Kreis Südwestpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Hinterweidenthal: Straßenausbau sorgt für erhitzte Gemüter

Sorgte für Diskussionsstoff im Rat: der Ausbau der Straße In den Birken. Der zweite Bauabschnitt steht bevor.
Sorgte für Diskussionsstoff im Rat: der Ausbau der Straße In den Birken. Der zweite Bauabschnitt steht bevor.

Sollen beim weiteren Ausbau der Straße „In den Birken“ Sitzgruppen, Pflanzkübel und Infoschilder errichtet werden oder nicht? Darüber gab es zwischen CDU und FWG im Rat am Donnerstag lange Diskussionen.

Zeugen des Disputs waren auch ein halbes Dutzend Zuhörer sowie der Planer vom Pirmasenser Planungsbüro Thiele, Tobias Thiele. Die Gemüter erhitzten sich bei der Frage, ob in der Sitzung am 23. Januar auch eine „Nulllösung“, sprich: gar keine Bebauung, vereinbart worden sei als mögliche Variante oder nicht.

„Die Nullvariante haben wir ausgeschlossen“, befand Björn Dorst (FWG). „Wir können uns doch nicht gegen das Votum der Bürger stellen“, sprach sich Wolfgang Schweitzer für die Option einer Nulllösung aus. Letztlich kam der Rat bei drei Enthaltungen überein, bei der am 3. März terminierten Anwohnerversammlung drei Ausbauvarianten zur Diskussion zu stellen. Die Äußerung des ersten Beigeordneten Helmut Disque,, der Rat habe keine „Nullnummer“ beschlossen, führte zu Unmut. Nach Vorschlag von Ortsbürgermeisterin Barbara Schenk trifft der Rat nach der Anliegerversammlung einen Beschluss. „Wir können uns aber auch nicht gegen das Votum der Bürger stellen“, räumte die Ortsbürgermeisterin ein. Rosemarie Dorst artikulierte ihre Sichtweise so: „Wozu haben wir einen Gemeinderat, wenn der nichts entscheiden kann“.

Zur Debatte stehen als mögliche Möblierungen nun eine Sitzgruppe, Pflanzkübel und Informationsständer, die Abbildungen von Felsformationen rund um Hinterweidenthal zeigen und keiner großen Pflege bedürfen. Thiele informierte über Vor- und Nachteile und erklärte gleichzeitig, dass die 19 bestehenden Parkplätze erhalten bleiben.

Geringer Rücklauf auf Fragebogen

Über den Sachstand beim energetischen Quartierskonzept berichtete Hans Jürgen Gräff vom Planungsbüro DSK. Im Dezember 2017 hatte die Gemeinde den Antrag auf Förderung gestellt, die Zusage bekam sie im August 2018 und am 15. Mai 2019 fand die Auftaktveranstaltung statt. Ende März soll noch ein Workshop terminiert werden, bevor dann vor dem Sanierungsmanagement die Abschlussveranstaltung Mitte Juni 2020 terminiert wird.

Enttäuschend ist der Rücklauf der Fragebogenaktion ausgefallen: Nur 35 Hauseigentümer haben die Fragebögen ausgefüllt, das sind sechs Prozent.

Potenzial noch bei Fotovoltaik

86 Prozent des Energieverbrauchs werde für die Gewinnung von Wärme benötigt. Die Anbringung eines Vollwärmeschutzes sei die vergleichsweise teure energetische Maßnahme, die aber auch Vorteile mit sich bringe wie ein angenehmes Raumklima bei vergleichsweise geringen Heizkosten. Einen recht geringen Leerstand habe man beim Rundgang positiv zur Kenntnis genommen. Potenzial bestehe beim Einsatz von Fotovoltaikanlagen, die in Hinterweidenthal nur ein Prozent des Stromverbrauchs deckten. Nachdem der Rat bereits ein Sanierungsgebiet ausgewiesen hat, können Gebäudeeigentümer, die auch Einkommenssteuer zahlen, die Investitionskosten im Rahmen der Sanierungssatzung zwölf Jahre lang steuerlich abschreiben. Rosemarie Dorst kritisierte, dass viele ältere Menschen, deren Gebäude sanierungsbedürftig seien, nicht in den Genuss der Abschreibung kämen. Dazu merkte Gräff an, dass eine Förderung der KfW Bank davon unberührt sei.

„Käferfichten“ noch gut vermarktet

„Der liebe Borkenkäfer“, so umschrieb die angehende Revierförsterin Jenny Petretschek den Umstand, dass der Schädling dafür sorgte, dass im vergangenen Jahr rund 1745 Festmeter „Käferfichten“ eingeschlagen wurden. Diese konnten glücklicherweise auch noch gut vermarktet werden konnte, wie Revierförster Axel Werner vom Forstamt Hinterweidenthal berichtete. Insgesamt wurden 4100 Meter Festmeter eingeschlagen. „Der Borkenkäfer hat uns gezeigt, wo wir einzuschlagen haben“, merkte er an und Andreas Eichenlaub von der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Schindhard, zuständig für die Vermarktung von Industrieholz der Privatwaldbesitzer, merkte an: „Die Vermarktung der Käferfichten war nicht gerade vergnügungssteuerpflichtig.“

Petretschek gab einen Überblick darüber, wie sich der Klimawandel, geprägt von zwei heißen, trockenen Sommern und zu wenig Regen, auswirkt auf heimische Baumarten: „Einige Baumarten passen sich hervorragend dem Klimawandel an, dazu gehören Buche, Eiche, Ahorn, Linde und Esskastanie“, stellte die angehende Försterin in ihrem Ausblick auf 2020 fest. Dass der Forstwirtschaftsplan für 2019 mit einem Überschuss von rund 26.000 Euro abschließt und für 2020 ein Plus von rund 16.000 Euro zu erwarten ist, nahmen die Ratsmitglieder erfreut zur Kenntnis.

Einem vom Sportverein gestellten Zuschussantrag von 1500 Euro für die Erneuerung der Heizung im Sportheim stimmte der Rat zu, vorbehaltlich der Zustimmung der Kommunalaufsicht.

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