Käshofen RHEINPFALZ Plus Artikel In Käshofen wird ein Porno gedreht?!

Hauptdarstellerin Jacky Jaqueline (Petra Vollmar) mit Jens (Andreas Mohrbacher, links) und Reiner (Arno Di Liberto).
Hauptdarstellerin Jacky Jaqueline (Petra Vollmar) mit Jens (Andreas Mohrbacher, links) und Reiner (Arno Di Liberto).

Schweinisch, voller Missverständnisse und deshalb urkomisch. „Eins, Zwei, Drei – Oberkörper frei“, das neue Stück der Käshofer Theatergruppe überzeugt auf ganzer Linie.

Der Dreiakter beginnt mit den zwei Dauerstudenten Jens (Andreas Mohrbach) und Reiner (Arno Di Liberto) auf der Bühne. Die wortwörtlich dicken Freunde sind mal wieder pleite. Noch schlimmer: Die Miete ist fällig. Wie soll das Geld reinkommen, doch nicht etwa mit einem richtigen Job? Beide gucken in die Zeitung. „Guck mal, die Polizei sucht einen, der im Park Frauen belästigt“, zitiert Reiner. „Das wär’ doch was für mich“, kontert Jens. Im Publikum schallendes Gelächter. Dann die richtige Anzeige: Ein Regisseur sucht eine Wohnung für einen Filmdreh. Perfekt, denken sich die beiden Jungs. Die Nachbarwohnung steht sowieso leer, warum also nicht den Regisseur dort rein schicken. Ein Anruf, der Auftrag ist erteilt.

Dann treten erstmals die Vermieterin Heidi (Lore Marhöfer), ihre Goth-Tochter Isabella (Anna Hüther), der von seiner Frau geplagte und zum Hausmeister verdonnerte Ossi-Ehemann Heinz (Karl Hoffmann) sowie Frau Ziege (Ute Hoffmann), die strenge Kontrolleurin des Ordnungsamtes, auf. Frau Ziege ist von der Wohnung und vor allem den Brandschutzvorkehrungen alles andere als begeistert. Sie droht mit einem Bußgeld, wenn der Unrat nicht weggeräumt und die Brandschutzvorschriften nachgerüstet werden. Heide knickt ein – na ja insofern, dass sie ihrem Mann mit tönender Schreistimme dazu verdonnert, die Vorgaben zu erfüllen. Als letztes kommt dann noch Oma Grete (Edith Schneider) auf die Bühne, die etwas senile Frau aus dem Stockwerk darunter. Sie klopft an der Wohnungstür der Studenten und sagt ihnen bei einer Zigarette, dass sie ja immer schon gerne im Film gespielt hätte. Alle gehen ab, Heinz kommt zurück und räumt auf – und zwar, indem er den ganzen Müll in die leere Wohnung schmeißt, in der doch der Film gedreht werden soll. „Mensch Heinz, du bist ein Teufelskerl“, lobt er sich selbst.

Der braungebrannte Regisseur mit Goldkettchen

Etwas später stehen Jens und Reiner im Flur vor ihrer Wohnung, plötzlich klingelt Reiners Telefon. Am Apparat: Regisseur Ralle (Klaus Marhöfer). Wenig später betritt er die Wohnung. Er sieht so aus, wie ein Pornofilm-Regisseur auszusehen hat: braun gebrannt, nach hinten gegelte Haare und ein Goldkettchen um den Hals. Er verkündet auch, was für eine Art Film er drehen will: „Ein Heimatfilm mit viel Gefühl.“ Die Jungs unterschreiben den Vertrag ungelesen. Dass sie sofort den Kuli zücken, könnte daran liegen, dass Ralle ihnen direkt 2000 Euro in bar in die Hand drückt. „Ja aber wo soll der Film denn gedreht werden?“, erkundigt sich Ralle. „Na da in der Wohnung“, antwortet Rainer prompt, Ralle schaut in die Wohnung und ist entsetzt – Heinz hat ja kurz zuvor den Müll aus dem Treppenhaus dort reingepackt. Voller Wut schmeißt er den ganzen Unrat wieder ins Treppenhaus.

