Kreis Südwestpfalz „Gutes Cuntwicher Wasser“ direkt aus dem Hahn
Der Neubau ist schön geworden, und das motiviert die Mitarbeiter: Das wollten die Mitglieder des Werksausschusses der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land hören, und so schilderte es Werkleiter Eckart Schwarz ihnen am Mittwochabend in Contwig. Am 5. Mai soll es bei den Verbandsgemeindewerken einen Tag der offenen Tür geben.
Die Verwaltung der Werke ist, wie zuletzt am 26. Januar berichtet, vom Bürogebäude hinter der Verbandsgemeindeverwaltung in Zweibrücken in einen Neubau in der Contwiger Tränkgasse 20 gezogen, zur bisherigen Außenstelle der Werke. Die Zusammenlegung sei richtig gewesen. „Es ist schon ein Unterschied, ob morgens der Meister in der Tür steht oder ob man sich per Mail oder Telefon absprechen muss“, berichtete Schwarz. Neun Mitarbeiter sind von Zweibrücken in den Neubau umgezogen; zudem hat dort auch Abwassermeister Helmut Sefrin ein Büro bekommen. 24 Mitarbeiter zählen die Werke insgesamt. Die neuen Büros wirkten sich positiv auf die Arbeitszufriedenheit aus. „Das Arbeitsumfeld macht schon was aus“, sprach Schwarz von „hellen, schönen Büros mit guter Arbeitsplatzbeleuchtung“. Er könne „ehrlich und guten Gewissens“ sagen: „Die Investition hat sich gelohnt.“ Auf RHEINPFALZ-Nachfrage sagte Schwarz gestern, der Neubau habe rund 540 000 Euro gekostet. Vorgesehen waren zunächst 170 000 Euro weniger, wobei diese Planung zu niedrig ansetzte. Verbandsbürgermeister Jürgen Gundacker betonte am Mittwoch beim Rundgang durch das Gebäude, die Ausstattung sei „zweckmäßig“. Der Neubau wird mit gereinigtem Abwasser aus der benachbarten Contwiger Kläranlage geheizt. „Wir sind also darauf angewiesen, dass die Contwiger, Stambacher und Dellfelder liefern“, scherzte Schwarz. Wie die Wärmegewinnung funktioniert, können die Bürger bei einem Tag der offenen Tür der Verbandsgemeindewerke am Samstag, 5. Mai, erfahren. Dann sehen sie auch das Fenster im Erdgeschoss, das Werkleiter Eckart Schwarz scherzhaft so beschrieb: „Da geben wir im Sommer Eis aus.“ Tatsächlich schütze die geteilte Scheibe (siehe Foto) im Ernstfall die Mitarbeiter, bei denen Bürger unter anderem wegen ihrer Bescheide vorsprechen. An der gegenüberliegenden Wand ist ein Waschbecken installiert. Dort können sich die Besucher erfrischen. Das Waschbecken, das man eher in einem Bad vermutet hätte, ersetzt einen Wasserspender. Solche Kunststoffbehälter seien teuer in der Unterhaltung, weil man sie keimfrei halten muss, erklärte der Werkleiter. Stattdessen könnten sich die Besucher nun „gutes Cuntwicher Wasser“ direkt aus dem Hahn genehmigen, merkte Gundacker an. Um Wasser ging es auch in der anschließenden Sitzung des Werksausschusses. Er stimmte geschlossen zu, dass Werkleiter Eckart Schwarz bis zu 18 000 Euro für Chemikalien zur Wasseraufbereitung in Käshofen und Bechhofen ausgeben darf. Laut Schwarz liefern die dortigen Brunnen „eine ausgezeichnete Rohwasserqualität“. Die gesetzlichen Schadstoff-Grenzwerte würden weit unterschritten, doch müsse das Wasser „entsäuert und aufgehärtet“ werden − sonst wäre es zu weich und zu aggressiv. Das geschieht in Filterkesseln, die mit dolomitischem Material (Markenname Akdolit) gefüllt werden. Die Verbandsgemeindewerke beziehen dieses Kalk-Granulat von einem Hersteller aus Belgien. Dabei kam es hin und wieder zu Lieferschwierigkeiten, weshalb die Werke nun gleich eine ganze LKW-Ladung bestellen wollen. Mittelfristig sei geplant, auf ein günstigeres und leichter verfügbares Filtermaterial umzusteigen, das ab Ende des Jahres in Käshofen getestet werden soll. „Dafür müssen wir die Anlage ein klein wenig umbauen, das ist aber keine große Aktion“, kündigte Schwarz an. Besagte Chemikalien kommen nach seinen Worten nur im Norden der Verbandsgemeinde zum Einsatz, im Rest sei das Wasser nicht so weich, sondern eher zu hart.