Protest gegen Sparkasse RHEINPFALZ Plus Artikel Heltersberger Sparkassen-Kompromiss: Demonstranten sehen Teilerfolg

Am Freitag zogen die Demonstranten zur Hauptgeschäftsstelle der Sparkasse in Pirmasens. Die Demo diese Woche vor der Kreisverwal
Am Freitag zogen die Demonstranten zur Hauptgeschäftsstelle der Sparkasse in Pirmasens. Die Demo diese Woche vor der Kreisverwaltung fällt aus.

Von einem Teilerfolg spricht Wolfgang Vatter beim Kompromiss zur Heltersberger Sparkasse. Vatter hat zusammen mit Egbert Besier und Peter Jochum die Proteste der vergangenen Wochen zum Erhalt des Geldautomaten im Dorf organisiert. Wegen der möglichen Lösung, die Landrätin Susanne Ganster am Dienstag präsentiert hatte, fällt die nächste Demo am Freitag aus.

Vor der Kreisverwaltung in Pirmasens wollten Bewohner der Holzlandgemeinden Heltersberg, Schmalenberg und Geiselberg am Freitag demonstrieren. Die Aktion sollte die Proteste der vergangenen Wochen vor der Sparkassen-Filiale in Waldfischbach-Burgalben (mit der der Heltersberger Standort im April zusammengelegt wird) und vor der Hauptgeschäftsstelle in Pirmasens ergänzen. Landrätin Ganster hat die erneute Demo verhindert, indem sie den erbosten Bürgern am Dienstag einen Kompromissvorschlag unterbreitete: Geldautomat und SB-Terminal der Sparkasse sollen zwei weitere Jahre in Heltersberg bleiben. Danach wird bewertet, wie viele das Angebot genutzt haben. Gansters Vorschlag muss Ende März noch die Zustimmung des Verwaltungsrats der Sparkasse finden, dem die Landrätin vorsitzt.

Für die Holzlandbewohner sei der Kompromiss nicht ganz, was sie sich gewünscht haben. Zu sagen, sie seien „zufrieden, wäre übertrieben, damit können wir aber leben“, meinte Vatter. Man befürchte, nach den anvisierten zwei Jahren werde der Standort doch ganz geschlossen. „Zehn Jahre wären uns lieber gewesen.“ Der Vorschlag der Landrätin sei eine Überraschung gewesen: „Damit haben wir nicht gerechnet.“

„Hoffe, dass der eine oder andere aufwacht“

Fraglich sei, wie andere Gemeinden in der Südwestpfalz, die ebenfalls ihre Sparkassen-Filiale verlieren sollen, nun auf die Entwicklung im Holzland reagieren. Ganster hat betont, dass der Heltersberger Kompromiss ein Einzelfall bleiben soll. Dennoch ist denkbar, dass sich auch in anderen Orten Widerstand regt. „Ich hoffe, dass in einzelnen Gemeinden der eine oder andere aufwacht“, sagt Vatter dazu. Dabei gehe es ihm nicht nur um die Sparkasse: Vielmehr müssten sich die Südwestpfälzer lautstark für den Erhalt der Infrastruktur in den Dörfern einsetzen. Wenn der Protest der Holzlandgemeinden für andere Anstoß wird, den Wegfall von Infrastruktur in ihren Gemeinden nicht klaglos hinzunehmen, sei er zufrieden, meint der Heltersberger.

Vatter vermutet, dass der Verwaltungsrat dem Kompromiss zustimmt. „Die Chancen sind ganz gut.“ Den Protest am Freitag hätten die Demonstranten auf Wunsch der Landrätin abgesagt. Das Gespräch am Dienstag bezeichnete der Heltersberger als „rhetorisches Lehrstück“ der Landrätin. Ganster habe das Treffen dominiert, versucht, das Verständnis der erzürnten Bürger zu wecken und die Entscheidungen des Sparkassenvorstands erläutert. Die beiden anwesenden Vorstände Peter Kuntz und Jürgen Keiper hätten sich zurückgehalten, nur gelegentlich etwas ergänzt, berichtet Vatter.

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