Lemberg
Interview: Ein Tankstellenbesitzer über die Ermordung des Kassierers in Idar-Oberstein
Wie haben Sie sich denn gefühlt, als Sie erfahren haben, dass es sich bei dem Mordopfer ausgerechnet um einen Tankstellen-Kassierer gehandelt hat?
Also dieser Vorfall hat schon zum Nachdenken angeregt. Natürlich macht man sich dann auch Sorgen um die eigenen Mitarbeiter, die hier im Betrieb arbeiten. Man macht sich auch Sorgen um sich selbst. Kann man Maßnahmen dagegen ergreifen? Kann man etwas verbessern? Das sind so die Fragen, die man sich stellt.
Wären Sie vorbereitet, falls es zu verbalen oder sogar körperlichen Attacken von Maskenverweigerern kommt? Wahrscheinlich sind die Mitarbeiter ja nicht für solche Fälle geschult…
Ich denke, vorbereiten kann sich da niemand. Solche Vorfälle geschehen von jetzt auf nachher. Das ist genauso, als wenn ich über die Straße laufe und werde plötzlich von einem Auto erfasst. Da kann man sich nicht darauf vorbereiten. Das ist leider so.
Wie viele Angestellte haben Sie denn? Haben Sie mit ihnen über den Vorfall in Idar-Oberstein gesprochen?
In Tankstelle und Werkstatt sind wir derzeit zu neunt. So richtig darüber gesprochen haben wir nicht, denn die Medien haben das Ganze doch schon ziemlich aufgeklärt. Man möchte dann doch recht normal den eigenen Alltag bewältigen.
Wie gehen Sie denn generell mit den Corona-Regeln um? Gab es da schon Probleme mit Kunden?
Ich sage mal, wir haben hier und da Kunden, die zum Beispiel die Maske vergessen oder nicht richtig aufhaben. Aber dennoch halten sich 99 Prozent unserer Kunden, die hier tanken oder ihr Auto waschen oder vielleicht den Shop betreten, um Tabak zu kaufen, an alle Regeln. Sie tragen auch die korrekten Masken. Probleme mit Kunden, die sich gegen die Corona-Maßnahmen opponieren, haben wir wirklich sehr selten.
Ihre Tankstelle und Ihre Werkstatt gibt es in Lemberg schon über 50 Jahre. Da war auch für Sie die Pandemie eine nie dagewesene Situation – wie sind Sie damit umgegangen?
Wir hatten wirklich Glück, dass wir selbst im Lockdown geöffnet haben durften, da wir eine Kombination aus Tankstelle, Werkstatt und Autohaus haben. So konnten wir auch überleben.