Südwestpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Hochwasser verursacht im Landkreis Schaden von 21 Millionen Euro

Der Hornbacher Ortskern, hier im Bereich der Lauerstraße, stand unter Wasser.
Der Hornbacher Ortskern, hier im Bereich der Lauerstraße, stand unter Wasser.

Das Pfingsthochwasser hat im Landkreis Südwestpfalz große Schäden angerichtet. Laut einer ersten, groben Schätzung liegen sie bei 21 Millionen Euro.

Landrätin Susanne Ganster blickte in der Sitzung des Kreisausschusses am Montag auf das Hochwasser an Pfingsten zurück, das insbesondere die Verbandsgemeinden Zweibrücken-Land, Thaleischweiler-Wallhalben und Waldfischbach-Burgalben betroffen hatte. Auf Aufforderung der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion seien die Schäden erfasst und grob geschätzt worden. Aufgenommen wurden sogenannte existenzbedrohende Schäden von mehr als 5000 Euro. Wie Ganster informierte, wurde der ADD eine Gesamtschadenshöhe von 21 Millionen Euro gemeldet. 8,6 Millionen Euro entfielen auf den kommunalen Bereich, hier sei es zu Schäden an Infrastruktur und Straßen, insbesondere durch Hangrutsche, gekommen. Auf 5,2 Millionen Euro wurden die Schäden der privaten Haushalte geschätzt. Im gewerblichen Bereich wurde eine Schadenssumme von 4,8 Millionen Euro errechnet, im Bereich der Landwirtschaft waren es 2,2 Millionen Euro. Das Land will nun prüfen, ob es an die vom Hochwasser Betroffenen Soforthilfe leistet.

Wie die Landrätin ausführte, habe es im Zusammenhang mit dem Hochwasser 453 „offiziell gemeldete Einsätze“ gegeben. Die tatsächliche Anzahl dürfte höher liegen, wegen der Vielzahl der Einsätze seien teilweise nur noch die Straßennamen aber nicht mehr die einzelnen dort betroffenen Häuser erfasst worden. „Alleine in Hornbach waren 240 Gebäude betroffen“, sagte sie. Mehr als 600 Helfer von Feuerwehr und Katastrophenschutz seien im Einsatz gewesen, hinzu kämen rund 100 Kräfte des Technischen Hilfswerks und der Polizei, 88 Logistikkräfte hätten das Material zu den Einsatzorten gebracht. Ganster zog eine positive Bilanz des Großeinsatzes, bei dem der Kreis in der Nacht von Freitag auf Samstag die Leitung übernommen hatte. Zwar sei rechtzeitig gewarnt worden, die tatsächlichen Pegelstände, an sechs Pegeln wurden 100-jährige Hochwasserereignisse gemessen, hätten die Vorhersage übertroffen.

Hornbachs Stadtbürgermeister Reiner Hohn kritisierte, dass die für den Gewässerschutz zuständige Struktur- und Genehmigungsdirektion vor Wochen nicht auf Hinweise reagiert habe, dass vom Totholz im Hornbach bei Hochwasser eine Gefahr ausgehe. In der Nacht von Freitag auf Samstag, als die Pegel von Hornbach und Schwalb dramatisch stiegen, hätte Schwemmgut die Durchflüsse an den Brücken verstopft. „Wenn die Firma Lahner nicht ständig die Brücken freigebaggert hätte, weiß ich nicht, was passiert wäre“, sagte er, „mir fehlt jegliches Verständnis, dass man das ignoriert hat.“ Ganster erklärte, dass sie das Unternehmen Lahner kurzfristig beauftragt habe, die Brückendurchflüsse freizuhalten.

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