Kreis Südwestpfalz
Höhfröschen, Herschberg und die Hauensteiner Felsnase
Gute Nachrichten gab es Mitte Mai für alle, die auf den weiteren Ausbau der B10 warten: Der nächste Bauabschnitt kann begonnen werden. Und zwar im Bereich der hoch aufragenden Felsnase bei Hauenstein. Der Planfeststellungsbeschluss für diesen Teilabschnitt ist rechtskräftig. Informationen dazu, in Form von Plänen, gab es kurz vor Ende des Verfahrens noch mal in den Amtsblättern der von diesem Ausbau betroffenen Gemeinden. Dass Hauenstein, Hinterweidenthal, Spirkelbach und Wilgartswiesen benannt wurden, war verständlich. Dass die Pläne auch im Amtsblatt von Thaleischweiler-Wallhalben veröffentlicht und explizit die Gemeinden Herschberg und Höhfröschen im Planfeststellungsverfahren genannt sind, verwunderte viele. „Was haben Höhfröschen und Herschberg mit dem Ausbau der B10 bei Hauenstein zu tun?“, habe er sich gefragt, stellte Höhfröschens Bürgermeister Gerhard Hoffmann fest. Abgesehen davon, dass der ein oder andere Bewohner dieser Gemeinden, der in die Südpfalz pendelt, während der Baumaßnahmen im Stau stehen könnte, sei ihm zunächst nichts eingefallen. Die Rückfrage erfolgte und die Erinnerung kam: Ach ja, da war doch mal was.
Hauensteiner Fels kommt an die A62
Da das Planfeststellungsverfahren ein Jahrzehnt in Anspruch genommen hatte, war die Erinnerung daran schon verblasst. Nun wird es doch noch Realität: Was in Hauenstein an Fels abgetragen und an Erde weggefahren werden muss, muss irgendwo hin gebracht werden. Genau: nach Höhfröschen und Herschberg, weshalb die beiden Gemeinden im Planfeststellungsverfahren mit drin waren. Während in Hauenstein ein Fels schrumpft, wächst parallel dazu bei Höhfröschen und Herschberg an der A62 jeweils ein Wall. Gebaut werden diese Wälle aus dem Hauensteiner Felsenmaterial. Im Gegensatz zu den Müllbergen, die mancher schon mal auf den Gemarkungen hinterlässt, sind es allerdings erlaubte Ablagerungen.
Das jeweilige Gelände gehört dem Bund. Um es zu erreichen, werden nun von der Autobahn kommend besondere Baustellenausfahrten gebaut, über die Lastwagen den Abraum aus Hauenstein nach Herschberg und Höhfröschen bringen. Dagegen machen könne man nichts, stellte kürzlich der Rat in Höhfröschen fest. Der wurde gefragt, weil auch Wirtschaftswege der Gemeinde genutzt werden müssen, in Friedhofsnähe. In den vergangenen Jahren hat die Gemeinde manches Großprojekt erlebt und Erfahrungen gesammelt. Man habe gelernt, erinnerte Hoffmann, dass es wenig sinnvoll sei, im Vorfeld große Regelungen für die Wegenutzung festzulegen. Bewährt habe sich zu sagen: Ihr dürft den Weg nutzen, wenn ihr diesen nach Ende der Arbeiten abfräst und wieder neu aufbaut. Unter dieser Voraussetzung hat die Gemeinde ja gesagt.
Kein anderer Ablageort?
So ganz verkneifen konnte sich manches Ratsmitglied die Frage nach der Vorbildfunktion des Bundes in diesem Zusammenhang nicht. Die Frage, ob es zwischen Hauenstein und Höhfröschen sowie Herschberg keinen sinnvolleren, näher an Hauenstein liegenden Ablageort gebe, stelle sich. Seit der Plan aufgestellt wurde – der erste Plan stammt aus dem Jahre 2008 – habe sich einiges verändert, wurde an Themen wie Dieselpreise, CO2-Ausstoß erinnert. Nachhaltig und damit vorbildlich sei diese Lösung, bei der unzählige Lastwagen Felsabraum quer durch den Landkreis gefahren werden, vermutlich nicht.