Kreis Südwestpfalz Investor will drei Windräder östlich von Käshofen bauen

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Vor zehn Jahren haben sich die Käshofer nach heftigen Diskussionen gegen Windräder auf der Gemarkung ausgesprochen. Jetzt steht die Entscheidung erneut an. Ein Unternehmen möchte östlich von Käshofen drei Windräder aufstellen. Am Mittwochabend diskutierten rund 100 Käshofer mit Vertretern der Politik, des Unternehmens und der Energieagentur Rheinland-Pfalz.

Um auf dem avisierten Gelände einen Windpark zu bauen, müsste das Gebiet im Flächennutzungsplan der Verbandsgemeinde als Vorranggebiet ausgewiesen werden. Die Verbandsgemeinde hat beim Kaiserslauterer Planungsbüro Firu ein Windhöffigkeitsgutachten in Auftrag gegeben, das Aufschluss über besonders für Windkraft geeignete Gebiete in der Verbandsgemeinde geben soll. Die Ergebnisse sollen „spätestens Anfang des zweiten Quartals“ vorliegen, sagte Verbandsbürgermeister Jürgen Gundacker. Mit dem beauftragten Gutachten reagiert die Verbandsgemeinde auf die von der Landesregierung postulierten Energiewende, die das Ziel verfolgt, dass Rheinland-Pfalz bis zum Jahr 2030 seinen Energiebedarf vollständig aus erneuerbarer Energie decken kann. Auf der Käshofer Gemarkung gibt es eine Fläche, die für die Aufstellung von Windkraftanlagen geeignet ist. Das ist die Meinung der Abo Wind AG, eines Projektentwicklers und Betreibers von Windparks mit Sitz in Wiesbaden. Das Unternehmen, das seit 2003 in Krähenberg fünf Windräder betreibt, war vor einem Jahr an Bürgermeister Karl Hoffmann herangetreten und hatte signalisiert, einen Windpark auf Käshofer Gemarkung betreiben zu wollen. Die Abo Wind AG ist auch mit der Gemeinde Großbundenbach im Gespräch, dort gibt es am Dienstag, 20. Januar, um 20 Uhr im Jugendraum eine Informationsveranstaltung zum Thema. Die Gesellschaft sieht eine Fläche östlich der Käshofer Ortslage – hinter der Landesstraße 468 nach Großbundenbach – als geeignet an. Im Flächennutzungsplan von 2006 ist dieser Bereich in den Gemarkungen Nesselberg, Liebsberg und Pennlerberg noch als Grünzug ausgewiesen. „Das deckt sich wahrscheinlich mit der Flächenkulisse des Gutachtens“, vermutete Abo-Wind-Planungsleiter Bernward Heinemann, dass auch die Firu diesen Bereich als geeignet für die Windkraftnutzung ansehen wird. Abo Wind lege bei der Bewertung die gleichen Maßstäbe an Die Fläche ist so groß, dass sich dort wahrscheinlich drei Windräder aufstellen ließen, eines voraussichtlich auf Gemeindegrundstücken, zwei andere auf Privatgelände. Einer der Privaten ist Bürgermeister Karl Hoffmann, das sagte er am Mittwoch ohne Umschweife und sprach sich für das Projekt aus. „Ich will das als Privatmann“, sagte er. Die Leistung der drei Windräder könnte bei insgesamt 18 bis 20 Megawatt liegen. Hauptthemen der Diskussion waren die Punkte Schattenwurf, Schallimmissionen und die Frage nach der Kostenübernahme für den Rückbau der Anlagen. Heinemann kündigte an, dass bei einem Einstieg in die Planungsphase entsprechende Gutachten angefertigt würden. Manfred Seibel, Projektleiter erneuerbare Energien des Kreises, sagte, dass ohne eine Bürgschaft über die Rückbaukosten keine Baugenehmigung erteilt werde. Auf Nachfrage rechnete Seibel vor, dass pro Windrad etwa 35 000 Euro Pacht zu erwarten seien. Der Kreis würde über die Kreisenergiegesellschaft, an der auch die Verbands- und Ortsgemeinden beteiligt sind, eine Beteiligung an der Betreibergesellschaft des Windparks anstreben, um so auch einen Teil der Stromerlöse einzustreichen. „Wenn die Gemeinde ein Grundstück hat, können wir finanziell daran teilhaben. Dann könnten wir vielen Dingen aus dem Weg gehen“, sagte Hoffmann mit Blick auf die neuen Einnahmemöglichkeiten. Durch das Geld aus der Windkraft ließe sich möglicherweise auch die Belastung der Bürger durch Beiträge, Steuern und Gebühren verringern. (daa)

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