Und dann kommt noch mal Oma Grete, sie hat von den anstehenden Dreharbeiten Wind bekommen und will unbedingt im Film mitmachen. „Sie sind 40 bis 60 Jahre zu alt“, kontert Ralle. Weil er dann aber doch etwas Mitleid hat – oder weil er die Oma schnell loswerden will – bietet er ihr dann doch eine Rolle an.

Der Pornostar, der noch Jungfrau ist

Akt zwei des Schauspiels startet mit den Studis, die sich von den 2000 Euro erst mal eine Spielekonsole und eine Musikanlage gekauft haben. Plötzlich kommt eine stark lispelnde und aufreizend angezogene Frau. Sie stellt sich als Jacky Jaqueline (Petra Vollmar) vor und gibt an, die Hauptdarstellerin in Ralles Film zu sein. Weil Reiner und Jens noch immer nicht wissen, dass Ralle einen Porno drehen will, verrät Jacky es den Jungs. Beide sind geschockt. Der männliche Hauptdarsteller stellt sich als Randy Andy (Wolfgang Schwenk) vor, ist aber sehr aufgeregt, weil es nicht nur sein erster Dreh, sondern auch sein erstes Mal sein wird. „Ich hab’ doch gar keine Erfahrung“, gesteht er dem Publikum verängstigt.

Erst ist es Isabell, dann Frau Ziege, später Oma Grete und sogar noch Heinz, die zu Randy Andy kommen. Und bei jeder oder jedem meint er, dass er oder sie seine „Dame“ ist. Es folgen Probeszenen. Ralle will, dass Randy übt, sexy zu tanzen. Frau Ziege hat kurz zuvor von Heinz noch ein saftiges Bußgeld wegen der Brandschutzmängel kassiert, das Geld wandert direkt in Andys Unterhose.

Wie man das Ordnungsamt besänftigt

Als die richtigen Dreharbeiten beginnen sollen, kommt es zum großen Showdown. Frau Ziege und Heidi wollen den Dreh unterbinden. Wie Ralle die Frau vom Ordnungsamt besänftigt; wie er Heidi von seiner Idee überzeugt; wieso Heinz plötzlich die Chance sieht, nicht mehr alles von seiner Frau diktiert zu bekommen; und ob am Ende tatsächlich in Käshofen ein Porno gedreht wird, das kann man sich in den nächsten beiden Wochen noch dreimal anschauen. „Eins, zwei, drei – Oberkörper frei“ wird noch am 6. Januar um 20 Uhr, 7. Januar um 19 Uhr und am 13. Januar um 20 Uhr im Käshofer Dorfgemeinschaftshaus aufgeführt. Karten für acht Euro kann man bei Edith Schneider, Telefon 06337/1806 (vormittags) bestellen. Der 6. Januar war bereits vor der Premiere ausverkauft.

Oma Grete (Edith Stein) und Randy Andy (Wolfgang Schwenk) haben noch nie in einem Film mitgespielt.
Oma Grete (Edith Stein) und Randy Andy (Wolfgang Schwenk) haben noch nie in einem Film mitgespielt.
Oma Grete (Edith Stein) freut sich mit Porno Ralle (Klaus Marhöfer) auf ihr Filmdebüt.
Oma Grete (Edith Stein) freut sich mit Porno Ralle (Klaus Marhöfer) auf ihr Filmdebüt.
Porno Ralle (Klaus Marhöfer, Mitte), hat die Studenten Reiner (Arno Di Liberto, links) und Jens (Andreas Mohrbacher) ordentlich
Porno Ralle (Klaus Marhöfer, Mitte), hat die Studenten Reiner (Arno Di Liberto, links) und Jens (Andreas Mohrbacher) ordentlich im Griff.
x