nur würde das Kosten im fünfstelligen Bereich verursachen“, sagt Stiwitz. Im Gegensatz zu den ersten beiden Rekordversuchen tritt er dieses mal nicht mehr mit dem VfL Wallhalben an. Er hat vor zwei Jahren mit 15 Mitstreitern den Verein „Thank God It’s Friday Event Club“ Wallhalben gegründet. In diesem sei die Idee zum Turnier wieder hochgekocht. Die Planung läuft bereits seit knapp einem dreiviertel Jahr. „Wir müssen prinzipiell ja zwei Events planen. Das Spiel an sich und das Rahmenprogramm mit etwa der Musik“, so Stiwitz. Zudem mussten rund 60 offiziell anerkannte Schiedsrichter aufgetrieben werden, die die Partie im Zweistundentakt pfeifen. Die Regeln von Guinness World Records sind streng. „Pro Mannschaft sind 18 Spieler erlaubt, von denen aber keiner das Sportgelände verlassen darf“, sagt Stiwitz. Geht einer trotzdem − es sei denn, er muss wegen einer Verletzung zum Arzt − sei er aus dem Rekord ausgeschlossen, und sein Team muss ab dann ohne den Spieler weitermachen. Die Spieler sind laut Stiwitz in Schichten eingeteilt. Nachts sind die Schichten länger als am Tag - „damit sich die Leute nachts etwas länger ausruhen können“, erklärt er. Geschlafen wird auch auf dem Sportgelände: In Wohnwägen. Dazu hat Stiwitz vor einer Woche auch eine Spendenaktion im Internet ins Leben gerufen. Wer Geld spendet, bekommt aber – je nach Betrag – auch etwas dafür zurück: Für 15 Euro etwa kann man mit dem Ball auf einen Spieler schießen, für 20 Euro kann man einen Fußballer aussuchen, der Liegestütze machen muss, und für den Höchstspendenbetrag von 250 Euro bekommt man einen signierten Spielball. Insgesamt gibt es zehn Spendenprämien. Derzeit sind rund 900 Euro zusammengekommen - knapp ein Drittel des Spendenziels von 3000 Euro. Von 168 Stunden voller Fußballspannung wie in der Champions League geht Stiwitz aber nicht aus. Ganz ohne aufregende Spielzüge wird es aber auch nicht ablaufen. „Versuche für spannende Tore gibt es. In Hamburg vor drei Jahren habe ich etwa mein erstes Kopfballtor gemacht“, erinnert sich Stiwitz zurück. Intern laufen zum Teil auch schon Wetten. In Winterbach hat ein Torwart etwa gewettet, dass bei ihm nicht ein einziger Ball ins Tor gehen soll. Stiwitz rechnet für die komplette Woche mit etwa 5000 Zuschauern. Spendenaktion kicker-crowd.de/fussballfieber2019

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