Kreis Südwestpfalz Hilfen für Flüchtlinge stehen hoch im Kurs

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Großes Lob vom Podium um dem Vorsitzenden der Kreisvolkshochschule Südwestpfalz, Landrat Hans Jörg Duppré, gab es in der Mitgliederversammlung am Mittwoch im Dr.-Lederer-Haus für die Außenstelle Hermersberg, die im vorigen Frühjahr eingerichtet wurde.

Während die Anzahl der Unterrichtsstunden (11 000) in etwa unverändert geblieben sei, habe sich die Zahl der zuschussfähigen Stunden um fast 850 auf 9330 erhöht, zitierte Geschäftsführer Klaus Freiler aus dem Geschäftsbericht. Dies führte er nicht auf Neuerungen im Programm zurück, sondern auf höhere Belegzahlen, wie sie notwendig seien, um die Kurse in die Weiterbildungsstatistik einzubringen. Davon wiederum hängt die Höhe des Landeszuschusses ab. Wie jedes Jahr wiesen die Zahlen in den Fachgebieten Schwankungen auf, berichtete Freiler. Mehr Zuspruch als im Vorjahr gefunden hätten die Kurse/Lehrgänge in „Politik, Gesellschaft, Umwelt“. Dies beruhe hauptsächlich auf der Nachfrage in der Erzieher- Fortbildung und dem Pilotlehrgang „Fachkraft für Natur- und Umweltkunde“. Der Boom im Gesundheitsprogramm setzte sich fort, sagte Freiler, vor allem dank der gefragten Yoga- und Bewegungskurse. Ein Plus sei ebenfalls bei den Sprachkursen zu verzeichnen: einmal durch mehr Deutschkurse für ausländische Mitbürger, außerdem bei qualifizierenden Lehrgängen im Bereich „Arbeit und Beruf“. Keine Veränderungen zeigten sich hingegen bei den Lehrgängen „Grundbildung“ (Alphabetisierung) und „Schulabschlüsse“ (Realschulabschluss), bei den Einzelveranstaltungen (Ausstellungen, Vorträge) und Studienfahrten. Lediglich die Angebote im „kreativen Gestalten“ hätten mit minus 320 Stunden weniger Resonanz erreicht. Es habe sich gelohnt, trotz des Förderungsstopps durch das Land, die Fortbildung für Erzieher „beharrlich fortzuführen“, erklärte die pädagogische Leiterin Julia Wilhelm. Sie nannte zum Beispiel den Lehrgang „Fachkraft Frühpädagogik“ und dankte dem Kreis für die finanzielle Unterstützung. Die KVHS sei beteiligt an dem Projekt „Demokratie leben“, das ein Förderprogramm in Sachen Demokratie zutage bringe. Sie sei aktuell befasst mit der dritten Zertifizierung nach LQW (der „Lernerorientierten Qualitätstestierung in der Erwachsenenbildung“), und sie habe gerade das dritte Überwachungsaudit als Bildungsträger für die berufliche Bildung (AZAV) hinter sich gebracht. Erfolge vermeldete sie mit der neuen Homepage (www.kvhs-swp.de). Die Anmeldungen über das Internet seien im vergangenen Vierteljahr von zehn auf 14 Prozent gestiegen. Hoher Bedarf bestehe an Integrationskursen, teilte Wilhelm mit. Aktuell liefen zwei Integrationskurse in Rodalben, dazu ein berufsbezogener Lehrgang für Frauen und Ferienkurse für Kinder mit Migrationshintergrund. Nun stehe die Umsetzung des Sprachkonzepts für Flüchtlinge mit jeweils 100 Unterrichtsstunden und 100 Stunden ehrenamtlicher Betreuung bevor. Der erste „Starthilfekurs“ für Flüchtlinge, ein Kooperationsmodell mit dem „Lokalen Bündnis für Familie“ beim Kreis, beginne diese Woche in Waldfischbach- Burgalben mit 15 Teilnehmern. Allein in Waldfischbach-Burgalben ständen weitere 60 Anwärter auf der Warteliste. „Die Finanzierung dieses Sprachangebots ist noch nicht ausgestanden“, ergänzte Landrat Duppré dazu. Der Bedarf sei offensichtlich, denn der Zustrom an Flüchtlingen reiße nicht ab. Zu den Kosten für den Unterricht kämen auch noch Kosten für den Transport, um die Mobilität sicherzustellen. „Zum Schluss bleiben wohl alle Kosten an den Städten und Landkreisen hängen“, befürchtete er. Die Volkshochschule Rodalben regte an, die Kooperation mit dem Krankenhaus mit Arztvorträgen im gesamten Kreis wiederaufzunehmen. Der Vorschlag fand breite Zustimmung und soll im nächsten Jahresprogramm umgesetzt werden. Freiler nannte als Haupteinnahmequellen der KVHS Zuschüsse des Landes (138 000 Euro), des Bundes (156 000 Euro), des Kreises (12 500 Euro) und anderer Partner wie des Kommunalen Jobcenters. Die meisten Ausgaben verursachten neben den Honoraren die Werbekosten (KVHS- Broschüre, Flyer) mit 16 000 Euro, Geschäftsausgaben (36 000 Euro) und sonstige Ausgaben (62 000 Euro). Das Zahlenwerk der Kreisvolkshochschule schloss diesmal mit einem Minus von 16 000 Euro – unter anderem bedingt durch die neue EDV (25 000 Euro) –, das mit Rücklagen gedeckt werden kann. Bernhard Pyka, der zweite Vorsitzende, machte schon einmal auf die Jubiläumsveranstaltung „60 Jahre Kreisvolkshochschule Südwestpfalz“ am Sonntag, 18. Oktober, 10.30 Uhr aufmerksam. Gefeiert werden soll in der Kreisverwaltung. (ns)

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