Kreis Südwestpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Hauenstein: 15 Kinder werkeln in der Winterwerkstatt

Bei der Winterwerkstatt der Kreisjugendpflege am Hauensteiner Grillplatz bastelten die Kinder Futterhäuschen.
Bei der Winterwerkstatt der Kreisjugendpflege am Hauensteiner Grillplatz bastelten die Kinder Futterhäuschen.

Trotz des ungemütlichen feucht-kalten Wetters: Die 15 Kinder, die an der Winterwerkstatt der Kreisjugendpflege rund um die Vereinshütte der Boulefreunde am Hauensteiner Grillplatz teilnehmen, sind begeistert: „Es ist einfach alles toll“, bringt die kleine Ella die Stimmung auf den Punkt.

Zwischen sieben und zwölf Jahre alt sind die Kinder aus Hauenstein, Wilgartswiesen, Spirkelbach und Dimbach, die an dem von Kreisjugendpflegerin Elke Hamm organisierten zweitägigen Ferienprojekt, das im Rahmen des Programms „Naturarbeit“ läuft, teilnehmen. Thematisch geht es um die Tierfütterung im Winterwald. Als Kooperationspartner sind die Ranger Stefan Erhardt und Michel Hammer vom Forstamt Hinterweidenthal dabei.

Bei unserem Besuch am Donnerstag sind Tim und Theresa, Ella und Moritz, Svea und Mira, Charlotte und Juli sowie die anderen Kinder damit beschäftigt, unter Anleitung der beiden Ranger ein Futterhäuschen für Vögel zu bauen. Der Rohbau mit Grundbrett und Dach steht schon sehr stabil: An einem Tisch wird noch per Hand geschliffen, an einer anderen Station werden kleine Rundhölzer gespalten, die dann die Dacheindeckung ergeben.

Wenn der Hammer mal nicht den Nagel trifft

Deren Befestigung geht nicht ganz unfallfrei ab: Ein Mädchen kühlt gerade ihren Daumen, weil der Hammer nicht den Nagel sondern den Finger traf. „Geht schon wieder“, sagt sie. Damit die Futterhäuschen nicht leer bleiben, werden die Kinder später noch Vogelfutter aus Rindertalg und einer Körnermischung herstellen.

Tim und Theresa verzieren ihr Vogelhäuschen bereits mit dem Brennpeter, einem Gerät, mit dem man Buchstaben, Zeichen und Symbole ins Holz einbrennen kann. Dabei erzählt Jule, dass sie sich mit diesem Werkzeug einen schönen Anhänger hergestellt hat. Und die Kinder zeigen auch ihr Osterkörbchen, das sie aus einer Baumscheibe, Nägeln, geflochtenen Birkenzweigen und Moos hergestellt haben.

Bei den Gesprächen während der Arbeit lässt sich heraushören, dass sich die Kinder untereinander ausnehmend gut verstehen. Man sieht, wie die Größeren den Kleinen helfen und erfährt, dass das Essen, das die „Chefin“ selbst zubereitet, „echt lecker ist“: „Heute grillen wir Würstchen, gestern gab’s Spaghetti“, wird erzählt. „Und es gibt immer Salat“, ist aus der Runde zu hören. Spaß bereite auch das gemeinsame Essen am großen Tisch. Und das Wetter? „Macht uns gar nix aus“, tönt es zwischen den Hammerschlägen. Langeweile? Entschiedenes und lautes „Nö“ – unisono!

Lob für Zusammenarbeit mit Bouleclub und Forst

Für Abwechslung sorgt auch Schulhund Rala, den Elke Hamm, die als Schulsozialarbeiterin in den Verbandsgemeinden Hauenstein und Dahner Felsenland tätig ist, mitgebracht hat. Sie berichtet im Gespräch mit der RHEINPFALZ von der „hervorragenden Zusammenarbeit mit den Boulefreunden“, die nicht nur die Vereinshütte kostenlos zur Verfügung stellen: Am Donnerstagnachmittag kam Vorstandsmitglied Thomas Merz zu einem Boule-Workshop vorbei.

Sehr froh ist Elke Hamm über die gelungene Kooperation mit dem Forstamt. „Die beiden Ranger haben eine sehr gute und geduldige Art, mit den Kindern zu arbeiten und umzugehen“, sagt sie. Der Forst stelle die benötigten Materialien – zumeist aus Käferholz – zur Verfügung. Plastik ist verpönt, „alles ist wiederverwertbar“, betont die Kreisjugendpflegerin.

Der Winterwerkstatt, die Teilnahme kostete zehn Euro je Kind, folgt im Herbst übrigens ein Waldforschercamp. Das wird in der Weißenberghütte unweit des Hermersbergerhofs stattfinden. Und da wollen viele der Kinder wieder dabei sein. „Weil es einfach Spaß macht“, wie sie kommentieren.

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