Kreis Südwestpfalz
Hauenstein/Lemberg: Ex-Bürgermeister feiert 80. Geburtstag
20 Jahre lang, von 1979 bis 1999, führte der CDU-Politiker Raber die Verbandsgemeinde Hauenstein. Dabei hat er sich den Ruf des Machers erworben. Die Wahl Rabers am 24. Januar 1979 war eine echte Sensation, die auch überregional als solche interpretiert wurde. Er hatte sich unter 14 Bewerbern, von denen am Schluss fünf in die engere Wahl gekommen waren, völlig überraschend gegen den Hauensteiner Platzhirschen und damaligen CDU-Ortsbürgermeister Hugo Leidner (heute 84 Jahre alt) durchgesetzt.
Hallenbadbau gestoppt
Schneller als erwartet waren die Scharmützel unter den Gegnern vorbei: Dieter Raber gewann schnell Profil. Mit dem damaligen Fraktionssprecher der CDU, Fritz Schwarzmüller (78), und seiner Fraktion stand ihm bald die große Mehrheit im Rat zur Seite: „Meine allererste Amtshandlung war genauso sensationell wie meine Wahl“, sagte dieser Tage der ehemalige VG-Chef, der als ausgewiesener Verwaltungs- und Finanzfachmann als Referatsleiter bei der damaligen Bezirksregierung Neustadt nach Hauenstein gekommen war, im Gespräch mit der RHEINPFALZ: „Sie bestand darin, dass ich den Bau des neuen Hallenbades in der Marienschule eingestellt habe.“ Das sei damals „ein Schock, aber finanziell absolut erforderlich“ gewesen, zumal durch wohl falsche Kostenschätzungen des Architekten die Baukosten „ins Uferlose geschossen wären“. Im Anschluss sei es ihm schnell gelungen, die Mehrkosten mit einem Zuschuss von 80 Prozent erheblich zu reduzieren. „Das war eine heikle Mission am Anfang, aber Gott sei Dank nahm das Ganze eine positive Wende. Und die Hauensteiner haben heute noch ihr Hallenbad“, resümierte Raber.
Zügiger Kanalbau
Besonders stolz ist er im Rückblick darauf, „dass wir in den frühen 80er Jahren die ersten im Landkreis waren, die unsere Hausaufgaben im Kanal- und Kläranlagenbereich abgeschlossen hatten“. Ein anderes Stolzobjekt ist der Bau der großen Sportanlage bei der Hauptschule, eine für die damalige Zeit besonders erwähnenswerte sportliche Infrastrukturmaßnahme. Sie sei heute längst vergessen. Unter Raber wurde in den 80er Jahren das Radwegenetz in der Verbandsgemeinde enorm vorangetrieben.
Als Hauenstein Ende der 80er Jahre die erste Wirtschaftsförderungsgesellschaft zur Bewältigung des Strukturwandels gründete, übernahm Raber die Geschäftsführung. Gemeinsam entstanden große Projekte und die Planung mehrerer Industriegebiete mit dem Abschluss des Areals an der alten B 10. Die Gemeinde Hauenstein war mit diesen Maßnahmen fast allen Gemeinden in der Region überlegen. Als Kernstück dieser Bemühungen entstand später die Deutsche Schuhmeile mit dem Privileg der Sonntagsöffnung.
Seine größte Enttäuschung: „Das war ganz klar die Beerdigung erster Klasse des beabsichtigten Golfplatzes, der Hauenstein und die ganze Region nach vorne gebracht hätte.“ Wenn er im Abstand von 35 Jahren diese entgangene Chance Revue passieren lasse, tue es ihm heute noch weh, zumal die Baukosten für die Anlage im Stopper 350.000 Euro betragen hätten, die auch noch von den Betreibern getragen worden wären, so Raber.
Erinnerung „ohne Groll“
An das Ende seiner 20-jährigen Amtszeit „erinnere ich mich mit einer gewissen Wehmut, aber ohne Groll“. Die damals junge Avantgarde der Hauensteiner CDU habe ihn trotz großer Erfolge für eine Wiederwahl abgelehnt und stattdessen den Waldfischbacher CDU-Mann Karl-Heinz Reichert aufgestellt. Dieser verlor prompt gegen den Spirkelbacher SPD-Ortsbürgermeister Adolf Wieser.
„Ich denke heute noch gerne an meine Hauensteiner Zeit. Wenn ich für manche auch nicht immer stromlinienförmig war, waren die Hauensteiner Jahre das Kernstück meines langen Berufslebens, das in der Pirmasenser Stadtverwaltung angefangen und bis zur Wahl in Hauenstein zum Amtsrat und Referatsleiter bei der Bezirksregierung geführt hatte“, meinte Raber zufrieden.