Hochstellerhof RHEINPFALZ Plus Artikel IT-Spezialist Kevin Welter erzählt von seinem ersten Fachbuch

Kevin Welter hat ein Fachbuch über Kubernetes geschrieben.
Kevin Welter hat ein Fachbuch über Kubernetes geschrieben.

Kevin Welter hat sein erstes Fachbuch zum Thema Kubernetes veröffentlicht. Im Gespräch mit der RHEINPFALZ erzählt er, was das ist und wo es zum Einsatz kommt.

„Softwareentwicklung muss nicht kompliziert sein“, sagt Kevin Welter. Das zu zeigen und dabei zu erklären, wie Softwareentwicklung funktioniert, ist das Ziel des 31-Jährigen. Das Fachwissen, das er sich über die Jahre angeeignet hat, hat er schon auf verschiedenen Wegen veröffentlicht, beispielsweise als Erklärvideo oder Blogbeitrag im Internet.

Gerade hat Welter sein bisher größtes Projekt abgeschlossen: Er hat ein Fachbuch im renommierten Rheinwerk Verlag veröffentlicht. Darin erklärt der 31-Jährige alles zu Kubernetes, einem Werkzeug, das vor allem in großen Konzernen zum Einsatz kommt. Welter nennt als Beispiel eine App der Deutschen Bahn: Über diese können die Fahrgäste sieben Tage die Woche, 24 Stunden am Tag Sitzplätze reservieren. Doch die Server, auf denen die App läuft, funktionierten nicht immer störungsfrei, sagt Welter.

Im Idealfall merkt der Kunde gar nichts

Genau hier kommt Kubernetes ins Spiel: Hat ein Server ein Problem, lenkt Kubernetes die Anwendung automatisch auf einen anderen Server um, der störungsfrei laufe. Egal, ob am Tag oder in der Nacht. Der Kunde bekomme davon letztlich gar nichts mit. „Das gibt den Softwareentwicklern die Möglichkeit, sich voll auf die Anwendungen zu konzentrieren“, schildert der 31-Jährige. Zum Einsatz komme Kubernetes vor allem bei größeren Konzernen, bei denen es eine wichtige Rolle spiele, dass das Onlineangebot rund um die Uhr genutzt werden könne und keine Zeit verloren werde, um ein Update aufzuspielen.

Dass er selbst einmal ein Fachbuch schreiben würde, hätte er gar nicht erwartet, erzählt der Softwareentwickler, der aus Rodalben kommt. Dort hat er auch das IT-Fachabitur in Informatik an der Berufsbildenden Schule gemacht. Danach schloss sich eine Ausbildung in einem Systemhaus in Pirmasens an, wo er sehr vieles gelernt habe, erzählt der junge Familienvater.

Von Frankfurt auf den Hochstellerhof

Nach seiner Zeit in Pirmasens bewarb er sich für ein duales Studium bei der Telekom in Darmstadt, das er 2017 abschloss. Ein Jahr lang habe er bei der Deutschen Bahn in Frankfurt gearbeitet, bevor er sich 2018 mit einem Freund zusammen selbstständig gemacht habe. Nachdem durch die Corona-Pandemie seine Arbeit vor allem im Homeoffice möglich wurde, zog es ihn mit seiner Frau zurück in die alte Heimat. Nun wohnt die Familie auf dem Hochstellerhof bei Trulben, von hier aus betreut Welter seine Kunden. Wissensvermittlung mache ihm einfach Spaß, erzählt Welter.

Und wie kam es nun zum Buch? Sein Schwerpunkt sei immer die Softwareentwicklung gewesen. Kubernetes sei seit 2015 ein Thema, das nichts an seiner Aktualität verloren habe. Er habe sich intensiv damit befasst und für andere Entwickler ein Seminar zum Thema entwickelt. Dabei habe er überlegt, wie er die Informationen weiter nutzen könnte – und sei damit an den Rheinwerk Verlag herangetreten. Der Verlag sei sofort interessiert gewesen, schildert Welter. Und so hat der Softwareentwickler sein erstes Buch geschrieben, in der Regel am Wochenende und nach der Arbeit. Das Buch ist nun erschienen und den Auftrag für eine Neuüberarbeitung eines bestehenden Buches als Mitautor gebe es auch schon. Weiter sei er bereits für erste Seminare angefragt worden. Auf den IT-Tagen, einer großen Konferenz in Frankfurt, werde er einen Vortrag halten, zudem engagiere er sich als ehrenamtlicher IHK-Prüfer in Offenbach.

Das Thema Kubernetes ist nicht nur in Deutschland nachgefragt: Ein Partnerverlag aus den USA übersetze das Buch derzeit und wolle es im Herbst mit einer Auflage von 2500 Stück auf den amerikanischen Markt bringen, erklärt Welter.

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