Dahner Felsenland
Hoffen auf die Wieslauterbahn, Sorge um die Gastronomie
Seit Januar 2024 leitet Anette Lang die Tourist-Information des Dahner Felsenlandes. Zusammen mit ihrem Team vermarktet sie das Dahner Felsenland verstärkt über die sozialen Medien, um die Bekanntheit zu vergrößern und neue Gäste zu gewinnen. „Wenn Social-Media-Kampagnen laufen, merken wir es an der Nachfrage“, sagt Lang. Über die sozialen Medien werde eine größere Reichweite erzielt, ein anderes Publikum angesprochen. „Die Anzahl der Likes und der Follower nimmt zu. Das lässt sich aber nicht in Übernachtungszahlen messen“, ergänzt sie mit Blick auf die Folgen der Kampagnen.
Soziale Medien und das Internet haben aber auch Schattenseiten. Anette Lang spricht die Bewertungsportale im Internet an. „Das ist ein Medium, das erschreckend ist, weil es unheimliche Konsequenzen hat, die ich nicht beeinflussen kann“, bemerkt sie. „Viele Bewertungen werden als bare Münze genommen“, erklärt sie. „Wir achten zum Beispiel auf Bewertungen, die wir bei Google erhalten. Wir versuchen auch darauf einzugehen“, fügt sie an. „Die Kollegen machen da einen guten Job“, lobt sie ihr Team. Sie appelliert an die im Tourismus Tätigen, stärker auf Kritiken in den Internetportalen zu achten. „Man muss mit den sozialen Medien leben, sollte sich aber nicht davon abhängig machen“, bemerkt Lang.
Die Touristikerin hat am liebsten mit Menschen zu tun. „Der Umgang mit den Menschen macht mir am meisten Spaß, ich brauche den Umgang mit den Menschen, den Touristen, die auch dankbar sind“, erzählt Lang. „Messe mache ich gerne“, betont sie. Am Samstag startet der Mannheimer Maimarkt, die Dahner Touristiker werden dort zehn Tage lang von 9 bis 18 Uhr vor Ort sein. Seit anderthalb Jahrzehnten zeigt das Dahner Felsenland dort Flagge. Ein Aufwand, der sich lohnt, betont Lang, zumal sich Leistungsträger aus der Region am Stand beteiligen. „Bekannte Messen sind immer noch gefragt“, bemerkt sie, bei den größten in der Region – Mannheim, Karlsruhe und Stuttgart – ist das Dahner Felsenland vertreten.
Wenn Lang über das Dahner Felsenland spricht, dann tut sie das mit großer Begeisterung. Die Stärke der Region sei „die Vielfältigkeit des Angebots. Wir sind reich gesegnet an Burgen und Felsen“, sagt sie. Die Region verfüge noch über eine sehr gute Gastronomie, die Infrastruktur mit Rad- und Wanderwegen biete von allem etwas. Es gebe aber auch Dinge, die verbesserungswürdig seien „Der Öffentliche Personennahverkehr fehlt mir. Damit könnte man bessere touristische Angebote stricken“, spricht Lang einen Schwachpunkt im Vergleich mit anderen Tourismusregionen an.
Gratis-Ticket für Touristen
Sie setzt ihre Hoffnungen auf die Sanierung der Wieslauterbahnstrecke und die Aufnahme täglicher Bahnfahrten auf der Strecke. Lang wünscht sich, dass Angebote des Öffentlichen Personennahverkehrs außerhalb des Fahrplans individueller nutzbar sind, etwa in Form von Ruftaxis, und dass es – wie in anderen touristischen Gebieten – kostenlose Gästetickets für den ÖPNV gibt. Eine potenzielle Touristenattraktion ist in einen Dornröschenschlaf gefallen: das Biosphärenhaus in Fischbach. Die Gemeinde bereitet den Verkauf vor, die Zukunft ist offen. „Den Baumwipfelpfad würde ich gerne erhalten. Ich bin davon überzeugt, dass man damit immer noch Geld verdienen kann“, sagt Lang.
Drei Jahre liegt die Corona-Pandemie zurück, man kämpfe immer noch mit den Nachwehen. „Man sieht es in der Gastronomie, bei Geschäften, die zugemacht haben: Das Angebot ist schmäler geworden“, erzählt Lang. Nicht alles sei mit Corona zu erklären, oft sei die Altersstruktur ein Problem. „Es gibt einige ältere Geschäftsinhaber und Gastronomen im Dahner Felsenland, die Probleme haben, einen Nachfolger zu finden“, sagt die Touristikerin. „Wir unterstützen Wirte bei der Suche nach Nachfolgern, aber es ist oft schwierig, jemanden zu finden“, ergänzt sie. „Wenn wir keine Gastronomie mehr hätten, wäre das ganz schlimm“, beschreibt sie die Konsequenz.
Weniger Übernachtungen als 2023
Bei den Übernachtungszahlen nähert sich das Dahner Felsenland den Vor-Corona-Zahlen. Allerdings kamen 2024 weniger Gäste als 2023. In 66 Betrieben – erfasst werden in der offiziellen Statistik nur Betriebe mit zehn und mehr Betten – stehen derzeit 3163 Betten zur Verfügung, die Auslastung lag im vergangenen Jahr bei 20 Prozent. Insgesamt wurden im Jahr 2024 86.485 Gäste und 231.262 Übernachtungen gezählt, 2023 waren es 90.340 Gäste und 253.741 Übernachtungen.
