Hauenstein RHEINPFALZ Plus Artikel Jede zweite Straßenlampe wird nachts abgeschaltet

Auf dem Dach des Schuhmuseums hätte die Gemeinde gerne ein Solarkraftwerk installiert. Der Denkmalschutz ist aber dagegen und wi
Auf dem Dach des Schuhmuseums hätte die Gemeinde gerne ein Solarkraftwerk installiert. Der Denkmalschutz ist aber dagegen und will jetzt erst mal einen Verlegeplan sehen.

In Hauenstein wird es künftig nachts etwas dunkler. 400 Straßenlaternen werden ausgeschaltet. Der Gemeinderat sucht nach Möglichkeiten zum Energiesparen, will aber auf bestimmte Dinge nicht verzichten.

Der Weg zum Energiesparen ist in Hauenstein ein steiniger. Allein die Frage, ob die Weihnachtsbeleuchtung ganz oder teilweise in diesem Jahr entfallen soll, sorgte für lange Diskussionen. Fast jedes Ratsmitglied wollte dazu Stellung beziehen. Bürgermeister Michael Zimmermann (CDU) offerierte die Idee, doch wenigstens drei Weihnachtsbäume zu illuminieren. Timo Pust (Wählergruppe Schöffel) wollte alles ausschalten, sein Fraktionskollege Jens Keiner und auch die Grüne Inge Wieser-Doppler schlossen sich Zimmermann an. Beigeordneter Thomas Kölsch (Grüne) wollte alles anschalten, aber dafür drei Wochen kürzer als üblich und Daniel Meyerer (CDU) appellierte an die Vernunft, da die paar Weihnachtssterne mit ihrer modernen LED-Technik doch kaum noch Strom verbrauchten. Bei drei Gegenstimmen votierte der Rat letztlich für die Version mit den drei Bäumen und sonst keinen Weihnachtslichtern im Dorf.

Einfacher war die wesentlich größere Ersparnis mittels einer so genannten Halbnachtschaltung, die laut Meyerer technisch ganz einfach sei und es ermögliche, zwischen 22.30 Uhr und 6 Uhr morgens jede zweite Straßenlampe abzuschalten. „Wir können dann noch nachsteuern, wenn es an der ein oder anderen Stelle zu dunkel wird“, versprach Bürgermeister Zimmermann, der darauf verwies, dass es rein rechtlich auch möglich wäre, Hauenstein jeden Abend ab 22.30 Uhr komplett zu verdunkeln. Meyerer erinnerte auch daran, dass früher bereits eine Halbnachtschaltung üblich war, mit den neuen LED-Lampen jedoch darauf verzichtet wurde.

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Alte Laternen sollen nach und nach ausgetauscht werden

Eine richtig große Ersparnis erhofft sich Zimmermann von der Umrüstung der 30 Straßenlaternen entlang der alten B10, die immer noch mit Natriumdampflampen ausgestattet seien, die extrem viel Strom verbrauchten. Jede Lampe fresse 120 Wattstunden pro Stunde, was einem Verbrauch von rund 1000 Kilowattstunden pro Monat entspricht und damit jeden Monat rund 430 Euro kostet. Die anderen alten Straßenlaternen im Ort wollte Zimmermann am liebsten nach und nach ersetzen, wenn sie kaputt gehen. Jens Keiner warnte davor, da dann in den Straßen zwei verschiedene Lichtfarben zu finden wären und Manfred Seibel (Grüne) erinnerte an Fördermöglichkeiten für die Umrüstung ganzer Straßenzüge. Die Verwaltung soll sich jetzt erkundigen, wie die Fördermöglichkeiten sind.

Keine Fortschritte macht der Plan für ein Sonnenkraftwerk auf dem Dach des Schuhmuseums. Zimmermann berichtete, dass der Denkmalschutz nicht mehr auf seiner Ablehnung beharre und nach Vorsprache bei der Landrätin sich einen Verlegeplan ansehen möchte. Anschließend werde nochmal entschieden, ob die Solarmodule denkmalschutzgerecht montiert werden könnten. Laut dem Solarkataster des Landes findet sich auf dem Flachdach des Museums eine geeignete Fläche von 250 Quadratmetern für Fotovoltaik. Ein jährlicher Ertrag von mehr als 50.000 Kilowattstunden sei hier möglich, so der Ertragsrechner des Solarkatasters.

Keine Förderung von Balkonkraftwerken

Auf die Frage eines Bürgers in der Einwohnerfragestunde nach den Balkonkraftwerken und einer möglichen Förderung, antwortete Zimmermann, dass dies Gegenstand der nächsten Werksausschusssitzung sein werde. Als Balkonkraftwerk werden einzelne Solarmodule bezeichnet, die fix und fertig mit Wechselrichter und Verkabelung ausgestattet sind. Jeder Haushalt darf sich ein oder zwei dieser Module beispielsweise am Balkongeländer installieren und kann diese mit einer normalen Haushaltssteckdose anschließen. Zimmermann betonte, dass in Hauenstein keine Förderung wie in Pirmasens vorgesehen sei. Die Gemeinde denke aber an einen Sammeleinkauf der Module nach, die dann zu einem günstigeren Preis an die Bürger weiterverkauft werden könnten, als wenn jeder einzeln bestelle. Zudem sollten die Bürger beraten werden, wie die rechtlichen und technischen Voraussetzungen sind.

Ganz unkompliziert genehmigte der Rat den Wunsch eines Gastronomen am Marktplatz, der seinen großen Biergarten überdachen will und dafür Fotovoltaikmodule vorgesehen hat.

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