Kreis Südwestpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Käshofen: In der Aufführung der Laienspielbühne sorgt der Stoff für ordentlich Zoff

Drogendealer Mario (Arno Di Liberto, rechts) rückt den Gemüsebauern Erika (Lore Marhöfer) und Franz Kohlkopf (Klaus Marhöfer) au
Drogendealer Mario (Arno Di Liberto, rechts) rückt den Gemüsebauern Erika (Lore Marhöfer) und Franz Kohlkopf (Klaus Marhöfer) auf die Pelle. Foto: thof

Drogen statt Potenzmittel, Männer in Frauenkleidern, ein ökologischer Betrieb mit Giftspritze. Der Dreiakter „Nur Zoff um den Stoff“ hat es in sich. Die Aufführung der Käshofer Laienspielbühne am ersten Weihnachtsfeiertag im Dorfgemeinschaftshaus kam bei den Zuschauern gut an.

Für den 4. und 11. Januar, jeweils um 20 Uhr, sind weitere Aufführungen terminiert. Für beide Termine gibt’s keine Karten mehr. Eine Vorwarnung für alle, die sich Karten gesichert haben: Gegen Ende der Komödie wird das Publikum mit einer Pistole bedroht. Mit der fuchtelt ein gewisser Mario (glänzend: Arno di Liberto) herum. Ein Drogendealer, der dem Gemüsebauer-Ehepaar Erika und Franz Kohlkopf auf die Pelle rückt.

Die von Lore und Klaus Marhöfer prima verkörperten Kohlkopfs setzen auf konventionelle Anbaumethoden – inklusive chemischer Keule. Da trifft es sich schlecht, dass in der Nachbarschaft mit Maja Müslein (Petra Vollmar) eine ökologisch produzierende Konkurrentin wohnt, die sich zudem als Expertin für chinesische Heilkunst betätigt. Ihre Dauerkundin auf diesem Geschäftsfeld ist mit Henneliese von Wolkenstein (Ute Hoffmann) eine überspannt-schrullige Dame, die ständig mit anderen Beschwerden ankommt – unter anderem mit Harnverhalten. Selbstredend, dass sie für die Behandlung viel Geld los wird.

Giftspritze im ökologischen Betrieb

Maja Müsleins Gatte Klaus (grandios: Wolfgang Schwenk) leidet darunter, dass seine bessere Hälfte in der Ehe die Hosen an hat, ihm statt der geliebten Steaks nur Müsli serviert. Klaus („Klausi-Mausi“) emanzipiert sich aber im Verlauf des Stücks. Wolfgang Schwenks Szene schlechthin ist die, in der er in Alte-Oma-Kleidung über die Bühne stakst, weil das Nachlassgericht Klaus Müslein geschrieben hat, er solle „in Sachen seiner verstorbenen Mutter“ bei Gericht vorstellig werden. Zum Wegschreien! Was Entscheidungen angeht, hat die Kaufladen-Besitzerin Bertha Bösel (Edith Schneider) nicht gerade den Zement erfunden. Die eigentlich treue Kundin der Kohlkopfs orientiert sich zu Müslein hin. Sie glaubt, die gespritzten Tomaten der Kohlkopfs würden sie langsam vergiften. Dass Müslein ihre Erzeugnisse mit menschlichen und tierischen Abfallprodukten düngt, lässt Bösel wieder ins andere Lager wechseln. Schneider brilliert in ihrer Rolle! Wie eine weitere Szene offenbart, ist Müsleins Betrieb gar nicht so ökologisch. Genannt sei hier nur das Wort Giftspritze.

Klo statt Libido

Die wichtigste Rolle im Komödien-Beet spielen freilich die Setzlinge, die der zwielichtige Mario dem Ehepaar Kohlkopf untergejubelt hat. Er verkauft es den Gemüsebauern als potenzsteigerndes Kraut. Franz Kohlkopf wittert ein gutes Geschäft, wenn er seinen Anbau komplett dahingehend verlagert. Dass es sich um Cannabis-Pflanzen handelt, beschert den Zuschauern einige lustige Wendungen. So belegt Pizzabäcker Giovanni Tomati (Andreas Mohrbach) eine Pizza mit den Pflanzen. Dabei will er seiner Frau Maria (Claudia Schmidt) im Bett doch nur wieder den „feurigen Ferrari“ statt des „rostigen Fiats“ bieten. Doch das angebliche Aphrodisiakum entfaltet seine Durchschlagskraft an der falschen Stelle des Körpers. Es gilt das Motto: „Statt Libido nur oft aufs Klo.“

Zu unfreiwillig-zweifelhafter Berühmtheit bringt es wegen der illegalen Pflanzen der tollpatschige Franz Kohlkopf. Er verkauft einige Potenz-, äh, Cannabis-Pflanzen auf dem Zweibrücker Bauernmarkt. Die Folge: Sein Phantombild ist wenig später in der Zeitung zu sehen.

Neu im Käshofer Ensemble ist Christian Margardt, er spielt den ganz offensichtlich auf Männer fixierten Thorsten, der sich bei Kohlkopfs einmietet und den Gangster Mario anbaggert. In der erwähnten Pistolenszene entpuppt sich der vorgeblich warme Bruder jedoch als Drogenfahnder, der Mario schon lange auf der Spur ist. Ende gut, alles gut, Kohlkopfs bekommen eine fünfstellige Belohnung. Für das stimmige Bühnenbild ist Günter Schäfer zuständig, Erika Schäfer hilft der Laienspielschar vom Souffleusen-Kasten aus.

x