Kreis Südwestpfalz „Investments wie alle anderen“

«KAISERSLAUTERN.»13 kleinere Geschäftsstellen im Landkreis hat die Kreissparkasse Kaiserslautern (KSK) zum 1. Dezember geschlossen. Was wird nun aus den Immobilien, in denen die Filialen bislang untergebracht waren? Die RHEINPFALZ hat nachgefragt, was mit den Gebäuden, die teils der KSK, teils den Gemeinden gehören oder in Privatbesitz sind, geschehen soll.
Dicht gemacht wurden die Geschäftsstellen in Hauptstuhl, Hirschhorn, Kottweiler-Schwanden, Mehlbach, Mittelbrunn, Niedermohr, Oberarnbach, Schneckenhausen, Schwedelbach, Sembach, Spesbach, Stelzenberg und Vogelbach – vielerorts unter Protesten der Gemeinden. „Etwa die Hälfte der jetzt geschlossenen Filialen war in Gebäuden untergebracht, die sich in unserem Besitz befinden“, gibt Rupert Schönmehl, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Kaiserslautern, Auskunft. „Das sind für uns Investments wie alle anderen auch. Für das laufende Jahr haben wir uns eine Bestandsaufnahme dieser Objekte vorgenommen“, erläutert er. Dabei werde unter anderem der bauliche Zustand und der erforderliche Renovierungsaufwand geprüft. Danach mache sich die KSK Gedanken über die Umwidmung der Gebäude. Was dann geschieht, ist noch unklar: Ob an einen Gewerbebetrieb vermietet, ob dort ein Laden einziehen werde, „das lässt sich aus heutiger Sicht noch nicht sagen“, so der Vorstandsvorsitzende, der andeutet, dass die Kreissparkasse bestrebt sei, ihre Immobilien als Investments möglichst optimal zu verwerten. Über den Stand von Verhandlungen will Schönmehl derzeit jedoch noch nichts sagen. Auf die Immobilie der Kreissparkasse in Hirschhorn hat Ortsbürgermeisterin Beate Rudat schon ein Auge geworfen – wenn das Geld nicht wäre. „Die ehemalige Filiale würden wir sehr gerne für die Gemeinde übernehmen. Wenn es dort in Zukunft einen Gewerbebetrieb gäbe, könnte Hirschhorn davon profitieren“, meint die FWG-Politikerin. Das Problem sei jedoch die Überschuldung der Ortsgemeinde. Rudat befürchtet, dass die Kommunalaufsicht gegen den Erwerb von Grundstück und Gebäude Einspruch einlegen wird. „Aber es kommt halt auch auf die Konditionen an. Vielleicht schenkt uns Herr Schönmehl die ausgediente Immobilie ja auch“, scherzt sie. Über die künftige Verwendung der ehemaligen Kreissparkassen-Filiale wurde in Niedermohr schon im Gemeinderat gesprochen. „Auch über einen Erwerb durch die Gemeinde“, berichtet Ortsbürgermeister Armin Rinder (CDU). Allerdings ließen die örtlichen Gegebenheiten einen Kauf nicht als ratsam erscheinen. „Wir haben nämlich schon eine Reihe öffentlicher Gebäude in unseren drei Ortsteilen. Und jedes einzelne kostet auch Unterhalt“, gibt Rinder zu bedenken. „Deshalb glaube ich eigentlich nicht, dass die Gemeinde in Richtung Erwerb tätig werden wird.“ In Sembach hatte die Kreissparkasse ihre Filialräume gemietet – im ehemaligen Bürgermeisteramt, das der Ortsgemeinde gehört. „Neben der Filiale der Kreissparkasse gab es dort auch einen Friseurladen und eine Privatwohnung. Das Anwesen steht jetzt aber komplett leer und muss renoviert werden“, stellt Ortsbürgermeister Fritz Hack (SPD) fest. „Wir werden jetzt ein Ingenieurbüro beauftragen, das die Kosten dafür berechnen soll“, kündigt er an. Unklar ist offenbar auch noch die Zukunft der weiteren Räume, welche die Kreissparkasse für ihre Geschäftsstellen angemietet hatte. In Kottweiler-Schwanden waren Privatleute die Vermieter, teilt Ortsbürgermeisterin Gabriele Schütz (FWG) mit. Ebenso in Mittelbrunn: Dort befand sich die Filiale im Haus einer KSK-Beschäftigten, wie Ortsbürgermeister Walter Altherr (CDU) berichtet. In Schneckenhausen wiederum war der Schalterraum in einem Anbau des Bürgerhauses untergebracht. Ortsbürgermeister Konrad Schiwek (CDU) dazu: „Das Mietvertragsende ist im März. Jetzt laufen die Verhandlungen über den Rückbau der Einrichtung der ehemaligen Filiale, um eine Anschlussverwendung zu ermöglichen.“ Konkrete Pläne gebe es allerdings noch nicht, erklärt der Ortsbürgermeister. Die geringsten Sorgen über eine Anschlussverwendung der ehemaligen Kreissparkassen-Filiale dürfte der Ortschef von Oberarnbach haben. „Das war nur ein einziger Raum und der ist Bestandteil der Arnbachhalle“, berichtet Arno Eckel (FWG) und hat auch schon eine Idee, was künftig damit geschehen soll: „Der frei gewordene Platz kann nun von den Reinigungskräften der Arnbachhalle gut zum Abstellen ihrer Arbeitsgeräte genutzt werden.“