Zweibrücken / Contwig
Im Freibad Contwig bezahlt man demnächst digital
50.000 Euro soll das neue Kassen- und Einlasssystem kosten. Hinzu kommen die Kosten für neue Strom- und Internet-Leitungen. Wie teuer die Investition am Ende genau wird, kann Bernhard noch nicht sagen. Aber viele Arbeiten sollen in Eigenleistung passieren, was Geld spare.
Bernhard sieht mehrere Gründe für ein neues Kassensystem. Das Bad soll modern bleiben, und digitale Tickets könnten die Warteschlangen verkürzen. Viele Kunden fragten nach bargeldlosen Zahlungsmöglichkeiten.
Mit QR-Code und Scanner ins kühle Nass
Bislang gibt es nur gedruckte Tickets gegen Bargeld am Kassenhäuschen zu kaufen. Das Geld muss mitgebracht werden, weil es in der Nähe des Schwimmbades keinen Bankautomaten gibt. Bernhard weiß, dass sich mancher Zeitgenosse im Gewusel an heißen Tagen durchaus auch mal ohne Ticket ins Bad schleicht.
Zusammen mit Studenten hat die Firma System Consultings eine Möglichkeit erarbeitet, das Schwimmbad digital umzurüsten. Tickets sollen ab dem kommenden Jahr sowohl mit als auch ohne Bargeld gekauft werden können. Entweder an der Kasse oder übers Internet. Dort kann man sich einen QR-Code ausdrucken oder aufs Smartphone laden, mit dem die Besucher dann eines der neuen Scanner-Drehkreuze passieren.
Dieses Jahr wird’s noch nichts
Deutlich kürzere Wartezeiten am Eingang verspricht sich Björn Bernhard auch davon, dass gleich mehrere Drehkreuze installiert werden. Einer davon soll breit genug für Kinderwagen und Rollstühle sein.
Dieses Jahr wird’s aber noch nichts mit dem neuen Zahlungssystem. Dafür, so der Student Max Wadle, seien die Lieferzeiten der einzelnen Komponenten einfach zu lang. Wegen der Corona-Pandemie und dem weltweiten Mangel an Computerchips rechnen die Studenten mit einer Lieferfrist von zwölf bis 14 Wochen. Obendrauf kommen dann noch der Einbau der neuen Kassen und Drehkreuze sowie die Installation des Betriebssystems. Das werde weitere zwei Wochen dauern. Nicht eingerechnet sind die baulichen Veränderungen am Schwimmbad: Zum Beispiel könnte es sein, dass erst der Boden aufgemeißelt werden muss, um Kabel verlegen zu können.
Im Angebot inbegriffen seien jedoch eine dreijährige Wartungs- und Instandhaltungsgarantie sowie die Schulung der Schwimmbadmitarbeiter an der neuen Kassentechnik.
Wird auch ein Ticketautomat aufgestellt?
Übers Internet sollen alle gängigen Bezahldienste angeboten werden, etwa per Kreditkarte, Scheckkarte oder Diensten wie Paypal. Beim Ticketshop vorm Schwimmbad soll man auch mit dem Handy bezahlen können: Möglich machen dies die Dienste von Apple- und Google-Pay.
Unklar ist derzeit, ob auch ein Ticketautomat für Bar- und Kartenzahlung aufgestellt wird. Solch ein Gerät kostet nämlich rund 9000 Euro. Und die beteiligten Studenten halten die Apparate für wartungsintensiv. Man müsse also fragen, ob sich der Kauf für die kurze Freibad-Saisondauer lohnt.