Bottenbach
Kampf gegen Klimawandel: Über 7000 junge Bäume gepflanzt
Die riesige aufgeforstete Waldfläche im Bottenbacher Tiergarten sieht surreal aus, man könnte fast sagen, wie im Film. Rund 6000 neu gepflanzte Bäume, alle etwa einen halben Meter groß und von einem grünen Beißschutz umhüllt, stehen hier in Reih und Glied. Die Baumarten, so erklärt es Försterin Maria Jäger bei einer Ortsbesichtigung am Freitagnachmittag, sind bunt gemischt: Eichen, Hainbuchen und Linden wurden im Wald neu gesetzt. Die aufgeforstete Fläche umfasst insgesamt rund zwei Hektar und verteilt sich auf mehrere Waldflächen bei Bottenbach. Zum Vergleich: Der gesamte Bottenbacher Wald hat eine Nutzfläche von 126 Hektar.
Dass im Bottenbacher Wald aufgeforstet wurde, liegt an den massiven Klima- und Käferschäden der vergangenen Jahre. Vor allem die Fichten sind laut Jäger davon betroffen. Der Fichten-Borkenkäfer ist seit wenigen Jahren berühmt-berüchtigt, reihenweise Fichtenwälder anzugreifen. Das wärmere Klima spielt dem Schädling in die Hände. „So schlimm wie im Hunsrück ist es bei uns aber nicht“, kommentiert Bürgermeister Klaus Weber. Die wenigen gesunden Fichten, die noch im Bottenbacher Wald stehen, sollen laut Försterin Jäger vorerst erhalten bleiben. Der Grund: Auf dem Holzmarkt könne mit Fichtenholz derzeit kaum Gewinn erzielt werden, weil es ein Überangebot gibt. Wo vor wenigen Jahren der Festmeter für 90 Euro verkauft wurde, ist der Preis inzwischen um mehr als die Hälfte gefallen. Weber beziffert den Verlust am Holzmarkt für Bottenbach auf rund 70.000 Euro.
Verzicht auf Zaun kommt Jägern entgegen
Die Anschaffung der neuen Setzlinge habe dank Zuschüssen des Landes keine größeren Kosten für den Gemeindehaushalt zur Folge. Ein Baum kostet je nach Art zwischen 50 Cent und einem Euro. Hinzu kommt die Pflanzung sowie ein Wildschutz in Form einer Wuchshülle für zwei Euro pro Stück. Weber rechnet für die weitere Baumpflege jedoch mit Kosten, die die Förderbeiträge übersteigen werden.
Dass als Wildschutz lieber Wuchshüllen anstelle eines Zaunes gewählt wurden, war laut Weber sowohl eine finanzielle als auch jägerfreundliche Entscheidung. Ein Zaun wäre in der Anschaffung zwar rund 2000 Euro billiger gewesen als die Wuchshüllen, jedoch bedarf der Zaun einer intensiveren Pflege. „Wenn einmal am Zaun was kaputt und das Wild drinnen ist, haben wir ein Problem“, so Weber. Zudem hätten sich die Bottenbacher Jäger für die Wuchshüllen ausgesprochen. „Unsere Entscheidung war als auch ein Entgegenkommen für die Jäger“, fügt Weber hinzu. Nur wenn ein Zaun enorm viel billiger gewesen wäre, hätte er diese Lösung gewählt.