Kreis Südwestpfalz Gewaltig muss die Brücke gebebt haben
Die uralte, über 30 Meter hohe Eiche unterhalb von Battweiler ist auf die Buchholzbrücke über den Ohmbach gestürzt. Als ein Naturdenkmal wird die Eiche an der Banngrenze zwischen Battweiler und Contwig bezeichnet. Eine Hälfte des Zwillingsbaumes mit zusammen rund 6,50 Metern Stammumfang steht noch. Die Winterstürme und Alterschwäche haben die vermutlich bald 400 Jahre alte Hälfte der Naturschönheit im Talgrund zu Fall gebracht.
Wie alt der Baum wirklich ist, lässt sich nicht mehr so einfach feststellen. Eine sichere Methode wäre, die Jahresringe zu zählen. Dies gelingt jedoch nicht mehr, da der in fast 1,30 Meter Tiefe im Erdreich abgebrochene Baumstumpf von der Stockfäule befallen ist. Möglicherweise könnte man beim Zersägen des Baumes noch auf gesündere Stammabschnitte treffen, die noch eine ungefähre Zählung der Jahresringe ermöglichen könnten. Eine große Eiche gab es dort schon einmal: Der Kartograph Tilemann Stella (1563-1589) hat in seiner Beschreibung des Herzogtums Pfalz-Zweibrücken 1563/64 auch die Grenzen von Battweiler genau beschrieben. Hierfür nutzte man früher Bäche, markante Felsen, Hügel und Berge und die sturmfesten Eichen und Buchen. Im Boden eingegrabenen Steine als Grenzmarken kamen erst später. So schreibt Tilemann Stella, dass vom Taleinschnitt zur Pottschütthöhe bei der heutigen Geißenbrücke am Bach ein mächtiger Baum die Grenze zu Contwig anzeigt. In einer Karte des schwedischen Baumeisters Jonas Erikson Sundahl aus dem Jahre 1759 ist die Grenze in diesem Bereich ebenfalls zu erkennen. Sundahl wirkte in Zweibrücken während der schwedischen Regentschaft von 1702 bis 1762. Er war unter anderem für den Bau des Schlosses der Herzogsstadt verantwortlich, ließ das Lustschloss Tschifflik für den geflohenen Polenkönig errichten, schuf die Karlskirche und leitete den Wiederaufbau des Klosters Gräfinthal. Gewaltig müssen das Erdreich und das alte Brückengewölbe gebebt haben beim Aufschlag des mächtigen Stammes mit riesiger Baumkrone. Das Astwerk im Kronenbereich ist in viele Einzelteile zersplittert, und selbst der Stamm ist an manchen Stellen von der Wucht des Aufpralls geborsten. Einen riesigen Seitenarm des Baumes hat es abgeschlagen, der jetzt im Bachbett des Ohmbachs liegt. Die Aufarbeitung des Baumriesen ergibt etliche Ster Brennholz. Einige Baumteile sind jedoch kaum mehr von Brennwert, da sie mürbe und unbrauchbar geworden sind. Die noch stehende andere Hälfte des Baumes hat auch schon deutliche Anzeichen von Totholz, was an den vom Specht eingeschlagenen Einfluglöchern fast bis in die Baumkrone zu ersehen ist. Die Verbandsgemeindeverwaltung Zweibrücken-Land ist informiert, um mit der zuständigen Ortsgemeinde zu klären, ob die andere Hälfte der alten Eiche noch stehen bleiben kann.