Rodalben RHEINPFALZ Plus Artikel „Grundschüler sollen schwimmen lernen“

Noch im Sommer könnte die Rodalber Mozartschule ein neues Dach erhalten.
Noch im Sommer könnte die Rodalber Mozartschule ein neues Dach erhalten.

RHEINPFALZ-Redaktionsgespräch: Die Verbandsgemeinde Rodalben muss in den kommenden Jahren viel Geld in die Hand nehmen. Feuerwehrhäuser müssen gebaut und Feuerwehrfahrzeuge angeschafft werden. Die Rodalber Mozartschule ist die zweite große, finanzielle Herausforderung. Sie benötigt ein neues Dach. Und dann muss eine Entscheidung zum Lehrschwimmbecken getroffen werden.

Seit Anfang Oktober vertritt Timo Bäuerle den erkrankten Verbandsbürgermeister Wolfgang Denzer. Der Erste Beigeordnete springt in dieser Legislaturperiode bereits zum zweiten Mal ein. „Für nebenher ist das jetzt schon eine lange Zeit“, sagt Bäuerle mit Blick auf die zurückliegenden vier Monate als Denzer-Vertreter. Zumal jetzt wichtige Entscheidungen vorbereitet werden müssen. Die Grundlage allen Tuns in der Verbandsgemeinde ist der Haushalt. Den hat Bäuerle am Montag zusammen mit Büroleiter und Kämmerer Kurt Becker im Haupt- und Finanzausschuss der Verbandsgemeinde vorgestellt. Darin geht es überwiegend um Pflichtaufgaben der Verbandsgemeinde, die finanziell dargestellt werden müssen. Die Schulen und die Feuerwehr bilden dabei finanzielle Schwerpunkte.

„Die Sanierung des Dachs der Mozartschule in Rodalben hat absolute Priorität im Moment“, sagt Bäuerle. Wenn der Verbandsgemeinderat am Montag in einer Woche die Weichen entsprechend stellt, dann könnte das Dach noch in den Sommerferien erneuert werden, ist Bäuerle überzeugt. 600.000 Euro sind dafür vorgesehen. Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach für 400.000 Euro soll über Mittel aus dem Kommunalen Investitionsprogramm Klimaschutz und Innovation (Kipki) finanziert werden.

Manches geht Timo Bäuerle (rechts), hier mit RHEINPFALZ-Redaktionsleiter Andreas Ganter, nicht schnell genug. Das sei der überbo
Manches geht Timo Bäuerle (rechts), hier mit RHEINPFALZ-Redaktionsleiter Andreas Ganter, nicht schnell genug. Das sei der überbordenden Bürokratie geschuldet, sagt er.

In die Mozartschule werden wohl weitere Millionen für die Sanierung von Lehrschwimmbecken und Turnhalle fließen. Zuletzt hatten Planer eine Machbarkeitsstudie vorgestellt, in der es um Summen von bis zu zehn Millionen Euro ging, um das Schwimmbad auf Vordermann zu bringen. In Sachen Schwimmbäder steht die Verbandsgemeinde sowieso vor schwierigen Entscheidungen. Denn auch über die Zukunft des Freibads Biebermühle, dessen Umbau zum Naturschwimmbad seit Jahren diskutiert wird und der laut einer aktuellen Machbarkeitsstudie mehr als sechs Millionen Euro kosten soll, muss entschieden werden.

Beide Badentscheidungen werden nicht mehr vor der Kommunalwahl im Juni getroffen. Für Bäuerle ist aber klar, „dass die Grundschüler schwimmen lernen sollen“. Er spricht sich dafür aus, die Sanierung des Grundschulschwimmbads und der Turnhalle der Mozartschule auf den Weg zu bringen. Planungskosten sind im Haushalt vorgesehen. Bäuerle vermutet, dass ein Abriss und ein Neubau des Komplexes mit Hallenbad und Turnhalle günstiger und weniger problematisch sei, als eine Sanierung im Bestand. Er könnte sich auch vorstellen, das Freibad auf der Biebermühle zu erhalten. „So, wie es ist, hat es seine Fans“, sagt er. Auch wenn die finanzielle Situation der Verbandsgemeinde Rodalben schwierig sei: „Irgendetwas musst du in dieser Verbandsgemeinde halten, du kannst nicht alles zumachen“, betont er. „Ich bin schon der Meinung, dass wir in Rodalben ein Schulschwimmbad vorhalten sollten.“

Überbordende Bürokratie

Was Bäuerle immer wieder hinderlich findet, ist das Übermaß an Bürokratie. Als Beispiel nennt er den Nachtumzug in Merzalben am Samstag. Die Verbandsgemeinde ist Ordnungsbehörde, sie ist bei der Genehmigung des Umzugs im Boot. Die Vorgaben wurden vom Gesetzgeber noch einmal verschärft, jetzt muss neben dem Tüv- noch ein Brauchtumsgutachten vorgelegt werden.

Auch im Feuerwehrbereich gibt es strengere Vorgaben, die die Verbandsgemeinde erfüllen muss. Deshalb kommen in den nächsten Jahren Millioneninvestitionen auf sie zu. Größter Brocken ist im Moment die Neuanschaffung einer Drehleiter für eine Million Euro. „Wir sind kurz vor der Ausschreibung“, sagt Bäuerle. Die erfreuliche Wiedergründung der Wehr in Merzalben begründet die Notwendigkeit des Baus eines Feuerwehrhauses und der Anschaffung eines Feuerwehrfahrzeugs. Ein neues Feuerwehrhaus muss auch in Leimen gebaut werden. Weil die örtliche Wehr für einen Teil der B48 zuständig ist, wird dort ein weiteres Fahrzeug stationiert, um Ausrückezeiten einhalten zu können. Das Fahrzeug benötigt außerdem mehr Platz, als im vorhandenen Feuerwehrhaus, das gerade saniert wird, bereit steht. Deshalb soll ein neues gebaut werden. Die Standortsuche im Dorf läuft, wie Bäuerle berichtet. Ein neues Fahrzeug soll auch die Wehr in Münchweiler erhalten.

Probleme bei der Personalsuche

Zuletzt wurde immer mal wieder Kritik an langen Bearbeitungszeiten in der Verwaltung geübt. Bäuerle verweist darauf, dass Mitarbeiter die Verwaltung verlassen hätten, dass es Krankheitsfälle gegeben habe und dass Stellen länger nicht besetzt werden konnten. „Im Bauamt haben wir jetzt einen neuen Mitarbeiter, die Stelle war acht oder neun Monate unbesetzt“, sagt er. In der Verwaltung selbst habe es Umbesetzungen und Umstrukturierungen gegeben. Als Nächstes verabschiede sich Büroleiter Kurt Becker in den Ruhestand. Seine Nachfolge soll schnellstmöglich gegelt werden. „Nächste Woche führen wir Vorstellungsgespräche“, berichtet Bäuerle. In die ist Wolfgang Denzer eingebunden. „Ziel ist es, die Stelle zum Mai zu besetzen“, bemerkt Bäuerle mit Blick auf die wichtigste Position in der Verwaltung.

Timo Bäuerle will das Lernschwimmbecken der Mozartschule am liebsten neu bauen.
Timo Bäuerle will das Lernschwimmbecken der Mozartschule am liebsten neu bauen.
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