Waldfischbach-Burgalben
Hauptstraße in Waldfischbach-Burgalben gesperrt
In der Hauptstraße in Waldfischbach-Burgalben warten zu müssen, das sind Autofahrer mittlerweile gewohnt. Seit Anfang Mai laufen Abrissarbeiten am ehemaligen Hotel Martin, seit Mitte Mai regelt eine Ampel den Verkehr. Der Kreisel in der Ortsmitte kann ab Montag noch durchfahren werden, aber die Friedhofstraße ist schon nicht mehr erreichbar. Ab diesem Bereich bis zur Einmündung Schulstraße wird die Hauptstraße gesperrt.
Innerhalb des Sanierungsbereichs wird die Straßendecke, die unter anderem in der Kurve in Höhe des Blumen- und des Uhrengeschäftes sehr gefährliche Schadstellen aufweist, auf einer Länge von 190 Metern saniert. Rund 60.000 Euro kostet diese Maßnahme, teilt der LBM mit und weist darauf hin, dass die Geschäfte in diesem Bereich zu Fuß jederzeit erreichbar sind. Die Umleitungsstrecken sind ausgeschildert. Es muss wieder – wie in den Monaten nach dem Brand des Hotel Martin 2020 – innerörtlich über die Welsch-, Schloss-, Linden- und Schwarzbachstraße gefahren werden. Vor allem der Kreuzungsbereich Schloss- und Lindenstraße hatte sich damals als gefährlicher und unfallträchtiger Punkt herauskristallisiert. Dort ist besondere Vorsicht geboten.
Zentrale Bushaltestelle am Bahnhof kann nicht angefahren werden
In der Lindenstraße waren dieser Tage noch die Baufirmen im Einsatz, die Glasfaserkabel verlegten. Im Laufe des Freitags wurden diese Arbeiten abgeschlossen. Im Bereich der gesamten Umleitungsstrecke gilt ein Halteverbot. Betroffen ist von der Baumaßnahme auch der Busverkehr. Wegen der Vollsperrung kann die zentrale Bushaltestelle am Bahnhof nicht angefahren werden. Das betrifft die Linie 244, die von Waldfischbach über Hermersberg und Herschberg nach Wallhalben fährt, sowie die Linie 246, die Geiselberg, Schmalenberg und Heltersberg mit Waldfischbach-Burgalben verbindet.
Die QNV-Verkehrsbetriebe, die die Linien bedienen, weisen Fahrgäste darauf hin, dass sie an der Haltestelle Libelle in Waldfischbach-Burgalben mit unverändert geltenden Abfahrtszeiten zusteigen können oder die Zustiegsmöglichkeit an der Schule (IGS) nutzen. An der Haltestelle an der Schule gelten während der Sperrung in der Hauptstraße die Abfahrtszeiten, die sonst an der Haltestelle am Bahnhof gelten.
Die Arbeiten an der Hauptstraße – die bewusst in den Schulferien stattfinden, da das Verkehrsaufkommen in diesen Wochen geringer sei – sind beim LBM schon länger in der Planung. „Verschieben geht nicht. Die Arbeiten sind auch absolut erforderlich“, hatte Verbandsbürgermeister Felix Leidecker (CDU) angesichts eines sich abzeichnenden Problems vor einigen Tagen gesagt. Das Problem: Der Abriss des ehemaligen Hotel Martin. Die Abrissarbeiten verlaufen für Beobachter schleppend. Die Arbeiten sollten ursprünglich Ende Mai, spätestens bis Mitte Juni erledigt sein. Ende Juli sind die Arbeiten immer noch nicht soweit, dass die Ampel entfernt werden konnte.
Abriss von Hotel Martin zieht sich hin
„Die Abrissfirma wird eine Pause einlegen, während die Hauptstraße saniert wird“, erläutert Waldfischbach-Burgalbens Bürgermeister Michael Oestreicher (BWB), wie die jetzt getroffene Lösung aussieht. Ist die Hauptstraße saniert, sollen die Arbeiten an der Brandruine fortgesetzt werden. Geplant sei nach derzeitigem Stand, dass die Hauptarbeiten bei der Entsorgung des Bauschuttes auf dem Gelände des früheren Hotels nach der Sperrung so erfolgen, dass der Verkehr durch die Hauptstraße zweispurig rollen kann; bis auf drei Tage. „An drei Tagen muss nach der derzeitigen Planung die Straße noch mal halbseitig gesperrt und der Verkehr mittels Ampel geregelt werden“, erläutert Oestreicher die Informationen, die die Ortsgemeinde bekommen hat.
Ein Grund für die Verzögerung der Arbeiten, so sei der Gemeinde mitgeteilt worden, sei die Schadstoffbelastung des Bauschutts. Weitere notwendige Proben des Materials hätten das ergeben. Das sei für die Menschen nicht gefährlich, habe aber zur Folge, dass es sich im Prinzip um Sondermüll handele, für den Deponieplätze zu suchen waren. Nicht der gesamte frühere Hotelkomplex wird abgerissen, sondern nur ein einsturzgefährdeter Teil. Der vordere Bereich des ehemaligen Hotels und die benachbarte ehemalige Gaststätte sind in Schuttberge verwandelt worden. Der Landkreis Südwestpfalz hat die Abrissarbeiten als sogenannte Ersatzvornahme vergeben, da kein Eigentümer bereit war, die notwendigen Arbeiten erledigen zu lassen. Der Kreis hatte die Arbeiten ursprünglich dem Eigentümer auferlegt. Nachdem dieser der Aufforderung nicht nachgekommen war, konnte rechtlich die Ersatzvornahme angeordnet werden. Das heißt: Aktuell tritt der Steuerzahler finanziell in Vorleistung und trägt die Abrisskosten. Ob er diese Gelder je wieder bekommt, bleibt abzuwarten. Hintergrund ist unter anderem, dass das ehemalige Hotel verkauft werden sollte, entsprechende Vereinbarungen getroffen waren und nun gestritten wird, wer für den entstandenen Schaden aufkommen muss: Käufer oder Verkäufer.