Bechhofen RHEINPFALZ Plus Artikel Grünen-Politiker vergleicht CDU-Bürgermeister mit Donald Trump und redet von „fremdschämen“

Die Fluchttreppe werde noch nicht gebraucht, koste aber schon Geld, kritisieren SPD und Grüne. Der CDU-Beigeordnete Michael Sonn
Die Fluchttreppe werde noch nicht gebraucht, koste aber schon Geld, kritisieren SPD und Grüne. Der CDU-Beigeordnete Michael Sonntag erwiderte, man brauche etwas Vorlaufzeit.

Nachdem SPD und Grüne Bechhofens Bürgermeister Paul Sefrin in einem Pressegespräch kritisiert hatten, reagierte der Bürgermeister am Ende der Ratssitzung am Donnerstag auf die Vorwürfe, unterbreitete ein Gesprächsangebot – und musste noch heftigere Kritik einstecken.

„Ich möchte dieses Thema nicht totschweigen, denn es ist sehr unschön“, sprach Sefrin den RHEINPFALZ-Artikel vom Donnerstag an. Er bot eine Sondersitzung an, in der man mal alles, was einem auf der Seele brennt, loswerden könne. Dieses Friedensangebot ging jedoch etwas nach hinten los.

Steffen Mannschatz (SPD) erneuerte die Kritik, die seine Parteigenossen bereits geäußert hatten. Er bemängelte, zu oft nur „stückchenweise Informationen“ zu Themen zu erhalten. „Es gibt immer mal wieder Infos, die wir nicht haben, ihr aber anscheinend schon“, streckte er dabei den Arm in Richtung der CDU-Fraktion aus. Er habe sogar schon an Rücktritt gedacht, da dies die Arbeitsweise erschwere und sehr kräftezehrend sei.

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Mannschatz gab auch bekannt, dass er eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen der Ortsbürgermeister beim Kreis und der ADD eingereicht habe. „Damit möchte ich dich, Paul, aber eigentlich vor Bösem schützen“, sagte Mannschatz. Ihm komme es so vor, als sei der Bürgermeister nicht gut vorbereitet, da er in den Sitzungen nicht mit allen Fakten herausrücke und viele Dinge unbeantwortet blieben. Sefrin müsse auch beim Kreis viel mehr hinterfragen und sich nicht darauf verlassen, dass ihm die günstigsten Angebote bei Bauvorhaben vorgelegt werden, sondern tiefer reingehen und mehr kontrollieren. „Mit der Verfahrenseinleitung möchte ich uns alle hier schützen, bevor uns hier etwas um die Ohren fliegt, wofür wir nichts können“, verdeutlichte Mannschatz. Das treffe einen schon, wenn man so einen Vorwurf bekommt, sagte Sefrin zu der Dienstaufsichtsbeschwerde.

Auch Oliver Wadle (Grüne) erneuerte seine Kritik. Man sollte sich lieber darauf konzentrieren, die Kräfte zu bündeln, sich auf Augenhöhe begegnen und Bechhofen zusammen nach vorne bringen. „Wer gut verkaufen kann, der soll hier der Verkäufer sein, wer gut planen kann, der soll hier der Planer sein, egal welcher Partei er angehört“, skizzierte Wadle für alle ein mögliches Wunschbild.

„Ich sehe uns als Parlament von Bechhofen, und wir müssen für unsere Gemeinde handeln“, erklärte Wadle seine Sichtweise. Der Ausdruck „Parlament“ ließ nun nicht nur die Christdemokraten den Kopf schütteln, sondern auch ein paar der SPD. Wadles Kritik an Sefrin wurde aber noch heftiger: Er kenne den Bürgermeister zwar als guten Freund, müsse sich aber oft für ihn fremdschämen, verglich er ihn gar mit Donald Trump und redete sich in Rage.

Paul Sefrin fehlten hiernach die Worte. Er beendete kurz darauf den öffentlichen Teil der Sitzung und versprach, noch mal eine Sondersitzung einzuberufen, wenn es weiteren Redebedarf gebe. Wadles Vorwurf, „die CDU arbeitet lieber alleine im Hinterstübchen“, hatte zuvor CDU-Fraktionssprecher Matthias Roos widersprochen.

Zur Kritik von SPD und Grünen, dass die provisorische Fluchttreppe am Dorfzentrum schon seit gut sechs Wochen stehe, obwohl sie erst im September gebraucht werde, nahm der neue Beigeordnete Michael Sonntag Stellung. „Dies stimmt so nicht“, hielt er dem Vorwurf entgegen, bis Herbst verschlinge die Treppe nur Geld, weil der Jugendraum erst dann als Ausweichkindergarten genutzt werde.

Dass die Treppe jetzt schon steht, habe seinen Grund: „Man muss erstmal eine Firma finden, die Zeit hat diese Treppe zu installieren, und wir haben Corona-Zeit, zudem müssen eine Abnahme und Freigabe dafür erfolgen, das nimmt alles Zeit in Anspruch“, veranschaulichte er. Erst wenn die Treppe benutzt werden darf, können die weiteren nötigen Brandschutzmaßnahmen im Gebäudeinneren überhaupt angegangen werden.

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