Kreis Südwestpfalz Golfclub: Insolvenz und Streit um Wert des Geländes

Placeholder-Image

«Waldfischbach-Burgalben.» Heute wird das Insolvenzverfahren für den zahlungsunfähigen Golfclub Pfälzerwald eröffnet. Insolvenzverwalter Arne Fu: „Die vorhandene Masse reicht aus, um das Insolvenzverfahren zu eröffnen.“ Der Spielbetrieb auf der Anlage werde weiterlaufen, so lange das Geld reicht. Parallel dazu arbeitet Fu an einer langfristigen Lösung. Sein Ziel sei es, die Anlage und deren Wert zu erhalten.

Eine regionale Investorengruppe möchte Gelände und Golfanlage erwerben. In einem Gespräch mit Vertretern der Verbands- und Ortsgemeinde Waldfischbach-Burgalben als Geländeeigentümern, der Sparkasse und dem Insolvenzverwalter boten die Investoren 650 000 Euro für das 52,5 Hektar große Gelände. Legt man den Bodenrichtwert von zwei Euro zugrunde, wäre das Areal 1,05 Millionen Euro wert. Laut Fu ist in der Öffentlichkeit der Eindruck entstanden, die Grundeigentümer hätten dem Golfclub Gelände im Wert von 2,8 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Die Verantwortung dafür sieht er bei Verbandsbürgermeister Lothar Weber, dem er vorhält, vereinbartes Stillschweigen gebrochen zu haben. Weber hatte alle von Verbands- und Ortsgemeinde getätigten Investitionen addiert, die später auf dem Geländer die Golfanlage möglich machten. Ursprünglich waren die Grundstücke gekauft worden, um dort ein Industriegebiet auszuweisen. Dieses Projekt konnte nicht verwirklicht werden. 1999 wurde der Golfclub Pfälzerwald gegründet, der das Gelände seither nutzt. Werde behauptet, hier werde für ein 2,8 Millionen Euro wertvolles Gelände ein geringerer Kaufpreis geboten, „dann entsteht der Eindruck, hier soll werthaltiges Vermögen der Gemeinde quasi verschenkt werden. Das ist aber ganz und gar nicht so“, sagt Fu. Verbands- und Ortsgemeinde hätten sich seinerzeit mit dem Geländekauf im Hinblick auf Industrieflächen verkalkuliert. Dagegen habe der Golfclub dort mit eigenen Mitteln, ohne öffentliche Förderung, eine Attraktion und Arbeitsplätze geschaffen. Den Erweiterungswunsch des Golfclubs auf 18-Loch-Anlage habe sich die Kommune teuer bezahlen lassen. Entscheidend sei, welchen Wert das Gelände aktuell tatsächlich habe, sagt Fu. Dieser Wert sinke drastisch, wenn die Golfanlage nicht erhalten werden kann. Die Investoren stellten in Aussicht, den Vereinsbetrieb langfristig zu erhalten und zu fördern. Die Pflicht der Investoren, das Areal weiter für Golfsport zu nutzen, könne im Grundbuch verankert werden, so Fu.

x