Waldfischbach-Burgalben RHEINPFALZ Plus Artikel Haus Moosalb: Wichtiger Arbeitgeber in Waldfisch-Burgalben wächst weiter

 Marina Bosch (links) ist die Geschäftsführerin der GHG Pfalzblick. Die Einrichtungen in Waldfischbach-Burgalben werden geleitet
Marina Bosch (links) ist die Geschäftsführerin der GHG Pfalzblick. Die Einrichtungen in Waldfischbach-Burgalben werden geleitet von Jennifer Resch-Wagner (Mitte) und Tanita Klein.

Ob Wohngruppen, Tagesförderung oder Café: Haus Moosalb bietet in Waldfischbach-Burgalben stationäre und ambulante Wohnangebote. Der Fachkräftemangel ist ein wichtiges Thema.

Einst als Hotel geplant, aber als solches nie in Betrieb gegangen, wurde aus dem Haus unweit des Bahnhofes in Waldfischbach-Burgalben vor 45 Jahren das Haus Moosalb der GHG Pfalzblick im ASB (Arbeiter-Samariter-Bund). Es war die erste Einrichtung der GHG Pfalzblick in der Gemeinde. Binnen 45 Jahren kamen weitere Einrichtungen hinzu. 150 Mitarbeiter am Standort Waldfischbach-Burgalben kümmern sich um die Menschen in den Einrichtungen und die Gebäude. Zur GHG Pfalzblick gehören unter anderem in Pirmasens noch Einrichtungen wie die Tagesförderstätte Logo, Haus Pfalzblick und das Café Carpe Diem.

Wenn Jennifer Resch-Wagner und Tanita Klein, die Leiterinnen des Hauses Moosalb, aus ihrem Bürofenster schauen, blicken sie auf das Haupthaus der Einrichtung. Der Begriff Haus Moosalb umfasst längst zahlreiche, im Ort verteilte Wohn- und Beschäftigungsmöglichkeiten. Um 84 Bewohner und 55 Menschen in der Tagesförderstätte kümmern sich die 150 Mitarbeiter am Standort Waldfischbach-Burgalben, erläutert Resch-Wagner.

Den Menschen respektvoll auf Augenhöhe begegnen

„Insgesamt beschäftigt die GHG 320 Mitarbeiter. Der Standort Waldfischbach-Burgalben ist mit 150 Mitarbeitern unser größter“, erklärt Marina Bosch, Geschäftsführerin der GHG Pfalzblick GmbH im ASB, die ihren Sitz in der Delaware-Avenue in Pirmasens hat. Sie ist auch Geschäftsführerin der AQA (Ausbildung, Qualifizierung, Arbeit) des ASB GmbH mit Sitz in Otterberg. Beides sind Gesellschaften des Vereins Arbeiter-Samariter-Bund Landesverband Rheinland-Pfalz.

Über beide Gesellschaften – zur AQA gehört die Gärtnerei Mantel im Ortsteil Burgalben – wird in Waldfischbach-Burgalben das Ziel umgesetzt, Menschen mit Behinderungen ein so weit wie möglich selbstbestimmtes Leben und Teilhabe am Leben zu ermöglichen, den Menschen respektvoll auf Augenhöhe zu begegnen.

Bewohner sind 18 bis 80 Jahre alt

„Der Bedarf an Plätzen ist enorm“, wissen die drei aus zahlreichen Anfragen. Es gibt bundesweit nur wenige Einrichtungen wie die der GHG. Zwischen 18 und 80 Jahre alt – die älteste Bewohnerin feiert dieser Tage Geburtstag – sind die Menschen, um die man sich in Waldfischbach-Burgalben kümmert. Teils leben sie seit mehr als 40 Jahren in der Einrichtung – im Haupthaus zum Beispiel in vier stationären Wohngruppen. Dazu kommen stationäre und ambulante Wohnangebote, die im Ort angesiedelt sind.

