Contwig RHEINPFALZ Plus Artikel In Contwig und Stambach wird zu viel gerast

Solche Messtafeln sind keine Radarfallen, aber sie helfen, dass die Autos langsamer machen.
Solche Messtafeln sind keine Radarfallen, aber sie helfen, dass die Autos langsamer machen.

Weil – so zumindest der Eindruck – die Ortseingänge von Contwig und Stambach zu kleineren Rennpisten mutieren, will der Gemeinderat neue Geschwindigkeits-Messtafeln anschaffen. Zudem geht es im Gemeinderat am Mittwochabend (19 Uhr, Feuerwehrhaus) unter anderem um mehr Kita-Personal, den stillstehenden Kita-Neubau sowie das Parkproblem vor der Eisdiele.

Je eine feste Tempotafel soll am Ortseingang von Stambach aus Richtung Falkenbusch, zwischen Stambach und Contwig, von Oberauerbach und von der Truppach kommend angebracht werden. Hinzu kommt laut Bürgermeisterin Nadine Brinette eine wechselnde Tafel, die je nach Bedarf im Ort aufgehängt werden kann. Verschiedene Straßen, so Brinette, litten unter einem Raserproblem, als Paradebeispiel nennt sie die Landauer Straße, die Ortsdurchfahrt von Stambach. „Die ist sicherlich eine Rennstrecke“, so Brinette. In der Landauer Straße habe eine Tempo-Tafel gezeigt, dass dadurch die Autos langsamer fahren.

Zudem soll der katholische Kindergarten mehr Personal bekommen, welches dann die Gemeinde zahlt. Einen ähnlichen Beschluss, so Brinette, gab es in einer der vergangenen Sitzungen beim protestantischen Kindergarten. Zum Hintergrund: Wegen des neuen Kindergarten-Zukunftsgesetztes brauchen viele Einrichtungen mehr Personal. Weil aber die Kirche dafür weder zahlen will noch kann, müssen die Gemeinden einspringen. Für Contwig heißt das für den katholischen Kindergarten pro Jahr einen Mehraufwand von knapp 22.000 Euro. Während jedoch in anderen Gemeinden, etwa Althornbach, deswegen die Kindergarten-Trägerschaft durch die Kirche gänzlich hinterfragt wird, ist das in Contwig nicht der Fall.

Apropos Kindergarten: Die SPD-Fraktion fordert für den stillstehenden Kindergarten-Neubau eine andere Dachform. Aktuell ist der Neubau mit einem Flachdach geplant, weil die SPD-Fraktion jedoch deshalb vor hohen Instandhaltungskosten warnt, hätte sie lieber ein Dach mit einer kleinen Neigung. Brinette sagt gegenüber der RHEINPFALZ, dass sie das Vorhaben als unrealistisch ansieht. Der Grund: Die gesamte Planung und die Statik des Kindergartens müssten überarbeitet werden. Ob das in der Zukunft anfallende Sanierungskosten am Flachdach rechtfertigt, stellt die Bürgermeisterin in Frage.

Wann es am Kindergarten-Neubau weitergeht, ist laut Brinette weiterhin offen. Zuletzt ist das gesamte Baugutachten des bereits in der Bauphase schimmelnden Neubaus eingetroffen, bis Anfang kommender Woche können die jeweiligen Bauparteien dazu Stellung nehmen. Dennoch hofft die Bürgermeisterin, dass der Bau des Kindergartens noch in diesem Jahr wiederaufgenommen wird und womöglich der Kindergarten 2022 in Betrieb geht.

Vor der Eisdiele in der Contwiger Hauptstraße soll außerdem der bisherige Parkplatz über Tag zur Ladezone umgewidmet werden. Der Grund: In der Straße herrscht ohnehin ein kleines Verkehrsproblem, für Kunden, die vor der Eisdiele halten wollen, um kurz ein Eis zu kaufen, gleicht das einem Hindernismarsch. Brinette plant, am bestehenden Parkplatz ein Ladezonen-Schild anzubringen, das dann über Tag gilt. Das entspräche einem eingeschränkten Halteverbot. Dann dürften die Autos dort nicht dauerhaft parken, aber wer ein Eis kauft, darf sein Auto abstellen und kurz aussteigen.

Zudem muss bis Ende des Jahres mit dem Ausbau der Hohlbachstraße begonnen werden, da ansonsten die Förderungen wegfallen könnten. Laut Brinette kostet der Ausbau insgesamt rund 530.000 Euro, 110.000 Euro erhält die Gemeinde als Förderung zu ihrem Anteil. Der Rest des Ausbaus wird über die wiederkehrenden Beiträge abgerechnet.

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