Hermersbergerhof RHEINPFALZ Plus Artikel „Jubiläumshain“ des Pfälzerwald-Vereins gerät schnell in Vergessenheit

Eine PWV-Mitgliedskarte von 1907, gestaltet von Gustav Ernst.
Eine PWV-Mitgliedskarte von 1907, gestaltet von Gustav Ernst.

Das 100-jährige Bestehen ist immer ein ganz besonderes Jubiläum. So sah es auch der Hauptverband der Pfälzerwald-Vereine. 1902 in Ludwigshafen/Mannheim gegründet, war der PWV auf 235 Ortsgruppen im Jahr 2003 angewachsen. Gewürdigt werden sollte dieser 100. Geburtstag, so die Idee des Vorstandes des Hauptvereins. Es war für den damaligen Hauptvorstand Rainer Rund ein „historischer Tag“. Zunächst galt es 151 kleine Eichenbäumchen zu pflanzen. Gleichzeitig war jeder PWV-Ortsgruppenverein mit 75 Euro dabei, wollte er sich auf einer der Bronzetafeln „verewigen“ lassen.

Um es nach den Worten von Forstdirektor Michael Grünfelder zu halten, sollte hier „im Herzen des Pfälzerwaldes ein Hain für die Ewigkeit“ angepflanzt werden. Denn Eichen brauchen zwischen 250 und 300 Jahre, bis sie erwachsen und erntereif sind. Man schrieb den 11. April 2003. Bereits am 2. Oktober 2003 informierte die RHEINPFALZ jedoch über erste Rückschläge auf dem Weg zur Ewigkeit: „Halber Eichenhain vertrocknet. Es sollte nachgeforstet werden.“

Ruhe ist eingekehrt

Um dem vorbeimarschierenden Wanderer die Bedeutung der Stätte kenntlich zu machen, wurden jedenfalls drei Sandsteinfindlinge ausgewählt, die linksseitig des Weges, vom Hermersbergerhof kommend, ihren Platz bekamen. Jeder Sandstein wurde mit einer Plakette versehen. Vergessen wurden aber die Ortsgruppen aus Contwig, Erfweiler und Leimen. Der Ärger war bei diesen war groß. Zwar hatten auch sie 75 Euro bezahlt, aber keinen Namensaufdruck auf den Bronzetafeln. Also wurde nachgerüstet. Am 30. April wurde ein vierter Erinnerungsstein gegenüber den drei bereits bestehenden Exponaten aufgestellt. Ruhe war wieder in den PWV-Ortsgruppen eingekehrt.

Alles war wohl zu ruhig. Sonst hätte man im vergangenen Jahr im November bemerken müssen, dass zwei Tafeln fehlen. Sonst hätte man auch feststellen müssen, dass nach der Anzeige noch einmal zwei Tafel gestohlen wurden. Dass also nun alle vier Natursandsteine damit nackig sind. Und dass man beim PWV-Hauptverein in Neustadt weder Fotos noch schriftliche Unterlagen von den Steinen hatte, deswegen unkundig war, ob es drei oder vier Erinnerungstafel waren, spricht für sich. Zuerst mussten die Eichenbäumchen nachgepflanzt werden, nun müssen vier wertvolle Bronzetafeln neu angeschafft werden (vielleicht). Es hat wohl keiner genau hingeschaut. Das mit der Ewigkeit hatte also eher nur symbolischen Wert.

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