Waldfischbach-Burgalben RHEINPFALZ Plus Artikel Gutachter: So ist der Tagungsbetrieb in Maria Rosenberg zu retten

Das Bistum will die beiden Häuser (links das Haus B, rechts das ältere Haus A) des Tagungsbetriebs auf Maria Rosenberg abreißen.
Das Bistum will die beiden Häuser (links das Haus B, rechts das ältere Haus A) des Tagungsbetriebs auf Maria Rosenberg abreißen. Ein Gastronomie-Gutachten sieht aber eine gute wirtschaftliche Perspektive.

Der Tagungs- und Übernachtungsbetrieb im Wallfahrtsort Maria Rosenberg ist veraltet und defizitär. Ein Gutachten zeigt auf, wie er erfolgreich zu betreiben ist.

Im September hat die Diözesanversammlung dem Zukunftskonzept der Speyerer Bistumsleitung zugestimmt. Es sieht vor, dass der Tagungsbetrieb zum 30. Juni 2026 eingestellt und die beiden Häuser des Tagungszentrums abgerissen werden. 2024 verzeichnete der Tagungsbetrieb laut Bistumsangaben rund 10.000 Gäste und 7300 Übernachtungen. Die Auslastung lag bei 17,4 Prozent, der Umsatz bei 650.000 bis 675.000 Euro. Das Haus lasse sich so nicht wirtschaftlich betreiben. Um die Gebäude des Tagungsbetriebs zu ertüchtigen, müssten sie zuerst in den Rohbauzustand zurückversetzt und dann neu ausgebaut werden. Weil das nicht zu finanzieren sei, müsse der Betrieb aufgegeben werden.

In der Diözesanversammlung berief sich die Bistumsleitung auf zwei Gutachten zum Wallfahrtszentrum, beide lagen der Diözesanversammlung aber nicht im Original vor. Eines davon ist das Gutachten der Gastronomie- und Hotellerie-Beratung CBG, das vom Bistum in Auftrag gegeben worden war und der RHEINPFALZ vorliegt. Darin wurden der Tagungsbetrieb und und die Gastronomie untersucht. Die Gutachter sehen die Chance auf einen wirtschaftlichen Betrieb. Dafür seien Investitionen in Höhe von 1,4 Millionen Euro erforderlich. Geld, das das Bistum nicht aufbringen kann, denn es gibt in anderen Bereichen des Wallfahrtszentrums ebenfalls einen hohen Sanierungsbedarf. Das Stifterhaus, der Zwischenbau zur Kirche sowie die Fassaden und das Dach der Arkaden sollen für bis zu 10,75 Millionen Euro saniert werden. Das Gästehaus und der Tagungsbereich werden abgerissen. 5,5 Millionen Euro sind für den Abriss vorgesehen.

Beschränkung auf 50 Zimmer

Derzeit gibt es im Tagungsbereich 65 Zimmer mit 110 Betten. Sie sind in keinem marktgerechten Zustand und müssen bald renoviert werden, schildert CBG die Ausgangsposition. Die Beratungsgesellschaft untersuchte, wie es gelingen könnte, die Investitionskosten möglichst gering zu halten und gleichzeitig durch effektive Marketingstrategien den Erlös für das Bildungshaus zu steigern.

Die CBG untersuchte zwei Varianten, die beide eine Reduzierung der Gästezimmer vorsahen: einmal einen Betrieb mit 50 Zimmern und 73 Betten in den Häusern A und B, einmal einen mit 18 Zimmern und 26 Betten nur im Haus B. Die Variante mit 18 Zimmern erwies sich als nicht tragfähig. Mit 50 Zimmern ließe sich dagegen ein wirtschaftlicher Betrieb erreichen. Dazu seien umfassende Modernisierungen erforderlich. Die CBG setzte pro Zimmer rund 20.000 Euro für den Umbau, einen neuen Fußboden, ein neues Bad und die Einrichtung an. Damit könnte das Niveau eines Mittelklassehotels erreicht werden. Mit einer Erneuerung des Aufzugs im Haus A und neuen Fußböden in den Tagungsräumen würden sich die Investitionskosten auf 1,4 Millionen Euro belaufen. Die Gastronomie mit Vollpensionsangebot soll aufrecht erhalten werden.

Nach Umbau wirtschaftlich tragfähig

„Die Berechnungen zeigen, dass bei dem Szenario mit 50 Gästezimmern ein positives Betriebsergebnis im Bildungshaus Maria Rosenberg erwirtschaftet werden kann“, heißt es im Gutachten. „Durch diese gezielten Renovierungen besteht die Chance, die Übernachtungsmöglichkeiten im Geistlichen Zentrum Maria Rosenberg für eine breite Zielgruppe langfristig attraktiv zu gestalten“, bilanzieren die Gutachter. „Auf der Grundlage der konzeptionellen Ausrichtung, der Berechnung der durchgeführten Markt- und Wirtschaftlichkeitsanalyse kann das geplante Vorhaben mit dem Ausbau von 50 Gästezimmern auf Basis der geschätzten Investitionskosten als tragfähig angesehen werden.“

Weitere Einsparungsmöglichkeiten im Personalbereich, etwa durch die Auslagerung von Buchhaltung und Reinigung, wurden im Gutachten nicht berücksichtigt. Dort wurden auch die erforderlichen energetischen Sanierungen nicht erfasst. Damit die wirtschaftliche Prognose eintritt, müsste die Auslastung des Hauses deutlich gesteigert werden: von zuletzt 17,6 (bei 65 Zimmern) auf durchschnittlich 54 Prozent. Dies soll durch umfangreiche Marketingmaßnahmen erreicht werden. Bislang war für die Zimmer im Bildungshaus nicht auf dem freien Markt oder auf Buchungsportalen geworben worden.

Forum Rosenberg

Für Samstag, 6. Dezember, lädt das Forum Maria Rosenberg von 14.30 bis 17.30 Uhr zu einer öffentlichen Veranstaltung unter dem Titel „Forum Maria Rosenberg: Wohin geht die Reise? Zukunft im Dialog“ ein. Dabei sollen Ideen für die Zukunft des bedeutenden Segensortes entwickelt werden.

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