Kreis Südwestpfalz Jung, strebsam, erfolgreich

Tobias Hans
Tobias Hans

Nach dem Weggang von Annegret Kramp-Karranbauer nach Berlin soll der bisherige CDU-Landtagsfraktionschef Tobias Hans neuer Ministerpräsident des Saarlandes werden. Der 40-Jährige werde so schnell wie möglich die Nachfolge von Kramp-Karrenbauer antreten, die als neue CDU-Generalsekretärin dem scheidenden Peter Tauber folgt, hieß es am Montag aus Parteikreisen.

Wenn Tobias Hans zum Ministerpräsidenten des Saarlandes gewählt ist, wird er der jüngste Landeschef der Bundesrepublik sein. Der von der Münchwies am Höcherberg (Stadtteil von Neunkirchen) stammende CDU-Politiker ist am 1. Februar 1978 geboren. Damit hat er unlängst seinen 40. Geburtstag gefeiert. Hans trat 1992 als Jugendlicher im Alter von 14 Jahren in die Junge Union (JU) ein, zwei Jahre später wurde er Mitglied der Mutterpartei CDU. Danach schritt die Karriere des jungen Politikers schnell voran: Hans war von 1997 bis 2005 Vorsitzender des JU Ortsverbandes Münchwies; von 1999 bis 2010 Stadtverbandsvorsitzender der JU Neunkirchen; er ist seit 2001 stellvertretender Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes Neunkirchen und seit 2004 Mitglied des Stadtrates der Kreisstadt, wo er das Amt des stellvertretenden Fraktionsvorsitzes innehat. Von 2005 bis 2014 war Tobias Hans Pressesprecher des CDU-Ortsverbandes in seinem Geburtsort Münchwies und seit 2014 stellvertretender Vorsitzender des dortigen CDU-Ortsverbandes. 2007 bis 2012 übernahm Hans das Amt des stellvertretenden Kreisvorsitzenden der CDU in Neunkirchen, dessen Vorsitzender er bis heute ist. Am 30. August 2009 gelang dem damals 31-Jährigen der Sprung in den saarländischen Landtag. Auch dort setzte Hans seinen Aufstieg fort. Im März 2012, nach dem Ende der sogenannten Jamaika-Koalition aus Union, FDP und Grünen bestätigten die Wähler den jungen christdemokratischen Abgeordneten. In seinem Heimatort Münchwies bekam die CDU 48,7 Prozent der Stimmen, während die Christdemokraten im Wahlkreis Neunkirchen nur auf 26,4 Prozent kamen. Noch im selben Jahr übernahm Hans das Amt des parlamentarischen Geschäftsführers der CDU-Landtagsfraktion. Am 23. November 2015 übernahm Tobias Hans das Amt des Vorsitzenden der CDU-Fraktion im Landtag. Seit 2014 gehört Tobias Hans dem CDU-Bundesfachausschuss für Gesundheit und Pflege an. Der Sohn des früheren CDU-Politikers Peter Hans studierte nach dem Abitur am Christian-von-Mannlich-Gymnasium in Homburg (1987) Informationswissenschaft, Wirtschaftsinformatik und Anglistik an der Universität des Saarlandes, war bis 2005 wissenschaftlicher Mitarbeiter der psychosomatischen Fachklinik in Münchwies. Danach, bis 2007, war Tobias Hans wissenschaftlicher Mitarbeiter der CDU-Landtagsfraktion und bis 2009 persönlicher Referent der saarländischen Minister für Justiz, Arbeit, Gesundheit und Soziales, Hecken und Vigener. Tobias Hans ist verheiratet und lebt in Münchwies. Noch am Sonntag twitterte Tobias Hans: „Freue mich auf Fraktionsvorsitzendenkonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, Fraktionschef Volker Kauder und den Kollegen der Länder – alle zu Gast in unserer saarländischen Landesvertretung in Berlin.“ Gestern wurde bekannt, das Hans saarländischer Ministerpräsident werden soll. Zu seinem möglichen neuen Amt wollte sich Hans nicht äußern. Dem Saarländischen Rundfunk sagte er bei der Landespressekonferenz gestern: „Es geht jetzt nicht um die Frage von Personen und Persönlichkeiten. Es geht darum, dass man jetzt die gute Arbeit fortsetzen kann, die Annegret Kramp-Karrenbauer begonnen hat.“ Er respektiere die Entscheidung der Partei-Gremien und wolle deshalb deren Votum abwarten. Die CDU-Gremien tagten gestern Abend. Tobias Hans arbeitet im Landtag innerhalb der großen Koalition mit dem SPD-Fraktionschef Stefan Pauluhn zusammen. Im vergangenen Jahr stellten Hans und Pauluhn die Einstellungszahlen für Polizeibeamte vor und sprachen sich für eine Stärkung der Polizei aus. Beim umstrittenen Diesel-Antrieb für Autos gibt sich Hans diplomatisch. Der CDU-Politiker erkennt die Furcht um die Arbeitsplätze im Falle eines Dieselverbots an, bezeichnet aber zugleich die mögliche Produktion von Elektrofahrzeugen als zukunftsweisend. Als mögliche Alternative zu Tobias Hans für die Nachfolge von Kramp-Karrenbauer wurde im Saarland zeitweilig Finanzminister Stephan Toscani gehandelt. Doch diese Spekulationen scheinen sich gestern zerschlagen zu haben. Denn Toscani soll die Nachfolge des nach dem Skandal beim Landessportverband für das Saarland in der vergangenen Woche zurückgetretenen Landtagspräsidenten Klaus Meiser übernehmen. Toscanis berufliche Laufbahn startete 1996 in Bonn, wo er als Jurist und wissenschaftlicher Mitarbeiter im Ministerium für Bildung und Forschung arbeitete. 1999 zog Toscani in den saarländischen Landtag ein. Das erste Ministeramt übernahm der heute 51-jährige Saarländer im August 2009 innerhalb der Jamaika-Koalition unter Ministerpräsident Peter Müller, der Toscani das Innenministerium anvertraute. Bereits 2011, als Müller ans Verfassungsgericht nach Karlsruhe wechselte, wurde Toscani als möglicher Nachfolger in der Staatskanzlei gehandelt. Aber Toscani kam doch nicht zum Zuge. Annegret Kramp-Karrenbauer wurde saarländische Ministerpräsidentin. Toscani blieb als Minister im Kabinett Kramp-Karrenbauers. In der seit 2012 regierenden großen Koalition leitet Toscani das Ministerium für Finanzen und Europa. Zu Toscanis Themen zählen das Frankreich-Konzept des Saarlandes sowie der Schuldenabbau. Nach der Landtagswahl im März 2017 blieb Toscani Minister. Hintergrund Seite 3

Stephan Toscani
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