Waldfischbach-Burgalben
Grundschule schon wieder zu klein
Der Platzbedarf der Grundschule steigt in der zweiten und vierten Klassenstufe. Die werden kommendes Schuljahr dreizügig sein, also aus jeweils drei Klassen bestehen. Das war so nicht zu erwarten. Als die Planungen für den Schulaus- und umbau 2013/14 begannen, war ebenso von jeweils zwei Klassen pro Stufe auszugehen wie auch noch im Schulentwicklungsplan 2018, erläuterte Verbandsbürgermeister Lothar Weber (SPD). Der Bedarf stieg also verhältnismäßig kurzfristig.
Man prüfe für die weitere Planung aktuell die Einwohnerstatistik, berichtete Weber. Ein Grund für den gestiegenen Bedarf ist eine für die Gemeinde erfreuliche Entwicklung: „Junge Menschen ziehen verstärkt nach Waldfischbach-Burgalben und übernehmen Häuser und Wohnungen, die bisher von älteren Menschen bewohnt wurden“, erklärte der Verbandsbürgermeister. Zudem ziehen bei Asylbewerbern vornehmlich Familien mit Kindern zu. Noch sei nicht geklärt, ob dies eine dauerhafte Entwicklung ist, so Weber. Das müsse geprüft werden.
Hermersberg nicht barrierefrei
Theoretisch könnten nicht benötigte Räume an der Grundschule in Hermersberg genutzt werden. Aber ein Rollstuhlkind wird die vierte Klasse besuchen, und die Hermersberger Schule ist nicht barrierefrei. Aus Sicht der Schulleitung ist es ohnehin besser, die Inklusion an einem Standort zu organisieren. Klassenübergreifende Sprachförderung lasse sich nur schlecht oder gar nicht umsetzen, wenn an zwei Standorten unterrichtet wird. Das beträfe 16 Kinder mit Migrationshintergrund, die die Sprachförderung zwingend benötigen. Außerdem müssten dann nicht nur die Kinder mit dem Bus fahren – während der Bauphase war der Schulbetrieb schon mal nach Hermersberg ausgelagert, was naturgemäß zu einigen Diskussionen geführt hatte –, sondern auch Lehrer wieder verstärkt zwischen den Standorten pendeln. Stundenweise. Zudem lasse sich ein Ganztagsschulkonzept an zwei Standorten nicht umsetzen. Eine Reihe weiterer Faktoren sprechen aus Sicht der Schule gegen die Lösung. So verursache auch die Auslagerung Kosten.
Aus all diesen Gründen wird derzeit versucht, eine Lösung am Standort in Waldfischbach-Burgalben zu realisieren. In der ehemaligen Hausmeisterwohnung, die der aktuelle Stelleninhaber nicht benötigt, lässt sich provisorisch Raum schaffen. Das verschafft Zeit, um eine Containerlösung zu prüfen – nicht nur für den kurzfristigen Bedarf, sondern dauerhaft, zum Beispiel analog zum Kindergartenneubau in Pirmasens-Windsberg. Eine solche Modullösung lasse sich verhältnismäßig schnell umsetzen. Eine Klassenstufe bleibt durchgehend dreizügig. Die vierte Klasse wäre im Schuljahr 2020/21 wieder zweizügig. Die Modullösung biete auch für unerwartete Herausforderungen wie die Corona-Krise flexible Möglichkeiten.
Grundschule Hermersberg und Betreuung
In der Sickingerhöh-Grundschule mit den Standorten Hermersberg und Höheinöd gibt es kein Ganztagsangebot, aber eine außerunterrichtliche Betreuung am Nachmittag. Das betreuende Grundschulangebot ist jetzt für alle Schulen, deren Träger die Verbandsgemeinde ist, in einer Verordnung geregelt. Die Kosten für die Eltern ergeben sich in Abhängigkeit von Angebot und Nachfrage. An der Sickingerhöh-Schule, wo die betreuende Grundschule ein wichtiges Element ist, wurden die bisherigen Beiträge auch für die kommenden drei Schuljahre festgesetzt. Wer sein Kind bis 14.45 Uhr betreuen lässt, zahlt 300 Euro pro Jahr, wer das Angebot bis 16 Uhr nutzt, 500 Euro. Es habe sich gezeigt, dass diese Kostenbeteiligung reicht, um das Angebot zu finanzieren, erläuterte Udo Rapp von der Verbandsgemeindeverwaltung. Da bedingt durch die Corona-Pandemie die Betreuung zuletzt ausfiel, „werden wir nach derzeitigem Stand so vorgehen wie bei den Kindergärten und für diese Zeiten keinen Elternbeitrag anfordern“, erklärte Rapp.
Viele hoffen, dass bald wieder normaler Unterricht mit dem Besten an der Schule – neben den Ferien sind das für viele die Pausen – stattfinden kann. In Hermersberg bekommt der Pausenhof ein neues Spielgerät, da sich an den alten – wie der lange außer Dienst gestellten Spinne – Mängel gezeigt haben. In Abstimmung mit den Eltern „und vor allem mit den Kindern selbst“, so Schulleiterin Monika Karst, wurde entschieden, dass die einzelnen Geräte durch eine Spiellandschaft ersetzt werden. Kosten: 19.400 Euro. Gelder sind im Haushalt eingestellt, den der Rat vor Wochenfrist verabschiedete. Ist der Haushalt genehmigt, wird das Gerät bestellt. Vorbereitende Arbeiten, die teils in Eigenleistung erbracht werden, sollen über die Sommerferien erledigt werden.