Auch einige Mitarbeiter sind schon Jahrzehnte in der Einrichtung tätig, zu der beispielsweise das Café am Bahnhof gehört. Es ist eine Einrichtung, die nicht nur Treffpunkt der Bewohner ist, sondern auch die wichtigen alltäglichen Kontakte ermöglicht. „Das Café hat von Montag bis Freitag jeweils von 8 bis 17 Uhr geöffnet, sonntags von 13 bis 17 Uhr“, sagen Resch-Wagner und Klein. Dort wird nicht nur für Bahnreisende eine gute Gelegenheit geboten, sich zu stärken. In den angrenzenden Räumen kann gefeiert werden, sie sind zu mieten.

Quereinsteiger sind gerne gesehen

Personal ist ein Thema, das Bosch, Resch-Wagner und Klein enorm beschäftigt. Der demografische Wandel betrifft auch Personalplanung und -entwicklung im Haus Moosalb. Heilerziehungspfleger und Erzieher sind unter anderem als pädagogisches Fachpersonal beschäftigt. Es wird die entsprechende Ausbildung angeboten, ein duales Studium Soziale Arbeit kann absolviert werden. „Wir freuen uns, wenn sich jemand für ein Freiwilliges Soziales Jahr bei uns interessiert, um zu erfahren, wie vielfältig der Arbeitsbereich ist“, sagt Klein. Ein großes Thema seien Quereinsteiger, die eine andere Qualifikation mitbringen, eine sinnerfüllende Aufgabe suchen und entsprechend gefördert würden.

Nicht nur der pädagogische Bereich ist personell herausfordernd. „Auch im Bereich Hauswirtschaft, im kaufmännischen Bereich besteht Bedarf“, sagen Resch-Wagner und Bosch. Immerhin sollen Menschen mit Behinderungen auch in Zukunft die Möglichkeit der Teilhabe geboten werden. Wo Künstliche Intelligenz (KI) die Arbeit erleichtere, werde sie eingesetzt, aber es sei klar, „dass wir in einem Bereich tätig sind, in dem die menschliche Komponente nie ersetzt werden kann“, verweisen die Geschäftsführerin und die Einrichtungsleiterin auf die Zukunftsfähigkeit der Tätigkeiten.

Neubauten weiterhin geplant

Wie in jedem Unternehmen spielen beim Haus Moosalb Entwicklungen in vielen Bereichen eine Rolle. Da ist die Diversifizierung der Angebote im Laufe der Jahre – zum Beispiel sind eine Gärtnerei sowie ein Café zu betreiben. Wirtschaftlichkeit spielt dabei durchaus eine Rolle. Geraume Zeit beschäftigt das Thema Neubauten in Waldfischbach-Burgalben die GHG. Der Gemeinderat hat dem vorhabenbezogenen Bebauungsplan, bereits im Jahr 2022 zugestimmt: Kleinere Neubauten am Haus Moosalb sollen Raum für mehrere Wohneinheiten bieten.

Zwischenzeitlich wurden auf ASB-Seite noch mögliche alternative Standorte geprüft. Aber der vorhabenbezogene Bebauungsplan sei die Grundlage für die weitere Entwicklung. Die Frage der Finanzierung „beschäftigt auch uns“, sagt Bosch zum aktuellen Stand des Projektes. Gestiegene Baukosten und gestiegene Zinsen – Themen, die jeden Bauherren und jeden Wirtschaftsbetrieb betreffen, sind auch für die Planungen der GHG relevant.

Das Haus Moosalb war die erste Einrichtung der GHG Pfalzblick in Waldfischbach-Burgalben. Beim Sommerfest zum 45-jährigen Besteh
Das Haus Moosalb war die erste Einrichtung der GHG Pfalzblick in Waldfischbach-Burgalben. Beim Sommerfest zum 45-jährigen Bestehen wurde die Fläche hinterm Haus zum Freiluft-Café.
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