Dahn RHEINPFALZ Plus Artikel Gottesdienst in Corona-Zeiten ist gewöhnungsbedürftig

Gottesdienste unter Coronaauflagen: Flächen- und Händedesinfektion, vorgeschriebene Wege, zugewiesene Plätze, Personendaten und
Gottesdienste unter Coronaauflagen: Flächen- und Händedesinfektion, vorgeschriebene Wege, zugewiesene Plätze, Personendaten und Mund-Nasen-Schutz.

Seit 12. Mai dürfen wieder Gottesdienste gefeiert werden, allerdings unter strengen Hygieneauflagen. Die vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen machen allen zu schaffen, vieles muss sich erst einspielen.

Anfang Mai gab es einen ersten katholischen Gottesdienst als Probelauf, für die Mitglieder von Pfarreirat und Verwaltungsrat. Seit 10. Mai finden nun wieder regelmäßig Gottesdienste am Sonntag statt, allerdings sind die Teilnehmerzahlen in den jeweiligen Kirchen begrenzt. Und es geht auch nicht überall. „In Erlenbach und Bundenthal können wir beispielsweise derzeit keine Gottesdienste feiern, weil die Bänke an der Wand stehen und die Leute sich beim Rein- und Rausgehen zu nahe kämen; diese Kirchen sind für das derzeit vorgeschriebene Schutzkonzept nicht geeignet“, sagt Thomas Becker, leitender Pfarrer der katholischen Großpfarrei Dahn.

Gesang drastisch reduziert

Während im Bistum Freiburg das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes empfohlen wird, ist dies im Bistum Speyer Pflicht. Die Gottesdienstteilnehmer müssen den Schutz die ganze Zeit tragen. „Die Meinungen der Leute sind geteilt“, sagt der Kooperator, Pfarrer Danijel Ševo. „Manche tun sich damit leichter, andere schwerer.“ „Seltsam ist es schon, wenn man vom Altarraum aus die Gesichter der Leute nicht sehen kann und der Gesichtsausdruck als Resonanz, beispielsweise bei der Predigt, fehlt“, sagt der Kooperator.

Der Gesang ist drastisch reduziert, es gibt mehr Instrumentalstücke mit Orgel, ansonsten singt der Pfarrer und die Gottesdienstbesucher können leise mitsingen. „Das fällt uns allen schwer, gerade in der Zeit nach Ostern oder jetzt im Marienmonat Mai, wo die Lieder doch eher von der Art sind, dass man sie aus voller Kehle singen möchte“, stellt Becker fest. Grundsätzlich zelebrieren derzeit nur Becker, Ševo und Kaplan Chandra Nudurupati die Messen. „Die Pensionäre gehören auf Grund ihres Alters zur Risikogruppe und sind derzeit außen vor“, sagt Becker.

Telefonische Anmeldung wichtig

Das Prozedere der telefonischen Anmeldung musste sich auch erst einspielen und fängt jetzt nach dem zweiten Wochenende an, rund zu laufen. „Allerdings erleben wir keinen übermäßigen Ansturm und mussten auch noch keinen Scharen absagen“, meint Becker. Wer wolle, könne es gerne spontan versuchen zu kommen, müsse sich dann aber bei Vollbesetzung damit abfinden, dass er nicht mehr teilnehmen kann, sagt Ševo. Je nach Größe der Kirche ist die Anzahl der Besucher begrenzt, wobei Erfweiler mit 60 Plätzen den größten Raum bietet und Bobenthal mit 16 den kleinsten – „doch wir bieten ganz bewusst auch in Bobenthal Gottesdienst an, auch wenn es nicht viele Plätze gibt, damit keiner hinten runter fällt“, sagt Becker. Die Plätze, an denen man sitzen darf, sind mit einer kleinen Osterkerze markiert, „am Muttertag lag dort eine Rose“.

Viel Aufwand für Ehrenamtliche

Der Aufwand für die Ehrenamtlichen vor Ort sei durch die Desinfektion, die Einlasskontrolle und Beschilderung enorm, sagt Becker. Die komplette Arbeit in der Pfarrei ist auf den Kopf gestellt. Wo man vorher versuchte, Gemeinschaft in Gruppen zu stiften, heißt es nun „Abstand halten“. „Kirche hat mit Begegnung zu tun, alternative Lösungen kann es nur bis zu einem gewissen Grad geben, aber einen adäquaten Ersatz für die Begegnung von Mensch zu Mensch wird es nicht geben“, so Becker.

Viele Ideen, Vorschläge und Impulse sind aus den Reihen der Ehrenamtlichen gekommen, beispielsweise wurde ein Gruß an die Kranken der Pfarrei verschickt oder Osterkerzen und Texte wurden an den Kirchen zum Mitnehmen aufgestellt, erzählt Ševo – „hier haben einige wirklich richtig Elan entwickelt und gezeigt“. Viel Zeit, Organisation, Gespräche und gegenseitiges Verständnis wird es auch brauchen, um die abgesagten Feiern und Sterbeämter unter den geltenden Regeln, die alle noch eine ganze Weile begleiten werden, zu organisieren. Wie die Gegebenheiten und Erlebnisse der letzten Wochen in den Prozess des Pastoralen Konzepts einfließen können, das die Pfarrei derzeit erarbeitet, diese Frage ist für Becker ebenfalls offen.

Gottesdienste über Pfingsten

An Pfingsten sind folgende Gottesdienstorte und -zeiten für die Katholische Pfarrei Heiliger Petrus festgelegt:

Samstag, 30. Mai jeweils 18 Uhr in Bobenthal und in Busenberg.

Pfingstsonntag, 31. Mai, jeweils 10.30 Uhr in Dahn, Fischbach und Bruchweiler.

Am Pfingstmontag findet um 10.30 ein ökumenischer Gottesdienst in der katholischen Kirche in Schönau statt. Eine Anmeldung muss telefonisch erfolgen: am Samstag von 9 bis 12 unter der Nummer 06391/91094-0. Bitte keine Mails schicken.

Für den ökumenischen Gottesdienst kann man sich auch im protestantischen Pfarramt in Rumbach, 06394/459, anmelden. Ein Mund-Nasen-Schutz ist Pflicht und das eigene Gesangbuch mitzubringen.

x